Aktien aus Deutschland, Europa und den USA mit viel Kontinuität bei den Dividenden-Zahlungen

Nach einem fulminanten Jahresauftakt ist die Euphorie an den Märkten außerhalb den USA im Laufe des Jahres mehr und mehr gewichen. Die Gefahr einer Eskalation des Zollstreits, die Pläne der italienischen Regierung oder die Ausgestaltung des Brexits, die Risiken stehen in der Investorenwahrnehmung wieder stärker im Vordergrund.

Die Marktteilnehmer haben sich daher in den letzten Monaten bereits risikoaverser positioniert, schreibt die DZ Bank in einer Ausarbeitung. Dies zeigen sowohl die Kursentwicklung als auch die ETF-Fund-Flows, so die dortigen Analysten. Sollte eines der Risiken eskalieren und der Markt stärker in den Risk-off-Modus schalten, sollten defensive Dividendenaktien stärker nachgefragt werden als Zykliker.

Unternehmensgewinne sprudeln großzügig, Dividendentitel relativ attraktiv

Die aktuelle Berichtssaison zeigt, dass die Unternehmensgewinne weiterhin großzügig sprudeln, besonders in den USA. Gewinnwachstum ist die beste Basis für zukünftiges Dividendenwachstum. So verwundert es nicht, dass die Unternehmen derzeit so viel ausschütten, wie nie zuvor.

Auf Sicht der nächsten zwölf Monate bieten der DAX eine Dividendenrendite 3,4%, der Euro Stoxx 50 3,8%, der Stoxx 600 3,7% und der S&P 500 2,0%. Die Renditen liegen damit um den Durchschnitt der letzten 15 Jahre. In Europa bieten Dividendentitel weiterhin einen großzügigen Renditeaufschlag gegenüber Anleihen. Insgesamt bleiben Dividendentitel damit interessant.

akt1

Wie es weiter heißt, schneiden im Assetklassen-Vergleich die Dividendenrenditen in Europa attraktiv ab. Der Renditeaufschlag der DAX-Dividendenrendite gegenüber zehnjährigen deutschen Bundesanleihen liegt deutlich über den historischen Werten. Das zusätzliche Risiko des Aktieninvestments wird aktuell mit einem Aufschlag von 2,8%-Punkten belohnt. Vom Maximum hat sich der Spread allerdings 115 Basispunkte entfernt. Auch gegenüber den risikoreicheren Unternehmensanleihen bieten Dividendenpapiere einen soliden Renditeaufschlag. Die Rendite italienischer Staatsanleihen ist hingegen zuletzt in die Größenordnung der Dividendenrenditen in die Höhe geschossen.

In den USA liegen laut DZ Bank die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit BBB-Rating hingegen mit Stand vom 13. August über der Dividendenrendite des S&P 500. Der Renditeaufschlag 10-jähriger US-Staatsanleihen gegenüber US-Aktien beträgt demnach 110 Basispunkte. Für 5-jährige Unternehmensanleihen wird mit knapp 4% sogar doppelt so viel wie für Dividendentitel geboten. Inzwischen liegt auch der US-Leitzins über der US-Dividendenrendite.

Stabile Dividendenzahler eine gute Wahl für defensive Anleger

Die Dividendenfavoriten der DZ Bank zeichnen sich neben der Dividendenrendite zusätzlich sowohl durch die Nachhaltigkeit der gezahlten Dividenden aus als auch durch weitere Fundamentaldaten und Bewertungskennzahlen. Aus Sicht der Analysten kann dadurch der Anlageerfolg gesteigert sowie das Risiko reduziert werden. Man rät defensiv orientierten Investoren, auf Aktien von Unternehmen zu setzen, die sich in der Vergangenheit als stabile Dividendenzahler erwiesen haben.

Nachfolgend zeigen wir aus der DZ Bank-Studie 3 Screenings mit stabilen Dividendenzahlern aus Deutschland, Europa und den USA.

DZ-Bank-Aktie mit Dividenden-Kontinuität aus Deutschland

akt2

Quelle: Reuters, DZ Bank

DZ-Bank-Aktie mit Dividenden-Kontinuität aus Europa

akt3

Quelle: Reuters, DZ Bank

DZ-Bank-Aktie mit Dividenden-Kontinuität aus den USA

akt4

Quelle: Reuters, DZ Bank

 

Eine wichtige Lehre aus Anlegersicht: Gewinner der vergangenen 10 Jahre enttäuschen häufig in der folgenden Dekade

Am 22. August avanciert der seit dem 09. März 2009 laufende US-Bullenmarkt nach Lesart von Bank of America Merrill Lynch und CFRA zur längsten Hausse seit mindestens 1921. Angeführt wird dieser Aufschwung dabei eindeutig von den Technologieaktien. In diesen Bereich wiederum marschieren die ganz großen Branchenvertreter vorneweg. Vor einigen Jahren prägte der US-Fernsehjournalist Jim Cramer für diese Titel den Begriff der „FANG“-Aktien. Darunter subsummiert man die Technologiewerte Facebook, Amazon, Netflix und Google (heute Alphabet). Häufig fügt man auch noch Apple hinzu und kommt so zu dem Akronym „FAANG“.

Ende Juli verloren die „FAANG“-Aktien rund 10 % ihres Börsenwerts in einer Woche. Facebook allein büßte fast 20 % ein, obgleich das Unternehmen seinen Umsatz um 40 % und die Zahl seiner aktiven Nutzer um mehr als 10 % steigern konnte. Allein der Markt hatte mehr erwartet! Ähnlich hart traf es Netflix, nachdem das Unternehmen die Marktprognosen verfehlt hatte. Facebook verlor an einem Tag 120 Mrd. USD seines Börsenwerts. Das ist ein neuer Rekord! Die alte „Crashmarke“ hielt Intel aus dem Jahre 2000 (September) mit einem Verlust an Marktkapitalisierung von 91 Mrd. USD. Intel hat übrigens bis heute den Spitzenwert seiner Marktkapitalisierung vom Höhepunkt der „Dotcom-Blase“ zur Jahrtausendwende nicht wieder erreicht. Die erste große US-Investmentbank empfahl jüngst ihren Kunden, den US-Technologiesektor leer zu verkaufen. Ist die große Zeit der Technologieaktien jetzt zu Ende und ist das der AnFANG vom Ende der Technologiehausse, fragen vor diesem Hintergrund die Marktexperten beim Vermögensverwalter StarCapital.

fang1

An Fakten führt man dazu folgendes an: Der Aktienindex Nyse Fang+ stieg in den letzten 12 Monaten um ca. 40 % (Chart oben). In den vergangenen dreieinhalb Jahren übertraf er die Wertentwicklung des S&P 500 um stolze 150 %-punkte. Der komplette Anstieg des S&P 500 in diesem Jahr lässt sich auf den Kurszuwachs der „FAANG“-Aktien zurückführen. Obgleich seit den letzten Höchstständen vom Januar dieses Jahres die zyklischen Branchen, zu denen auch der Technologiesektor zählt, gegenüber defensiven Branchen wie Konsum, Öl und Gas sowie Versorgern ins Hintertreffen geraten sind, ist der Technologiesektor im Ranking ganz weit vorn geblieben. Trotz des Kurseinbruchs übertrifft der Börsenwert von Facebook den von Indien, Netflix erreicht fast den Kurswert von Russland und Apple, ergänzt um Microsoft ist gleichauf mit China (!). Apple allein hat die Rekordmarke von 1 Billion USD Börsenwert gerissen (4 % des S&P 500). Zusammen mit den „FANG“- Aktien erreicht Apple einen Anteil von 14 % der S&P 500-Marktkapitalisierung. Somit steht der US-Technologiesektor für einen Anteil von 26 % am S&P 500. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 erreichte der Sektor sagenhafte 33 %, um drei Jahre später auf 16 % abzusacken. Bekanntlich platzte in den Jahren 2000 bis 2003 die „Dotcom-Blase“. Fast alle, genauer gesagt 85 % der Aktien aus dem NASDAQ 100 befinden sich zwischenzeitlich auch im S&P 500.

Sind US-Technologiewerte also der „most crowded trade in the world“?

Fast jeder US-Hedgefonds ist dort investiert und der annualisierte Mittelzufluss 2018 kommt auf phantastische 36 Mrd. USD. Technologie ist zumindest ein gewaltiger „Momentum-Trade“, aber ist es auch eine Blase und was kennzeichnet eine Finanzblase, fragt man sich bei StarCapital. Dazu heißt es, in der Regel entstehen Blasen, wenn zu viel Geld (Liquidität) einer Wachstumsillusion nachjagt wie bei der holländischen Tulpenmanie, der US-Subprime-Krise oder der jüngsten Bitcoin-Euphorie. Menschen werden von Gier getrieben (Gier frisst Hirn) und setzen darauf, einen noch größeren Narren als sich selbst zu finden, der ihnen das Objekt der Begierde zu einem höheren Preis wieder abnimmt („Greater Fool“-Theorie). Gemäß Charles Kindleberger müssen ein Überfluss an Liquidität, die Problematik der richtigen Bewertung der Anlage und ein gewaltiges Investoreninteresse zusammenkommen.

Alle diese Eigenschaften treffen auf die Technohausse zu. Allerdings ist sie zusätzlich mit einer technologischen Revolution verbunden wie am Ende der 1990er Jahre mit dem Aufkommen des Internets. Heute sind es Innovationen wie künstliche Intelligenz, die Sammlung und Auswertung gewaltiger Datenmengen, die „Cloud“ und vermutlich die „Blockchain“-Technologie, die in kurzer Zeit neue marktbeherrschende Unternehmen bereits geschaffen haben oder noch schaffen werden. Eine Technologiehausse enthält im Kern stets eine enorme Schumpeter’sche Innovationskraft mit zerstörerischer Wirkung auf bestehende Unternehmensstrukturen und gewohnte Technologien. So hat Google beispielsweise wegen gesammelter Datenmengen einen gewaltigen Vorsprung beim kommenden „autonomen Fahren“. Amazon hat eine riesige und für den Wettbewerb verheerende Marktmacht aufgebaut. Sogar „The Donald“ Trump hat dies bereits erkannt.

Der Gewinnzuwachs im Technologiesektor liegt aktuell bei weit über 30 %, nicht zuletzt dank der Steuerreform des US-Präsidenten. Womit hilft sich in solch einer Situation ein „unverbesserlicher“ Value-Investor? Laut StarCapital blickt auf die Bewertung (Chart 2). Facebook kommt mit einem KGV von aktuell 26 auf ein Gewinnwachstum von unter 20 %. Nach der sog. PEG-Ratio (KGV in Relation zum Gewinnwachstum) ist diese Wachstumsaktie etwas überteuert. Auch Google ist kein „Schnäppchen“, aber mit einem 32er KGV und einem Gewinnwachstum von 23 % noch im Rahmen einer klassischen „Growth“-Aktie.

fang2

Apple ist sicherlich kein Wachstumswert mehr, aber man kann ihr eine sehr hohe Bilanzqualität nicht absprechen. Entsprechend greift Warren Buffett auch in Korrekturphasen gerne zu, zumal ein Smartphone auch für ältere Generationen nicht mehr schwer verständlich ist. Amazon und Netflix-Bewertungen bewegen sich dagegen trotz des enormen Gewinnwachstums in abenteuerlichen Sphären.

Grundsätzlich gilt aus Sicht von StarCapital, dass das Risiko-/Ertragsprofil der meisten Technologiewerte sehr ambitioniert ist und ihre Börsenkurse sehr anfällig für Umsatz- oder Gewinnenttäuschungen sind. Solange sich jedoch noch genügend Anleger finden, die die ermäßigten Kurse zum Einstieg nutzen, muss das noch nicht gefährlich sein. Erst wenn wirklich fast alle investiert sind und die Börsenhausse von einem externen Schock getroffen wird, sei es eine Ölpreisexplosion mit einem unerwarteten Inflations- und Zinsanstieg, eine Rezession oder was auch immer, wird es zu extremen Preiskorrekturen kommen.

Was die Erfahrung lehrt

Ein Blick in die Vergangenheit (Grafik unten) zeigt laut StarCapital, dass der aktuellen Megadekade für den IT-Sektor ein jämmerliches Jahrzehnt nach dem Platzen der „Dotcom“-Blase vorausging und das trotz der realen Internetrevolution. Börsengeschichte vollzieht sich gewöhnlich in Zyklen. Wann wird die Baisse beginnen? Um ehrlich zu sein, wisse man das nicht, räumt man bei StarCapital ein. Die Erfahrung lehre, dass Börsenblasen zwar länger dauern als gedacht, aber dafür dann umso heftiger platzen.

Was soll man also tun? Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten aus Sicht von StarCapital. Man reitet die Welle und hofft, rechtzeitig den Absprung zu schaffen ehe sie bricht. Oder man bleibt Value-Investor und hält sich als Partymuffel trotz verführerischer Musik vom Tanzboden fern. Endet die Musik, dann lauern in den Trümmern die großen Opportunitäten. Laut StarCapital passt zu alledem auch ein Fazit von John Maynard Keynes aus dem Jahr 1936: Die Börse kann viel länger irrational bleiben als der Spekulant solvent!

fang3

White Mountains Insurance rangiert auf Platz 1 in der Dividendenaktien USA-Rangliste

Stimmt man der Annahme zu, dass Dividenden und Aktienrückkäufe gut sind aus Anlegersicht, dann haben US-Investoren in diesem Jahr Grund zur Freude. Denn Schätzungen zufolge geben US-Unternehmen in diesem Jahr 2,5 Billionen USD für Aktienrückkäufe, Dividenden und Übernahmen aus.

Auf Aktienrückkäufe und Dividenden setzen wir in unserem regelbasierten Depotkonzept „Dividendenaktien USA“. Aus einen Auswahluniversum mit den größten 1.800 US-Unternehmen erfolgt hier ein Ranking nach der Rangliste „Dividende USA“, welches als Hauptkriterien die Gewinnrendite und die 1- und 3-Jahresvolatilität berücksichtigt. Für die Berechnung der Gewinnrendite wird für jedes Unternehmen die Summe aus Dividendenausschüttungen und den Mittelaufwendungen für Aktienrückkäufe abzüglich der Erlöse aus Kapitalerhöhungen durch die aktuelle Marktkapitalisierung geteilt.

Langfristig hat diese Vorgehensweise ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Denn in der Rückberechnung ergibt sich von 1999 bis 2018 eine Durchschnittsrendite pro Jahr von +14,90 %.

Dicht dran an neuen Rekordkursen

Auf Platz 1 in der aktuellen Rangliste ist die Aktie der White Mountains Insurance Group Ltd. (ISIN: BMG9618E1075) zu finden. Der Kurs des auch im entsprechenden Musterdepot enthaltene n Titels hat sich in den vergangenen Monaten nach oben gearbeitet und ist dadurch inzwischen dicht dran am Rekordhoch von 947 USD vom März 2017. Bei einem erfolgreichen Sprung über diese Hürde wäre der langfristige charttechnische Aufwärtstrend, der seine Wurzeln Ende 1987 bei damals noch 24,11 USD hat, endgültig wieder aufgenommen.

9d532869c7a3dcee8ca7a2e0c1afb23374f322a4

Trotz der überzeugenden Performance ist das Unternehmen relativ unbekannt und auch die Handelsumsätze sind nur gering. Deshalb macht es Sinn, die Gesellschaft zunächst etwas vorzustellen. Bei White Mountains handelt es sich um eine auf den Bermudas domizilierte Finanzdienstleistungsholding, die an der New York Stock Exchange und der Bermuda Stock Exchange gehandelt wird.

White Mountains fördert die Wertschöpfung für seine Aktionäre durch den Besitz und die Verwaltung von Unternehmen und Vermögenswerten in der Versicherungsbranche und den damit verbundenen Finanzdienstleistungen. Das Versicherungsgeschäft wird als Kernkompetenz verstanden und die in diesem Bereich erworbene tiefe Kompetenz, verbunden mit Innovationsfähigkeit, hilft laut den Verantwortlichen beim Geschäfte machen und der Suche nach soliden Beteiligungs-Unternehmen mit starken Eigentümern und Managementteams.

Aufstellung im Umbruch

Über viele Jahrzehnte hinweg hat man eigenen Angaben zufolge eine breite Palette von Unternehmen besessen und betrieben, darunter Schaden- und Unfallversicherer, Lebensversicherer, Makler, Finanzgarantiegeber, Rückversicherer, Dienstleistungsunternehmen und Anlageberater. Man hat auch in benachbarte oder verwandte Unternehmen investiert, darunter Verbraucher-, Medien- und Technologieunternehmen, die über eine Versicherungs- oder Finanzdienstleistungskomponente verfügen. Täglich prüfen wir das gesamte Spektrum der aktuellen Möglichkeiten, aber immer mit Blick auf das, was hinter der Kurve liegt.

Durch die zuletzt getätigten Verkäufe von OneBeacon, Sirius Group und Symetra hat sich die Aufstellung der Gruppe grundlegend gewandelt. Die verwalteten Gelder sind dadurch seit dem vierten Quartal 2015 von 28 Mrd. USD auf 2 Mrd. USD gesunken. Nicht geändert hat sich nach Aussagen des Vorstands aber an der verfolgte Philosophie, die darin besteht, Kapital so zu investieren, um damit langfristig eine möglichst hohe Gesamtrendite zu erwirtschaften.

Buchwert je Aktie seit 2013 deutlich gestiegen

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, ist es dadurch von 2013 bis Ende Juni 2018 gelungen, den angepassten Buchwert je Aktie von 642 USD auf 912 USD zu steigern. In diesem Jahr ist dieser Buchwert bisher allerdings seit Ende 2017 um 3 USD gefallen.

wm

Quelle: White Mountains

Das den Stammaktionären zurechenbare Gesamtergebnis betrug im zweiten Quartal 3 Mio. USD und in den ersten sechs Monaten 2018 minus 45 Mio. USD, verglichen mit 14 Mio. USD im zweiten Quartal 2017 bzw. plus 43 Millionen USD in den ersten sechs Monaten 2017. Der Vorstand zeigte sich damit zufrieden, auch weil es gelungen ist, vorhandenes Kapital weiter zu investieren.

Für die Zukunft wollen die Verantwortlichen sich selbst und den Prinzipien von Gründer Jack Byrne treu bleiben. Das heißt, sie wollen weiterhin so operieren wie bisher. Der verfolgte Ansatz zur Generierung von Mehrwert besteht dabei im Wesentlichen aus einer opportunistischen Vorgehensweise, Geduld beim Investieren sowie dem Aufbau von dauerhaften Partnerschaften mit Eigentümern und Managementteams. Letztlich fußt alles das auf der Grundüberzeugung, dass es sich am Ende auszahlt, im Sinne aller Partner zu handeln, denn das garantiere den nächsten Deal und den Deal danach.

Das Geschäftsgebaren basiert letztlich auf den folgenden 4 Prinzipien:

  1. Das Versicherungsgeschäft steht an erster Stelle. Das heißt, Ein Versicherungsunternehmen muss die Grundlagen der Versicherung respektieren. Es muss eine realistische Erwartung des versicherungstechnischen Gewinns für alle gezeichneten Geschäfte bestehen und die Erfüllung dieser Erwartung im Laufe der Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Schadenquote und aller professionellen Versicherungsdisziplinen wie Preisgestaltung, Underwriting und Schadenmanagement nachgewiesen werden.
  2. Eine solide Bilanz bewahren. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft immer vollständig zu erfassen sind. Schadenreserven und Aufwandsreserven müssen solide sein, damit auch andere Aspekte des Geschäfts solide sein können. Preisgestaltung, Marketing und Underwriting hängen von einer fundierten Beurteilung der endgültigen Schadenkosten ab, die nur mit einer disziplinierten Bilanz effektiv bewältigt werden können.
  3. Investieren mit Blick auf die Gesamtrendite. In der Vergangenheit hat die Versicherungswirtschaft die Kapitalerträge (Zinsen und Dividenden) über die Kapitalgewinne gestellt. White Mountains investiert, um den Gesamtertrag im Laufe der Zeit zu maximieren. Wie es weiter heißt, verwaltet man die Anleihenportfolios für eine Gesamtrendite nach Steuern und investiert umsichtig in Aktien im Einklang mit der Berücksichtigung von Leverage und Versicherungsrisiken.
  4. Denken wie ein Eigentümer. Denn dieses hat einen eigenen Wert. Eine gute Arbeit erfordert demnach mehr als nur das Schielend auf den Gewinn in einem bestimmten Quartal. Das Denken wie ein Eigentümer umfasst vieles mehr und ist der Prüfstein für ein kapitalistisch geführtes Unternehmen.

Das Vorgehen sieht vor, den Unternehmen, an denen man sich beteiligt, ein solides Zuhause zu bieten. Im Gegensatz zu privaten Investmentgesellschaften, die an die zeitlichen Beschränkungen von Kommanditmodellen gebunden seien, investiere White Mountains langfristig in die Unternehmen, die man besitzt. Man denkt wie ein Eigentümer und nicht wie kurzfristige Finanzingenieure. Das oberste Ziel ist es, den inneren Wert pro Aktie der White Mountains langfristig überdurchschnittlich zu steigern. Dazu gehöre es auch, keine “Verfallsdaten” oder vorher festgelegte Exit-Strategien zu haben, sondern sich darauf zu konzentrieren, Eigentümern und Managementteams die notwendige Unterstützung, Werkzeuge, Kapital, Anreize und Freiheit zu geben, um ihr Geschäft erfolgreich zu führen.

Zahl der ausstehenden Aktien stark gesunken

Bei einem aktuellen Kurs von 929,94 USD wird der Titel derzeit in etwa auf Höhe des angepassten Nettoinventarwertes von 912 USD gehandelt. Bleibt es bei einem Multiplikator von 1, muss zur Erschließung von weiterem Aufwärtspotenzial für den Aktienkurs der Nettoinventarwert gesteigert werden. Bei diesem Versuch helfen dem Unternehmen die anhaltenden Aktienrückkäufe. So zog man im zweiten Quartal 2018 575.068 der Stammaktien für 505 Mio. USD ein.

Laut dem US-Finanzdienstleister Morningstar ist die Zahl der ausstehenden Aktien von 2008 bis heute von 10,24 Mio. auf 3,55 Mio. gesunken. Man vertraut folglich mehr auf das Instrument von Aktienrückkäufen als aus Dividenden, denn die Ausschüttung von zuletzt einem Dollar ist gemessen am Aktienkurs eher von symbolischer Natur. Der Kursentwicklung hat das aber langfristig nicht geschadet und investierte Anleger werden darauf hoffen, dass das skizzierte Strickmuster auch weiterhin in steigenden Notierungen resultiert.

Zwei der trendstabilsten Aktien Deutschlands

Als neues Unternehmen in Deutschland stabil steigende Gewinne zu schreiben ist bei Weitem nicht so einfach wie in den USA oder Teilen Asiens. Allerdings lässt sich schon beobachten, dass gerade Aktien aus den kleineren Indizes wie TecDAX oder SDAX das immer besser gelungen ist. Überraschend ist aber, dass sich an der Spitze unserer heutigen Global Trend Following-Liste ausgerechnet Unternehmen befinden, deren Geschäft mit der Geldindustrie zu tun haben. Der Verfall der Margen gilt halt nur für die „Old Industry“ der klassischen Filialbanken. Internetbanking boomt wie nie und davon profitieren die Anbieter der entsprechenden Technologien. Und das trotz stärkerer Regulierung des Spekulierens (an den Börsen) „Zocken“ mehr denn je gefragt ist, sieht man in den Straßenbildern Deutschlands (und Österreichs) nicht nur am Wachstum der Anzahl der Wettbüros, sondern auch am Erfolg der vielen Anbieter im Internet. Eine bemerkenswerte Entwicklung im so auf Sicherheit bedachten Deutschland. Im Folgenden besprechen wir daher zwei Werte aus diesen Branchen.

ts

(Tipp: Wir nutzen die Trendstabilitäts-Ranglisten auf dem TraderFox Trading-Desk, um die trendstabilsten Aktien zu identifizieren.)

Wirecard (3-Jahres-Trendstabilität 30,57)

Wirecard ist ein weltweit tätiges Technologie- und Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Aschheim bei München. Das Unternehmen wurde 1999 gegründet und ist über Tochtergesellschaften auf allen Kontinenten vertreten. Der Konzern bietet seinen Kunden Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr, das Risikomanagement sowie die Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten. Die Tochtergesellschaft, Wirecard Bank AG, verfügt über eine deutsche Banklizenz und hält eine Lizenz von VISA und Mastercard. Darüber hinaus bestehen Verträge u. a. mit American Express, Discover/Diners, JCB, Alipay, Apple Pay und China Union Pay. Die Aschheimer bedienen mit rund 4500 Mitarbeitern derzeit insgesamt 36.000 großen und mittlere sowie 191.000 kleinen Unternehmen. Das sorgt an der Börse für Wachstumsfantasie, Vorstandschef und Großaktionär Markus Braun sieht deshalb noch enormes Potenzial. Weltweit würden noch immer 80 bis 85 Prozent aller Zahlungen bar abgewickelt und Wirecard will daher möglichst viel davon künftig in elektronische Kanäle umleiten.

In der 2. Augustwoche hat der Konzern seine Zahlen für das 2. Quartal 2018 vorgelegt und dabei positiv überrascht. Das Umsatzplus betrug 40 % auf 477 Mio. €, der Nettogewinn legte kräftig um 46,7 % auf 82,4 Mio. € zu. Wirecard kauft stetig neue Firmen dazu, 2017 waren es insbesondere Geschäfte in Nordamerika und Asien. Vom Wachstum im ersten Halbjahr kam beim Umsatz gut die Hälfte aus eigener Kraft, der Rest durch Zukäufe. 2020 erwartet der Konzern nun mehr als 215 Mrd. € an Zahlungen statt wie bisher 210 Mrd. €. Der Umsatz soll dann auf mehr als 3 Mrd. € klettern, nach bisher eingeplanten 2,8 Mrd. €. 2017 waren es 1,5 Mrd. €. Die operative Marge lag mit 27,9 Prozent knapp unter dem Wert aus dem Vorjahr. 2020 soll sie zwischen 30 und 35 Prozent liegen. Das 2019er KGV liegt mit 44,4 deutlich über Durchschnitt der Branche.

839193c09766de6ce8ad64bd2fa189b04a9f3e20

Lotto 24 (3-Jahres-Trendstabilität 25,03)

Lotto24 wurde 2010 in Hamburg gegründet und ist ein Anbieter staatlicher Lotterien im Internet. Das Unternehmen entstand durch die Abspaltung des deutschen Geschäfts des internationalen Zweitlotterie-Anbieters, der heutigen Zeal Network SE. Die Hamburger vermitteln innerhalb Deutschlands Spielscheine von Kunden der 16 staatlichen Landeslotteriegesellschaften sowie die Deutsche Fernsehlotterie und erhalten dafür eine Vermittlungsprovision. Zum Angebot zählen u.a. Lotto 6 aus 49, Spiel 77, Super 6, EuroJackpot, GlücksSpirale, Spielgemeinschaften und Keno. Nach der Gründung im Jahr 2010 und dem Börsengang 2012 an der Frankfurter Börse (Prime Standard) ist Lotto24 in Deutschland heute Marktführer.

Seit 2013 legt Lotto24 sowohl bei Umsatz als auch Gewinn überproportional stark mit zweistelligen, prozentualen Wachstumsraten zu. 2017 hat sich der Trend etwas verlangsamt, für die kommenden Jahre sehen die Analysten allerdings wieder eine weitere Beschleunigung voraus. Im 2. Quartal 2018 übertraf das Unternehmen die Vorjahreswerte aufgrund der außergewöhnlich hohen Jackpots bei der europäischen Lotterie EuroJackpot deutlich. Das Transaktions-volumen erreichte 87,9 Mio. € und legte damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 61,1 % zu. Der Umsatz lag mit 10,9 Mio. € sogar 72,5 % über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Die Bruttomarge stieg unter anderem aufgrund der positiven Entwicklung der Spielgemeinschaften auf 12,4 % (Vorjahr: 11,6 %). In diesem Bereich verspricht sich Lotto24 auch weiteres starkes Wachstum, denn alleine im 2. Quartal 2018 konnte man 198.000 Neukunden (Vorjahr: 66.000) gewinnen. Die stark steigenden Gewinne ermöglichen ein fast schon moderates 2019er KGV von 49,5.

053ec888193b93d39b22b27753ba2466dee30b2e

Kone Corporation – Im Fahrstuhl hoch hinauf

Der Fahrstuhl- und Rolltreppenhersteller aus dem finnischen Espoo nahe Helsinki legte in den vergangenen 5 Jahren um knapp 50 % zu. Auf Sicht von 10 Jahren fuhr das Papier über 215 % hoch. Natürlich kann man als Anleger Angst bekommen, dass man hier etwas verpasst hat, wenn man die Aktie nicht besaß. Aber keine Sorge. Kone wird fair bewertet, und zwar mit einem KGV von weniger als 24 (2019). Außerdem winkt eine Dividendenrendite von 3,6 %, was saftig ist im gegenwärtigen Niedrig-Zins-Umfeld. Die Börsenwaage zeigt 21 Mrd. Euro an. Es spricht viel für eine Fortsetzung der Kursrally.

Geduldige Anleger können weiter am langfristigen Wohlergeben des Weltkonzerns partizipieren. Hier werden enorme Werte für Aktionäre geschaffen. TraderFox hat die Aktie computerbasiert als Perle entdeckt. Sie gehört zu unserem „High-Quality Stocks Europe Index“. Sie ist Teil von 20 sogenannten Burggrabenaktien. Ein langfristiger Firmenerfolg und eine stabile Geschäftsentwicklung zeichnet sich hier ab. Wer sich mit Kone beschäftigt, stellt schnell fest, dass es sich um ein kerngesundes Unternehmen handelt, das mit hohen Erträgen überzeugt. Die Eigenkapitalrendite landete voriges Jahr bei stolzen 34 %. Der Umsatz legt stabil zu. Die Bilanz ist stark.

Gründung 1910 als Reparaturshop

Gegründet wurde das Unternehmen 1910 als kleiner Reparaturshop für Maschinen, „Kone“ heißt auf Finnisch Maschine. Heute gibt es 55.000 Beschäftigte. Seit 2016 stieg der Umsatz von 8,6 über 8,7 auf 8,9 Mrd. Euro. Der Überschuss stagniert in dieser Zeit bei rund 1 Mrd. Euro. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis der Profit Fahrt aufnimmt.

Das Unternehmen zählt zu den führenden Lift-Bauern weltweit. In New Yorker Hochhäusern sind die Fahrstühle massenweise installiert. Ob Tokio oder Moskau, ob Schanghai oder Oslo, überall findet man das Logo. 450.000 Kunden haben die Finnen weltweit. Sie sind in 60 Ländern zuhause. 1,2 Millionen Gebäude haben Equipment von ihnen im Einsatz. Verdient wird nicht nur bei der Installation, sondern auch mit der Wartung. Dieses wiederkehrende Geschäft ist eine enorme Stütze. Etwa die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Wartung und Modernisierung, die andere Hälfte auf neues Equipment. 141.00 neue Fahrstühle und Rolltreppen lieferte der Riese 2017 aus. Jeden Tag befördert das Imperium inzwischen 1 Milliarde Menschen rund um den Globus.

Schöner Umsatzmix

Der Umsatz verteilt sich zu 41 % auf Europa, 39 % auf Asien und 20 % auf Amerika. Das Geschäft ist nicht kapitalintensiv. Der Geschäftsbericht sieht solide aus: Die Ebit-Marge (13,8 %) und der Cashflow (1,2 Mrd. Euro) sind gesund. Durch die weltweite Urbanisierung wird noch viel zu tun sein in den kommenden Dekaden. Immer mehr Fahrstühle und Rolltreppen sowie Türsysteme werden gebraucht. Die Anforderungen an Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit wachsen. Kone möchte davon profitieren. Alternden Aufzüge in den Metropolen zu ersetzen ist ein Zukunftsfeld. Was den Finnen in die Karten spielt, ist der fragmentierte Markt. Viele Mini-Firmen konkurrieren vor Ort. Es gibt aber nur wenig große Player, die das nötige Kapital für Großprojekte und die Forschung haben.

Wer sich Kone ins Depot legt, muss wissen: Einiges hängt natürlich vom Zustand der Wirtschaft in China und Nordamerika ab. Hier schwächelt es immer wieder. Die Strategie ist es, nach dem Motto „Winning with Costumers“ zu handeln. Den Kunden zu helfen steht im Fokus. Eine enge Partnerschaft mit dem Kunden ist das A+O, sagt der Vorstand. Ein echtes Service-Denken steht im Zentrum. Es geht immer mehr um Sicherheit, Geschwindigkeit und Transparenz in dem Geschäft. Mehr als 3.000 Patente hat der Konzern. 1,8 % des Umsatzes wandert in die Forschung. Weltweit haben die Finnen 9 Forschungszentren. 1.000 Mitarbeiter sind in ihnen beschäftigt.

Innovationspreis von „Forbes“

Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ adelte Kone als eines der innovativsten Konzerne weltweit mit Rang 59. In Europa steht der Weltmarktführer sogar auf Rang 7. „Wir sind stolz darauf für unsere Innovationen von Forbes wahrgenommen zu werden. Bei Kone haben wir großartige Chancen durch technische Disruption und eine sich ändernde Erwartungshaltung der Verbraucher. Wir können uns so im Wettbewerb besserstellen“, kommentierte CEO Henrik Ehrnrooth.“Wir wissen, dass die Urbanisierung neue Gebäude und Infrastruktur erfordert. Ich bin begeistert über das Potential, das vor uns liegt (…).“

Mithilfe des innovativen Dienstes „Kone 24/7“ hat sich die Sicherheit und Vorhersagbarkeit erhöht. Dank der bahnbrechenden Technologie lassen sich Fehler bei Fahrstühlen und Rolltreppen vorhersagen. Entfernt werden zunehmend schwere Stahlseile durch die Innovation namens „Kone UltraRope“. Das reduziert das Gewicht. So können Menschen schneller und effizienter befördert werden.

Urbanisierung sorgt für Rückenwind

Was Wachstumstreiber sind, ist die zunehmende Urbanisierung. Die alternde Gesellschaft erfordert ebenso mehr Equipment wie Rolltreppen oder Fahrstühle. Die installierte Basis muss stetig erneuert beziehungsweise modernisiert werden. Das füllt das Auftragsbuch automatisch. Mit der wachsenden Zahl der installierten Fahrstühle wächst das Wartungsgeschäft. Der Service ist eine stabile Säule. An der Sicherheit und der Funktionalität will kaum jemand dauerhaft sparen. Die Kunden sind treu. 95 % verlängern jährlich ihren Vertrag. Natürlich hängt der Einbau von neuem Equipment von der Baukonjunktur ab. Diese Sparte folgt dem konjunkturellen Zyklus.

Im laufenden Jahr möchte Vorstandschef Henrik Ehrnrooth den Umsatz um 3 bis 7 % ausbauen. Das bereinigte EBIT soll bei 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro landen nach zuvor 1,2 Mrd. Euro. Die mittel- und langfristigen Perspektiven stimmen. Seit 2010 steigt der Umsatz um durchschnittlich 9 %, der Auftragseingang nimmt um 10 % zu. Das EBIT verbesserte sich in dieser Zeit um 8 % annualisiert. Die Aktionäre sind dem Management wichtig. Seit 2006 erhöhten sie annualisiert die Dividende um 19 %. Zuletzt flossen 1,65 Euro je Aktie.

2. Quartal durchwachsen

Mitte Juli meldete Kone, dass der Profit unter Druck steht. Aber bis Ende des Jahres werde man die Magenschwäche in den Griff bekommen. Der Grund: Die Finnen haben ihre Preise nach oben geschraubt, vor allem in China. In der Schweiz ist Schindler, in Deutschland ThyssenKrupp ein ernster Rivale. Hinzu kommt Otis in den USA. Sie alle kämpfen um die Gunst der Kunden – zum Teil kämpfen sie beim Preis. In China reduzierten die Riesen ihre Preisvorstellungen, um ja den Fuß in die Tür zu bekommen, denn das Reich der Mitte ist der größte Fahrstuhlmarkt der Welt geworden.

Im 2. Quartal sank das operative Ergebnis um 10 % auf 300 Mio. Euro. Analysten hatten laut Finanzagentur Reuters 316 Mio. Euro erwartet. „Unsere bereinigte EBIT-Marge wurde durch Preisdruck aus China belastet kombiniert mit höheren Preisen für Rohmaterial“, redete CEO Ehrnrooth Klartext. Aber das Geschäft zieht in allen Ecken der Welt an, ergänzte er. Die Auftragsbücher füllen sich zügig. Das trage bald Früchte, frohlockte der Manager. „Wir wachsen jetzt in China, obwohl der dortige Markt stagniert.“ Bis 2020 will der Cheflenker 100 Mio. Euro einsparen – ein Jobabbau soll ihm hier helfen.

Milliardär bestimmt die Geschicke

Der finnische Milliardär Antti Herlin besitzt über 50 % der Aktien. Schon sein Großvater arbeitete in den 1930er-Jahren in einer führenden Position im Konzern. Der 60-jährige Nachfahre Antti Herlin überwacht jedenfalls heute als Chairman die Geschäfte. Forbes schätzt sein Privatvermögen auf 4,5 Mrd. USD. Er hat mit ThyssenKrupp eine Fusion ausgelotet. Das hat die Wirtschaftszeitung Handelsblatt im Juli berichtet. Schon vor 2 Jahren hatten sich die beiden Konzerne zusammengesetzt und über einen Deal diskutiert. Damals hatte das Gespräch ThyssenKrupp-CEO Heinrich Hiesinger eingefädelt. Eine Fusion der beiden Aufzugs-Imperien würde die weltweite klare Nr. 1 bedeuten. Es wäre ein mächtiger Dino. Ehrnrooth sagte: „Es gibt Raum für eine Konsolidierung in der Branche … Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um es zu machen.“ Am 25. September findet in Helsinki der Capital Markets Day für Anleger statt. Von dem Event kann ein neuer Impuls für den Kurs ausgehen.

Fazit:
Natürlich kann TraderFox nicht garantieren, dass der Fahrstuhlbauer sich in den kommenden Jahren positiv entwickeln wird. Aber die bisherige Entwicklung zeigt, dass hier enorme Chancen bestehen. TraderFox ist jedenfalls der Überzeugung, dass das Unternehmen weitere Erfolge feuern wird. Wir glauben, es wäre weise, wenn sich hier Anleger langfristig positionieren.

kone-dia kone-info

Hermès International SA – Luxus aus Frankreich 

Der Edelschneider wuchs im 1. Halbjahr prozentual zweistellig. Für Rückenwind sorgt die hohe Nachfrage aus China. TraderFox hat die Aktie auf Basis des computerbasierten Screenings als Top-Werten in Europa identifiziert.

Bekannt ist der Luxusartikelhersteller für seine Birkin-Handtaschen. Beim Auktionshaus kam eine Designertasche schon für 244.000 Euro unter den Hammer. Es ist die teuerste Handtasche der Welt. Die Taschen gibt es aber schon ab 10.000 Euro. Rare Sammlerstücke gelten als phänomenale Renditeobjekte. Sie können mehr als Bitcoin erzielen.

Erstes Halbjahr: 11 % mehr Umsatz

Per Ende Juni legte der Umsatz auf konstanter Währungsbasis um 11 % auf 2,9 Mrd. Euro zu. Alle Sparten befinden sich im Plus. Die Franzosen haben keine Ergebniszahlen bekannt gegeben, sie sollen aber nahe des Rekordniveaus aus der 1. Jahreshälfte 2017 liegen. Im September möchte Vorstandschef Axel Dumas den Bericht vorlegen. Im 2. Quartal legte der Umsatz um 12 % zu. In dem Vierteljahr kam Asien um 15 % voran, wenn man Japan ausklammert. Lederprodukte ist die wichtigste Sparte, sie verbesserte sich um 8 %.

In China ist die Nachfrage besonders prächtig. Dort wird die Mittelschicht immer vermögender. Der Appetit auf Luxusgüter nimmt mit dem Einkommen zu. Dumas reagiert auf die gute Stimmung in dem gelben Riesenreich mit der Eröffnung neuer Filialen. Auch in Hongkong kamen neue Flaggschiff-Niederlassungen dazu. Um den Schwung beizubehalten, reduzierten die Franzosen in China die Preise um 4 %. Dumas sagte, dass er zuversichtlich ist, mittelfristig das Umsatzwachstum aufrecht zu erhalten, wenngleich es „zunehmend wirtschaftliche, geopolitische und monetäre Unsicherheiten rund um den Globus gibt“. Seit 3 Jahren baut die Gruppe ihre Umsätze um im Schnitt 10 % aus.

Kurs ist nahe des Allzeithochs

Die Aktie kostet 543 Euro. In der Spitze erreichte die Notiz schon 615 Euro Ende Mai. Es spricht viel dafür, dass sich die Kursrally fortsetzt und ein neues Allzeithoch ausgebildet wird in den kommenden Quartalen, sofern es nicht zu einer merklichen Abkühlung der Weltkonjunktur kommen sollte. Hermès ist Teil des französischen Indexes CAC 40.

Die Bewertung mit einem 40er-KGV (2019) ist zugegeben üppig. Im Vergleich zu anderen Luxusgüter-Anbietern müssen Anleger hier tief in die Tasche greifen. Dafür bekommen sie aber einen hochsoliden Familienkonzern, dem das langfristige Wohlergehen wichtig ist. Bislang zahlte sich das fürstlich aus. Seit dem Tiefpunkt 2012 bei 209 Euro hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Das dürfte erst der Anfang sein. Analysten sind langfristig von den Perspektiven des Konzerns überzeugt.

Strafzölle für China eine Gefahr

Natürlich stellt sich die Frage, ob die Strafzölle mit denen sich die USA und China gegenseitig übertrumpfen, die Nachfrage abschwächen können. Bislang ist bei den ikonischen Modestücken von einer Abschwächung nichts zu spüren in China. Umsatz und Margen befinden sich auf Rekordniveau. Alles, was teuer und edel ist, geht weg wie warme Semmeln bei dem Milliardenvolk. Das Beratungshaus Bain & Co geht davon aus, dass China 32 % des globalen Luxusmarktes ausmacht. Die Handelsbarrieren können aber eines Tages zum Vertrauenseinbruch führen, warnen Ökonomen. Der Aktienmarkt hat in China schon gelitten. Das wiederum kann einen Einfluss auf das Konsumverhalten haben, weil sich die Verbraucher „ärmer“ fühlen.

Hermès hat wiederholt darauf hingewiesen, dass es keine Abschwächung erkennen kann. Hermès ist clever, wie es mit den Konsumenten umgeht. So gibt es für die Kult-Handtaschen lange Wartelisten, berichtet die Finanzagentur Bloomberg. Anstatt die begehrtesten Handtaschen zu kaufen, begnügen sich dann die Fans mit feinen Schals oder teuren Uhren.

Gesalzene Preise

Im jüngsten Geschäftsbericht Vorstandschef Axel Dumas klar, dass Kunden die Ware unglaublich schätzten. Die Kleidungsstücke, Schuhe, Düfte, Krawatten, Uhren. Dank der hohen emotionalen Bindung kann er Preise beispielsweise für Accessoires verlangen, die kaum ein Konkurrent bekommt. „Die Gegenstände, die wir tragen, geben uns ein gutes Gefühl. Sie sind unsere Begleiter, beständig oder unbeständig, regelmäßig oder gelegentlich“, sagt er. Die Hauptaufgabe von Hermès bestehe darin, erfolgreiche Menschen mit besonders hochwertiger Ware zu versorgen.

Das ist ihm gut gelungen. 2017 summierte sich der Umsatz auf 5,54 Mrd. Euro. Ein Rekord. Auf Basis konstanter Währungen entsprach das einem Anstieg um 9 %. In der Kasse klingelten 1,22 Mrd. Euro Überschuss. An Bord sind 13.500 Beschäftigte. Davon sind 8.300 in Frankreich.

180 Jahre alte Sattlerei

Alles begann 1837 in Paris, als der Pferdegeschirr-Macher Thierry Hermès die Firma gründete. Noch heute ist das Pferd im Logo. Der Gründer kam übrigens 1801 im deutschen Krefeld zur Welt, dem damaligen Reich Napoleons. 1821 zog Hermès nach Frankreich. Von der feinen Handwerkskunst habe das Modehaus bis heute nichts eingebüßt, betont der Familienbetrieb. 1880 zog der Sohn des Gründers in die berühmte 24 Faubourg-Saint-Honoré-Straße um, die noch immer der Sitz ist.

Thierry Hermès verkaufte in den Anfangsjahren nur Pferdesattel. Als das Auto kam, diskutierten die Brüder, ob sie nicht die Firma schließen sollten, weil das Geschäft eingebrochen war. Sie entschieden sich weiter zu machen. Sie konzentrierten sich auf Reisezubehör. Weil mehr gereist wurde und der Wohlstand explodierte, zahlte sich das aus. Seit jeher spielt die Firma eine zentrale Rolle in der Familie. Axel Dumas studierte Philosophie in Sorbonne, anschließend Jura und Wirtschaftswissenschaften in Harvard. Er arbeitete zunächst bei der französischen Großbank BNP Paribas, bevor er in den Familienbetrieb wechselte.

Noch heute spielen Sattel eine Rolle. Aber das Brot- und Buttergeschäft sind andere Lederartikel (50 % vom Umsatz), Kleidungsstücke (21 %), Parfüm (5 %), Uhren (3 %), Schmuck, Einrichtungsgegenstände. Selbst Tapeten und Porzellan gehören zum Sortiment. Lederwaren und Sattlerei, das ist das ursprüngliche Herzstück von Hermès. Daran hat sich bis heute erstaunlicherweise nichts geändert. In den feinen Läden sind überwiegend Taschen für Männer und Frauen, Aktentaschen, Gepäck, Kleinlederwaren, Tagebücher und Schreibgegenstände zu finden nebst Krawatten.

Die Lederwaren werden nach strengen Kriterien ausgewählt. Erfahrene Sattler-Lederarbeiter geben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. „Die tägliche Arbeit der Künstler, die geduldig das rohe Leder herstellen und gestalten, verleiht diesen einzigartigen Objekten ein unverwechselbares zusätzliches Maß an Seele“, schwärmt der Konzern.

Alles wird in Frankreich hergestellt

Heute arbeiten 3.200 Sattler-Lederarbeiter in 16 Ateliers in Paris, Pantin und verschiedenen Regionen Frankreichs. Aufgrund der starken Nachfrage eröffnete der Vorstand im Juni 2017 zwei neue Lederwarenwerkstätten in der Normandie und im südfranzösischen Limousin. Im Dezember kam der Bau eines dritten Werkes in der Franche-Comté dazu. Hermès produziert ausschließlich in Frankreich. Der Vorstand kommt kaum nach mit der Expansion. Er muss ständig neue Standorte in der Heimart finden. Das geeignete Personal zu finden, ist eine Herausforderung. Bis 2020 sollen 2 neue Lederwarenwerkstätten in der Gironde und in Seine-et-Marne eröffnen.

Um geeignete Nachwuchskräfte zu bekommen, achtet die Führungsspitze darauf, die Fähigkeiten der Handwerker durch eine Reihe von Ausbildungs- und professionelle Qualifikationsprogramme auf einem hohen Niveau zu halten. Die Programme bietet die eigene Hermès-Akademie an. Eine Reihe von Partnerschaften mit Ausbildungseinrichtungen in den betreffenden Regionen helfen. Stets wird die lokale Wirtschaftsförderung eingebunden. Bevor ein Standort ausgewählt wird, müssen die Stadtverantwortlichen ihre Unterstützung zusagen.

Im Mittelpunkt steht nicht nur die Tradition, sondern es geht auch um Kreativität. Kunden erwarten zahlreiche neue Produkte. Taschen im femininen Stil sind Kassenschlager. Ungewöhnliche Designs sind Augenfänger. Ein auffälliges „H“ auf der Tasche, Edelsteine auf dem Leder, Stickereien sind gefragt. Zum Einsatz kommen Lammfellfutter, Filz, Wolle, Seide, goldene Ketten. Mit der Zeit Schritt zu halten ist die große Kunst.

Wichtigster Absatzmarkt ist Asien, wo 35 % der Einnahmen eingetütet werden. Auf Amerika entfällt 18 %, auf Japan 13 %. Europa steht für 19 %, Frankreich steuert 14 % bei. Vorstandschef Axel Dumas leitet den Riesen knochenkonservativ. Er hat 3 Mrd. Euro in der Kasse. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital beträgt königliche 57 %. Wie stetig Umsatz, Cashflow und Ergebnis steigen, ist verblüffend. Wie ein Schweizer Uhrwerk tickt der Konzern. Ihn scheint nichts aus der Ruhe zu bringen.

Aktionärsfreundlicher Vorstand: Sonderdividende

Auf eine aktionärsfreundliche Politik legt der Vorstand großen Wert. Voriges Jahr gab es eine Sonderdividende von 5 Euro nebst der Standardausschüttung von 4,10 Euro. Der Grund für den warmen Geldregen: Die Kriegskasse wird immer voller. Der Cashflow fließt in Rekordsummen. Die Mittel werden nicht gebraucht, weil Übernahmen keine zentrale Rolle spielen. Also erhalten die Aktionäre das überflüssige Geld. Daran wird sich nichts ändern. „Wir haben keine Schulden. (…) Und es ist ein historisches Jahr“, begründete Axel Dumas die hohe Ausschüttung. „Es scheint Sinn zu machen, eine außergewöhnliche Dividende zu zahlen gemessen an unserem Bargeldbestand und des guten Trends des Geschäfts.“

Rückenwind kommt vom Online-Handel. Die digitale Strategie kam langsam. Schrittweise wurde 2017 eine neue Website eingeführt. Zunächst ging sie in Kanada, dann in den USA an den Start. Es folgte Europa. Ende 2018 soll in China die Webpräsenz modernisiert werden.

Der redaktionelle Inhalt spiegelt die Vielfalt der Designs wider. Im Internet informiert der 180 Jahre alte Konzern mehr denn je über die wichtigsten Ereignisse wie zum Beispiel neue Produkte oder Ausstellungen. Die Inhalte werden über die sozialen Netzwerke insbesondere Facebook, Twitter, Line, WeChat und Instagram verbreitet. Auf Facebook folgen 3 Millionen Fans. Es geht darum, die Sichtbarkeit der Marke zu erhöhen.

Aber selbst ohne das Web dürfte das Geschäft vermutlich weiter wie am Schnürchen laufen. Hermès glänzt seit Jahren mit kontinuierlichem Wachstum in Verbindung mit enormer Profitabilität. Die Mode ist zeitlos, sie kommt immer gut an. Aber das neue E-Commerce-Angebot hat es in sich. Je mehr Produkte ins Web kommen, desto schneller kann Absatz Fahrt aufnehmen. Die durchschnittliche Besuchszeit hat sich schon massiv erhöht – das Smartphone ist der bevorzugte Weg.

Mittelfristig soll das neue Design und ein besserer Kundenservice im Web helfen, den zusätzlichen Verkaufskanal zu stärken. Schon 2017 war die Website der führende Absatzkanal für Krawatten, Schmuckaccessoires und Parfums. An zweiter Stelle stand er für Seidentücher und Damenschuhe.

Familienimperium mit langer Tradition

Axel Dumas leitet in der sechsten Generation das Familienimperium. Der Mix aus Super-Yachten, Edelgürteln und Seidentüchern sowie Kelly-Lederhandtaschen ist breit gefächert. Mit einer langen Warteliste erhöht der Markenprofi noch die Beliebtheit bestimmter Produkte. Spezielle Birkin-Taschen sind so beliebt, dass Kunden mehrere Monate warten müssen. Jane Birkin ist eine britische Sängerin. „Normalerweise hörten solche Dynastien spätestens in der dritten Generation auf zu existieren“, erläuterte der Chef gegenüber einer Zeitung. Um nicht auf der Strecke zu bleiben, baut er den Online-Handel aus. 70 % des Umsatzes wird mit kleinen Gegenständen wie Krawatten, Schals, Gürteln, Modebeiwerk oder kleinen Lederwaren erzielt. Dafür eignet sich der Online-Handel geradezu. Etliche Familienmitglieder bekleiden Führungspositionen. Der Cousin des Chefs, Pierre-Alexis, ist eine Art Kreativ-Direktor.

Wachsender Hunger auf Luxus

Der weltweite Markt für Luxus wird größer. Die Nachfrage aus China ist überwältigend. Hinzu kommt der wachsende E-Commerce-Anteil und die jüngere Kundschaft. All das sorgt für mehr Nachfrage. Beeindruckend ist die Disziplin. Es wird mit einer großen Ruhe gearbeitet. Nichts wird überstürzt. Bezahlt wird alles aus dem Cashflow. Schulden werden abgelehnt. Alles wird intern entwickelt. Selbst die Online-Shops. Nach außen vergibt Hermès ungern Aufträge.

Fazit:
Die Aktie eignet sich für Anleger mit langem Atem. Der Traditionskonzern dürfte weitere Generationen vom Luxustrend profitieren. Die Expansion ins Internet eröffnet neue Absatzkanäle. Diese neuen Kundenschichten sind nicht mal ansatzweise erobert worden.

hermes-dia hermes-info

DAX-Gründungsmitglied Henkel überzeugt mit Qualität, Konstanz und Weitblick

Trotz eines Status als Qualitäts-Aktie tritt der Aktienkurs von Henkel seit Februar 2015 letztlich nur auf der Stelle. Doch als Value-Marathon-Läufer hat der DAX-Wert vermutlich die nötige Ausdauer, um sich langfristig auch an der Börse wieder erfolgreich durchzusetzen. Klar formulierte strategische Vorgaben klingen jedenfalls stimmig und machen zumindest auf Sicht zuversichtlich.

Im DAX sind bekanntlich die 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen enthalten. Diese hervorgehobene Stellung bedeutet aber noch lange nicht, dass alle in dem Leitindex vertretenen Gesellschaften ständig viele Schlagzeilen machen. Vielmehr gehören zu dem Elitekreis auch Firmen, die sich relativ bedeckt halten und eher etwas im Verborgenen wachsen und gedeihen.

Zu dieser Gruppe ist mit Henkel AG & Co. KGaA eines der DAX-Gründungsmitglieder (Start am 1. Juli 1988) zu zählen. In diesem Fall hat die oftmals demonstrierte vornehme Zurückhaltung mit dem Familiencharakter zu tun, den sich dieses Unternehmen trotz der bereits im Jahr 1876 erfolgten Gründung, einer Mitarbeiterzahl von weltweit mehr als 53.000 und der im Geschäftsjahr 2017 erstmals übersprungenen 20 Mrd. Euro Umsatzmarke bis heute bewahrt hat.

Das wiederum lässt sich sicherlich auch auf die nach wie vor bestehende Nähe zur Henkel-Familie zurückführen. Diese ist als Mehrheitsaktionärin langfristig an den Konzern gebunden, da es einen derzeit bis zum Jahr 2033 laufenden Aktienbindungsvertrag über rund 61 % der stimmberechtigten Stammaktien gibt. Im DAX sind übrigens die Vorzugsaktien enthalten, die auch deutlich liquider sind, weil mit Ausnahme der eigenen Aktien von 2,07 % die Vorzugsaktien (ISIN DE0006048432) vollständig im Streubesitz sind.

Bekanntes Marken-Portfolio

Auch wenn sich die Gesellschaft gerne aus den Medien-Schlagzeilen heraushält, so ist man natürlich trotzdem sehr bekannt. Das ist auch kein Wunder, schließlich handelt es sich bei den Düsseldorfern um einen der größten Konsumgüterkonzerne der Welt. Marken wie die Wasch- und Geschirrspül-Mittel Persil und Weißer Riese oder Pril, Haarkosmetik-Produkte wie Schwarzkopf oder Schauma und Klebe-Produkte wie Pritt oder Pattex sind Namen des alltäglichen Hausgebrauchs.

Längst nicht jeder ist sich aber darüber bewusst, wie oft wir auch sonst im Alltagsleben mit den Produkten von Henkel in Berührung kommen. Als Beleg dafür taugt die unlängst zu Ende gegangene Fußball-Weltmeisterschaft, denn selbst bei diesem Mega-Event war der Konzern hautnah dabei. Denn heutzutage werden Fußballschuhe geklebt statt genäht, sodass der Schuh leichter und flexibler ist und in jeder Produktionsphase kommen laut Aussage des Unternehmens Henkel-Klebstoffe zum Einsatz. Auch bei Schienbeinschonern ist man im wahrsten Sinne des Wortes hautnah dabei. Sind es doch Klebstoffe von Henkel, welche die feste äußere Schale mit dem weichen Dämpfungselement im Inneren verbinden, sodass die Modelle nicht drücken und sich dem Bein optimal anpassen.

Drei Standbeine

Die Düsseldorfer mischen also in vielerlei Hinsicht mit, wobei das Konzerngerüst auf den drei strategischen Geschäftsfeldern Wasch- & Reinigungsmittel (Laundry & Home Care), Kosmetik & Körperpflege (Beauty Care), sowie Klebstoffe, Dichtstoffe & Oberflächentechnik (Adhesive Technologies) steht. Im letztgenannten Bereich ist man globaler Marktführer, aber auch in den beiden anderen Segmenten ist man in vielen Märkten und Kategorien führend.

Etwas konkreter beschrieben produziert der Bereich Adhesive Technologies, der im Vorjahr einen Umsatz von 9,387 Mrd. Euro generierte, Klebstoffe, Dichtstoffe und Funktionsbeschichtungen für Industriekunden sowie Konsumenten, Handwerk und Bau. Der Bereich Beauty Care, der 2017 einen Umsatz von 3,868 Mrd. Euro erwirtschaftete, ist im Markenartikelgeschäft in den Bereichen Haarkosmetik, Körper-, Haut- und Mundpflege tätig sowie im Friseurgeschäft. Das dritte Standbein Laundry & Home Care erzielte im Vorjahr einen Umsatz von 6,651 Mrd. Euro und ist weltweit im Markenartikelgeschäft für Wasch- und Reinigungsmittel aktiv.

 

Qualifikation als Value-Marathon-Aktie

Das Unternehmen profitiert nicht nur im Geschäftsleben sondern auch an der Börse von seinem guten Ruf. Letzteres lässt sich auch daran ablesen, dass Henkel im TraderFox High-Quality-Stocks Europe Index enthalten ist. Das gelingt nur Aktien, die unter anderem mit hohen und stabilen Nettogewinnmargen, mit hohen Eigen- und Gesamtkapitalrenditen, mit stabilem Umsatz- und Gewinnwachstumsraten sowie mit geringem Verschuldungsgraden aufwarten können.

Alles das hat der DAX-Vertreter zu bieten, wie auch das sehr gute Abschneiden beim Value-Marathon-Scoring der DZ Bank bestätigt. Hierbei suchen die Analysten des Frankfurter Kreditinstituts nach Unternehmen, die in den vergangenen 10 Jahren große Ausdauerleistungen vollbracht haben. Bei diesen Dauerläufern handelt es sich um Gesellschaften, die ein nachhaltiges Wachstum dank eines offensichtlich geschützten Geschäftsmodells erreicht haben.

Um solche Marathon-Titel herauszufiltern und deren Trainingsstand zu beurteilen, greift die DZ Bank auf Parameter wie Unternehmensumsatz, den Gewinn (EBIT), Unternehmens- und Buchwert zurück. Laut diesem Test hat Henkel den Umsatz in den vergangenen 10 Jahren 9 Mal erhöht und zwar im Schnitt um 4,4 %. Beim EBIT gelang 9 Mal eine Steigerung von im Schnitt 7,9 %, während es mit dem Unternehmenswert ebenfalls 9 Mal um 10,4 % p. a. nach oben ging. Der Buchwert je Aktie erhöhte sich sogar in allen 10 Fällen und zwar im Schnitt um 10,7 %. Mit 37 von maximal 40 möglichen Punkten macht das die Düsseldorfer nach Fresenius zum zweitbesten DAX-Vertreter unter den Marathon-AGs der DZ Bank.

Ziele versprechen Wachstum

Wie Konstanz aussieht, demonstrierte Henkel in den vergangenen Jahren im Übrigen auch anhand der um einmalige Aufwendungen und Erträge bereinigten EBIT-Marge. Denn diese ist von 2013 bis 2017 kontinuierlich von 15,4 % auf 17,3 % gestiegen.

Geht es nach den Verantwortlichen, dann ist bei der EBIT-Marge das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Zu den für den Zeitraum 2016 bis 2020 formulierten finanziellen Ambitionen gehört es jedenfalls, die bereinigte EBIT-Marge weiter zu steigern. Weiter nach oben gehen soll es demzufolge auch mit dem freien Cashflow. Beim Umsatz strebt der Vorstand zudem für den genannten Zeitraum bis zum Jahr 2020 ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 2–4 % an. Zudem lautet das Ziel, das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 7–9 % zu erhöhen.

Eindeutig formulierte Prioritäten

Die Strategie 2020+ versteht man intern als Grundlage, auf der man eine erfolgreiche Zukunft für das Unternehmen gestalten will. Um bis zum Jahr 2020 und darüber hinaus weiter nachhaltig profitabel zu wachsen, verfolgt Henkel 4 strategische Prioritäten: Wachstum vorantreiben, Digitalisierung beschleunigen, Agilität steigern und in Wachstum investieren.

Strategische Prioritäten und Initiativen

Obwohl der Konsumgüterkonzern die beackerten Märkte bereits ziemlich stark durchdrungen hat und man auch schon rund 40 % der Umsatz in den aufstrebenden Volkswirtschaften generiert, gibt es sicherlich noch immer Verbesserungsmöglichkeiten und Wachstumschancen. Beim Versuch diese zu erschließen, helfen als Pluspunkte ein ausgewogenes und breit diversifiziertes Portfolio mit starken Marken, innovativen Technologien und führenden Positionen in attraktiven Märkten und Kategorien. Nicht zu unterschätzen als Vorteil ist auch die starke Unternehmenskultur sowie die klar vorgegebenen Werte, zu denen auch ein Fokus auf nachhaltiges Agieren und Wirtschaften zählt.

Jahresprognosen müssen halten

Nachdem es im Geschäftsjahr 2017 noch gelungen war, nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Ergebnis und der Marge dank der Fokussierung auf Markenprodukte und Effizienzsteigerungen neue Bestmarken zu erzielen, hatte Henkel im 1. Quartal 2018 einen kleinen Dämpfer hinnehmen müssen. Wegen Logistikproblemen in Nordamerika sowie negativen Wechselkurseffekten hat man in den ersten drei Monaten operativ etwas weniger verdient. Und konzernweit stieg der Umsatz organisch mit 1,1 % nur leicht an.

Der Vorstandschef Hans Van Bylen sah das Unternehmen aber bereits im 2. Quartal beim Versuch auf einem guten Weg, auf ein normales Servicelevel zurückzukehren. Zudem bleiben auch nach dem etwas schwächeren 1. Quartal die Jahresziele unverändert. Diese sehen ein organisches Umsatzwachstum von 2–4 %, eine bereinigte EBIT-Marge oberhalb von 17,5 % und beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie einen Anstieg von 5–8 % vor. Wie das 2. Quartal verlaufen ist, dürfte nicht zuletzt auch von der Währungsseite abhängen, von der zuletzt Gegenwind ausging.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass mit Russland und der Türkei die für Henkel größten osteuropäischen Märkte derzeit mit einigen Herausforderungen zu kämpfen haben. Eine weitere kommunikative Aufgabe für die Verantwortlichen besteht darin, den Marktteilnehmern zu erklären, wie es gelingt, geplante Preiserhöhungen durchzusetzen, mit dem vorherrschenden Preisdruck umzugehen, der vornehmlich über die Rohstoffpreis-Schiene kommt und wie genau der Ausbau des Digitalgeschäfts gelingen soll, wenn das wie bereits früher angedeutet ohne eigene Online-Shops passieren soll.

Zukäufe Teil der Strategie

Zum Versuch, ein nachhaltig profitables Wachstum zu erzielen, gehören auch weiterhin Akquisitionen als integraler Bestandteil dazu. Dem Vernehmen nach liegt dabei im Unternehmensbereich Adhesive Technologies der Fokus auf dem Ausbau der Technologieführerschaft, während in den Unternehmensbereichen Beauty Care und Laundry & Home Care die Stärkung der Kategorien im Mittelpunkt steht. Mitte Juli ist man bei Aislantes Nacionales S.A., einem führenden Unternehmen auf dem chilenischen Markt für Fliesenklebstoffe und Baumaterialien eingestiegen, wobei es hier um einen Umsatz von zuletzt 80 Mio. Euro ging.

Finanziell ist das DAX-Mitglied auch für weitere Zukäufe gerüstet. Schließlich war die Bilanzstruktur zum 31. März 2018 bei einer Eigenkapitalquote von 53,8 % und einem Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum bereinigten EBITDA von 0,9 als sehr solide zu bezeichnen. Wobei in der Vorgabe zum Gewinn je Aktie in der Strategie 2020+ nur kleinere und mittlere Akquisitionen, aber keine bedeutenden Akquisitionen oder ein Aktienrückkauf berücksichtigt sind.

Steigende Gewinnschätzungen

Der Analystenkonsens ist offensichtlich recht zuversichtlich gestimmt, dass es dem Konzern gelingt, auf Wachstumskurs zu bleiben. Den Schätzungen zufolge soll das Ergebnis je Aktie von 2017 bis 2022 jedenfalls von 5,85 Euro auf 8,04 Euro steigen. Auf letztgenannter Basis würde sich somit das geschätzte KGV bei 13,6 bewegen, was vertretbar erscheint. Außerdem gehen Analysten auch mit Blick auf die Dividende, die bei den Vorzugsaktien seit 2009 bereits von 0,53 Euro auf 1,79 Euro je Aktie gestiegen ist, bis 2021 mit weiteren Anhebungen bis auf 2,31 Euro je Anteilsschein aus.

Kommt alles wie skizziert, hätte Henkel den Status als Qualitätsaktie auch in den kommenden Jahren praktisch sicher. Dann besteht auch eine Chance auf ein Ende des charttechnischen Seitwärtstrends, der sich seit Februar 2015 breitgemacht hat. Vielmehr ist dann eine Wiederaufnahme der ganz langfristigen Aufwärtstrends denkbar, die der Aktie von Februar 2009 ausgehend von 17,84 Euro und seit Juli 1996 ausgehend von 9,97 Euro bis Juni 2017 einen Anstieg bis auf 128,90 Euro beschert hatten.

henkel-dia henkel-info

Fuchs Petrolub – Es läuft wie geschmiert!

Fuchs Petrolub hat sich als einer der führenden Player im Bereich Hochleistungs-Schmierstoffe positioniert. Dank einer klugen Langfrist-Strategie und strategisch geschickten Akquisitionen sollte sich die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren deutlich dynamischer gestalten. Auch technisch macht die Aktie eine gute Figur und steht vor dem Angriff auf das Jahreshoch!

Attraktive Nischenmärkte mit hohen Markteintrittsbarrieren bescheren Unternehmen über einen langen Zeitraum hinweg überdurchschnittlich hohe Ergebnis- und Umsatzzuwächse. Denn hohe Markteintrittsbarrieren schützen die Anbieter meist vor unliebsamer Konkurrenz, wodurch man in der Lage ist, seine Marktmacht durch Preiserhöhungen auszuspielen, was überdurchschnittlich hohe Margen garantiert. Ein typisches Beispiel aus dieser Kategorie ist der Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub, der dank seiner konsequent umgesetzten Expansionsstrategie zu den weltweit führenden Anbietern gehört. Mit einer durchschnittlichen Nettogewinnmarge von 12 % im Schnitt der letzten drei Jahre gehört Fuchs Petrolub zu den Qualitätsunternehmen der TraderFox-Auswahlrangliste. Zuletzt überzeugte man mit starken Zahlen und gab einen optimistischen Ausblick auf das laufende Fiskaljahr. Auch technisch macht die Aktie einen starken Eindruck und sollte mit dem Breakout auf ein neues Jahreshoch die Trendfortsetzung einleiten!

Qualität macht den Unterschied!

Gegründet im Jahr 1931 entwickelte sich das Familienunternehmen zu einer der erfolgreichsten Wachstumsstorys der Nachkriegsgeschichte im deutschen Mittelstand. Denn unter der Ägide der Gründerfamilie Fuchs, die auch heute noch über die Fuchs Protective Association 51,7 % der Stammaktien hält, gelang es das Traditionsunternehmen durch konsequente Expansion und gezielte Zukäufe zu einem internationalen Player auf dem Weltmarkt zu formen. Fuchs Petrolub verdankt seinen beispiellosen Erfolg seinen qualitativ hochwertigen Produkten, mit denen man sich von der Masse der Wettbewerber abhebt. Dies ist ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Denn ohne den Einsatz von Hochleistungs-Schmierstoffen wäre ein reibungsloser Betrieb von Motoren oder Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes undenkbar. Denn moderne Hochleistungs-Lubrications leisten heutzutage wesentlich mehr als reiner Verschleiß-Schutz und beugen aktiv Korrosion und schädlichen Ablagerungen vor, was den Wartungsbedarf senkt und damit teure Reparaturen spart. Auch aus Umweltgesichtspunkten sind Hochleistungs-Schmierstoffe unerlässlich. Denn damit lässt sich die Wärmezufuhr optimal regeln und damit ein deutlich verbesserter Wirkungsgrad erzielen.

Langfristig angelegte Strategie macht sich bezahlt

Egal ob Automotive- und Industrieschmierstoffe, Metallbearbeitungs-Flüssigkeiten oder Schmierstoffe für Spezialanwendungen ­­– Fuchs Petrolub hat immer die passenden Lösungen parat. Mit mehr als 10.000 Produkten bietet das Unternehmen seinen Kunden ein Vollsortiment an Schmierstoffen, das anspruchsvolle nationale und internationale Standards erfüllt. Dabei bietet man seinen weltweit mehr als 100.000 Kunden in den Kernkategorien Automotive und Industrieschmierstoffe Schmierfette, Metallbearbeitungsflüssigkeiten sowie Schmierstoffe für Spezialanwendungen an. Wie breit das Anwendungsspektrum ist, zeigt die Tatsache, dass allein in modernen Autos mehr als 30 verschiedene Fette und Schmierstoffe für den Motor, für Airbags, Bremsen oder für die Sitzeinstellung verwendet werden.

Mit strategisch geschickten Zukäufen wie der Übernahme der Weißöl- und Schmierstoff-Sparte des US-Ölkonzerns Chevron positionierte man sich auch als Lieferant für die Lebensmittelindustrie und adressiert damit ein weiteres chancenreiches Segment. Um seine führende Position nachhaltig zu festigen, investiert man massiv in Forschung & Entwicklung, wobei konzernweit mehr als 400 Ingenieure und Naturwissenschaftler in 24 Laborstandorten an neuen Produkten und verbesserten Rezepturen arbeiten. Auch die in den vergangenen Jahren konsequent umgesetzte Strategie sich durch die Übernahme kleinerer Wettbewerber in wichtigen Schlüsselmärkten zu verstärken, zahlt sich für Fuchs Petrolub aus. Denn in Zentral- und Osteuropa aber auch in der Region Asien/Pazifik hat der MDAX-Konzern dank selektiver Zukäufe im Premium-Segment die Pole-Position inne.

Starke Ergebnisentwicklung in Q2

Dank der konjunkturell bedingt starken Nachfrage überzeugte man in Q2 mit einem besser als erwarteten Zahlenwerk. Bei einem leichten Umsatzanstieg von 1,25 Mrd. Euro auf 1,3 Mrd. Euro konnte man beim operativen Gewinn mit einem Anstieg von 190 auf 193 Mio. Euro (Konsens: 189,1 Mio. Euro) und einer Verbesserung von 134 auf 140 Mio. Euro ebenfalls besser als vom Marktkonsens erwartet (137 Mio. Euro) abschneiden. Als Treiber erwies sich in der ersten Jahreshälfte die Region Asien/Pazifik, aber auch anderen Auslandsmärkten wie Australien und Nordamerika, wobei man hier dank des kräftigen Wirtschaftswachstums überdurchschnittlich hohe Produktabsätze zu verzeichnen hatte. Rechnet man negative Wechselkurseffekte aufgrund des starken Euro heraus, hätte man ein organisches Umsatzplus von 10 % ausgewiesen. Da die europäische Leitwährung gegenüber dem US-Dollar zuletzt deutliche Einbußen hinnehmen musste, haben sich die Aussichten auf der Währungsseite für Fuchs Petrolub deutlich verbessert. Entsprechend zeigte sich der Konzernvorstand beim Ausblick für das Gesamtjahr sehr optimistisch. Die Jahresprognose, die ein Umsatzplus von 3 bis 6 % sowie eine Verbesserung beim operativen Ergebnis von 2 bis 4 % sollte daher bequem erfüllt werden.

Elektromobilität stellt neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen
Große Herausforderungen stellt für Fuchs Petrolub der Übergang von klassischen Verbrennungsmotoren zur Elektromobilität. Denn für die neue, umweltschonende Antriebstechnik werden keine klassischen Motorenöle mehr benötigt. Davon ist ein wesentliches Segment aus dem Automotive-Angebot bei Fuchs Petrolub betroffen. Allerdings benötigen E-Fahrzeuge diese sowohl für die Schmierung (für Wälzlager und Getriebe) als auch zur Kühlung. Hier sieht sich Fuchs Petrolub als einer der technologisch führenden Anbieter und ist in diesem Zusammenhang auch im laufenden EU-Projekt Optimized Electric Drivetrain by Integration (ODIN) einer der federführenden Partner und entwickelt gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Bosch passende Hochleistungs-Schmierstoffe. Fuchs Petrolub will nach Aussage von Vorstandschef Stefan Fuchs auch in diesem Segment eine führende Rolle einnehmen und investiert entsprechend kräftig in Forschung & Entwicklung.

Zukäufe und Investitionen sollen Wachstum weiter befeuern

Die florierende Weltwirtschaft sorgt nicht nur in den schnell wachsenden Schwellenländern für eine hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Schmierstoff-Erzeugnissen. Auch in etablierten Industrieregionen in Europa und den USA sieht man sich einer steigenden Nachfrage gegenüber. Daher macht es für den Schmierstoffhersteller Sinn, sich in diesen Schlüsselregionen durch gezielte Zukäufe und den Ausbau von Produktionskapazitäten zu verstärken. Im Zuge eines groß angelegten Investitionsprogramms, das Produktionserweiterungen in Deutschland, Australien, China, Russland und den USA vorsieht, werden bis Ende dieses Kalenderjahres rund 340 Mio. Euro ausgegeben. Danach will Fuchs Petrolub im Zeitraum von 2018 bis 2021 erneut rund 100 Mio. Euro pro Jahr in den Ausbau der Produktionskapazitäten stecken. Mit selektiven Zukäufen in höhermargigen Segmenten hatte sich der Traditionskonzern zuletzt in den USA und Südamerika verstärkt. Dabei bemüht man sich, seinen Kunden neben hochwertigen Lubrications passende Lösungen anzubieten, um neue Anforderungen rund um Industrie 4.0 erfüllen zu können. Gut in dieses Konzept passt dabei die Übernahme von Fluid Vision Technologies. Dieses in Texas ansässige US-Unternehmen hat eine spezielle drahtlose Sensortechnologie entwickelt, mit der es möglich ist, die Überwachung von Prozessflüssigkeiten mit der Internet of Things (IoT) Technologie zu automatisieren. Dies ermöglicht Industriekunden eine optimierte Fluidwartung und verbesserte Leistung bei reduzierten Betriebskosten.

Wachstum sollte sich weiter fortsetzen – Bewertung im Rahmen

Fuchs Petrolub hat mit seiner weitsichtigen Strategie, sich in wichtigen Schlüsselregionen zu verstärken, die Weichen für ein nachhaltiges Wachstum gestellt. Nachdem man sich zuletzt in Schlüsselmärkten wie Europa und Nordamerika verstärkt hat, will man seine Marktposition nunmehr mit kleineren Zukäufen arrondieren. Dabei liegt der Fokus auf Anbieter in margenträchtigen Nischen, wobei man nicht mehr als 30 Mio. Euro ausgeben will. Dies passt gut ins Langfrist-Konzept des Schmierstoff-Herstellers und sollte sich mittelfristig auch positiv beim Konzernergebnis niederschlagen. Nach der starken Entwicklung im 1. Halbjahr sollte Fuchs Petrolub dank der Euro-Schwäche und der robusten Nachfrage in allen Endmärkten positiv überraschen. Entsprechend dürften sich die Konsenserwartungen, die für 2018 lediglich von einem leichten EPS-Anstieg von 1,94 auf 2 Euro ausgehen, als zu konservativ erweisen. Für 2019 geht der Analystenkonsens von einem EPS von 2,13 Euro aus, während zum Dekadenende ein Gewinn von 2,39 Euro je Aktie erwartet wird. Auf Basis der Schätzungen für 2020 ergibt sich damit ein KGV von knapp 20 was für einen Qualitätswert angemessen erscheint.

Fazit:
Fuchs Petrolub hat sich mit seiner zielstrebig umgesetzten Langfrist-Strategie eine starke Ausgangsposition in einem margenstarken Nischensegment gesichert. Im Kerngeschäft verfügt man dank der freundlichen konjunkturellen Rahmenbedingungen über gute Aussichten und sollte damit in der Lage, sein, sein Umsatz- und Ergebniswachstum weiter zu beschleunigen. Daher bietet die Qualitätsaktie Fuchs Petrolub eine interessante Story für langfristig orientierte Investoren!

fuchs-dia fuchs-info

Chr. Hansen Holding – Bakterien – Dein Freund und Helfer

Der Bio-Science-Konzern aus Dänemark hat alle Hände voll zu tun. Die Trends der Verbraucher ändern sich so schnell, da kommt der Spezialist kaum nach. Die Dänen haben beschlossen, ihre Forschungsaktivitäten im Bereich der natürlichen Farbstoffe im französischen Montpellier zu verdoppeln. Im Jahr 2000 haben sie das Labor in Südfrankreich gekauft. Zwischen September und November soll die Kapazität erweitert werden. Sie richten sich zunehmen auf Lebensmittel aus. Hier schlummert enormes Potenzial insbesondere in den USA. Die Gruppe beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter. Sie setzten 2016/17 mehr als 1 Mrd. Euro um.

Wie kann man in den Bio-Trend investieren? Mit Chr. Hansen. Die Aktie befindet sich im Höhenflug. Innerhalb von 5 Jahren legte der Kurs um 250 % zu. Aktuelle Notiz 89,24 Euro. Mit unserem computergestützten TraderFox-System haben wir das Unternehmen als Qualitätspapier für Anleger mit Geduld identifiziert. Umsatz und Gewinn sind stetig am Klettern. Die Bilanz ist stark. Die Aussichten sind blendend.

Landwirtschaft muss produktiver werden

Die Lebensmittelproduktion muss in den kommenden Dekaden steigen. Die Bevölkerung nimmt zu. Gleichzeitig ist eine Landwirtschaft mit weniger Giften gefragt, also weniger Herbizide, Pestizide und Chemikalien. Darauf haben sich die Dänen spezialisiert. Sie wollen eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft haben. Chr. Hansen stellt Kulturen, Enzyme und natürlich Farbstoffe her. Sie landen in Nahrungsmitteln, Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln. Im Zentrum stehen die guten Bakterien. Der Umsatz speist sich zu 58 % aus dem Lebensmittelbereich (Fleisch, Wein, Molkerei). Jeweils 21 % entfällt auf Gesundheit/Ernährung (Mensch, Tier, Natur) und natürliche Farbstoffe (Eiscreme, Getränke, Molkereiprodukte). Damit lässt sich massig Geld verdienen. 2016/17 wuchs der Umsatz aus eigener Kraft um 10 %. Die operative Gewinnmarge belief sich auf 28,9 %. Der freie Cashflow floss munter mit 188 Mio. Euro. Europa ist mit 44 % Anteil dominierend. Es folgen Nordamerika (28 %), Asien (15 %) und Lateinamerika (13 %) auf den Plätzen.

Bakterien sind wichtige Helfer

Der Mittelständler steht vor einer blendenden Zukunft. Kunden im Lebensmittel-, Pharma- und Agrarmarkt fragen mehr Produkte als jemals zuvor nach. Im Mittelpunkt stehen „gute“ Bakterien. Bakterien wurden früher als gefährlich betrachtet. Heute ist die Wissenschaft weiter. Sie hat ihre ablehnte Einstellung geändert. Es dauerte lang, bis die guten Eigenschaften von Bakterien entdeckt worden sind. Es hätte früher auffallen müssen. Seit Jahrtausenden stellen Menschen mit Bakterien Käse und Joghurt her. Joghurt ist als Produkt über 4.500 Jahre alt. Es hat an seiner Beliebtheit nichts eingebüßt. Heute wird jedes Joghurt mit Bestandteilen der dänischen Firma hergestellt. Jeder zweite Käse in der Welt enthält einen Hilfsstoff von Chr. Hansen. Das Werk in Kopenhagen baute der Vorstand aufgrund der hohen Nachfrage aus. Nun können mehr Lebensmittelkulturen und Enzyme produziert werden. Abnehmer sind in erster Linie Molkereien.

Zwei Firmen kaufte CEO Cees de Jong, die einen Vorsprung brachten: NPC aus Kansas kam im Januar 2016 unter die Fittiche, es beliefert Landwirte für die Rindtierzucht mit probiotischen Produkten. Der Kaufpreis belief sich auf 185 Mio. USD. Im September 2016 kam LGG für 73 Mio. Euro dazu. Es hat sich auf den Lactobacillus rhamnosus spezialisiert. Er hilft bei der Verdauung von Molkereiprodukten wie Käse oder Milch. Er wird Babynahrung und anderen Lebensmitteln beigemengt.

Beiersdorf erforscht Bakterien auf der Haut

Entgegen dem schlechten Ruf sind die meisten Bakterien unproblematisch. Sie sind eher von Vorteil. Rund 100 Milliarden dieser winzigen Lebewesen sind in und auf uns Menschen. Sie bilden das sogenannte Mikrobiom. Wer die Zusammenhänge versteht, kann Innovationen nach vorne bringen. Diese helfen im Wettbewerb. Bestes Beispiel ist Beiersdorf. Mitte Juli gab der Hamburger Creme-Konzern bekannt, die Mikroflora der Haut zu erforschen, um die Hautpflege zu revolutionieren. Die wichtigste Säule ist bekanntlich die beliebte Pflegemarke Nivea. Millionensummen investiert Beiersdorf. „Die Hautpflege steht vor einem Umbruch und wird immens von den Fortschritten der biomedizinischen Forschung profitieren“, so die Vize-Leiterin der Forschung, May Shana. Das kosmetische und therapeutische Potenzial der Haut will Beiersdorf nutzen. Auf der Haut leben Milliarden nützlicher und schädlicher Bakterien. Sie helfen die Hautgesundheit zu bewahren. Ein Ungleichgewicht der Bakterien führt zu einer Vielzahl von Hauptproblemen. Mit der richtigen Dosis Bakterien kann womöglich Akne, Hautalterung, Schuppen erfolgreich bekämpft werden. Zwar entschied sich Beiersdorf nicht für Chr. Hansen, aber der Fall des DAX-Konzerns zeigt, was für ein Potential in der Bakterien-Forschung steckt.

Heute weiß man, Bakterien können helfen, dass Menschen, Pflanzen und Tiere gesund bleiben. In der Landwirtschaft helfen die Dänen, dass die passenden Bakterien auf die Felder aufgesprüht werden. Sie sorgen dafür, dass es der Nutzpflanze besser geht. Im Supermarkt sind die Dänen ebenfalls eine große Hilfe: Gute Bakterien verhindern, dass Lebensmittel verderben. In Milchprodukten helfen zum Beispiel Bakterien, Ware frisch zu halten. Die guten Bakterien halten die schlechten Bakterien davon ab, zu wachsen. Gefährliche Schimmelpilze kann man so zum Beispiel in den Griff bekommen.

Bakterien können zur Müllentsorgung genutzt werden. Es gibt Forschungsprojekte um den Plastikmüll auf den Weltmeeren mittels Bakterien zu zersetzen. Aber noch fehlt das Wissen. Es dauert aber noch zu lang. Zwischen einem Jahr und hunderten Jahren. Aber die Forschung macht Fortschritte. Hier könnte auch Chr. Hansen helfen. Die Dänen geben im Jahr 75 Mio. Euro für die Forschung aus. Daneben fließen 100 Mio. Euro in Kapazitätserweiterungen. Gleichzeitig denkt der Zukunftsbetrieb an seine Aktionäre. Zuletzt flossen 0,85 Euro Dividende je Aktie beziehungsweise 112 Mio. Euro ins Summe. „Wir werden uns um die Strategie Nr. 1 kümmern bei Chr. Hansen: Es ist den langfristigen Erfolg zu sichern“, sagt Chairman Ole Andersen.

3. Quartal lief solide

Das 3. Quartal lief solide. Um 9 % wuchs der Umsatz organisch. Die Marge verbesserte sich. Mit dem Landwirtschafts-Zulieferer FMC verlängerte Chr. Hansen die Zusammenarbeit um weitere 5 Jahre. Mit der australischen Allergieforschung Prota Therapeutics vereinbarte eine Kooperation, um den Lactobacillus rhamnosus gegen Erdnuss-Allergie einzusetzen. Bis zu 250 Millionen Menschen leiden weltweit unter Lebensmittelallergien, das sind 350 % mehr als noch vor 20 Jahren. Die Kosten für die Behandlung werden auf 25 Mrd. USD jährlich geschätzt. Allein über 3 Millionen Amerikaner leiden unter Erdnussallergien.

Haltbarkeit von Lebensmitteln erhöhen

Die Haltbarkeit von Lebensmitteln lässt sich verlängern. Pestizide und Dünger können durch Bakterien reduziert werden. Die Landwirtschaft kann effizienter werden. Bakterien, auf Ackerland gesprüht, helfen Pflanzen schneller zu wachsen. Die Ernte kann so erhöht werden. Vorstandschef Cees De Jong sagt, dass der Landwirt in vielen Fällen 20 % mehr Rendite herausholen kann, wenn der Boden mit Bakterien behandelt wird. Die Bakterien bilden eine Schicht über die Wurzeln der Nutzpflanze. Sie schützen die Wurzel gegen Mikroorganismen, die eindringen wollen. Die guten Bakterien helfen bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Die Wurzeln sind viel schöner ausgeprägt. Der Vorteil: Es handelt sich um einen natürlichen Eingriff.

Für das Ackerland ist das Vorgehen nicht schädlich. „Wir glauben, dass es nicht schädlich ist, weil die Bakterien, die wir benutzen, in der Natur vorkommen. Sie leben in einer Symbiose mit ihrem Umfeld. Die guten Bakterien wären nicht dort, wenn sie keine Bedeutung hätten.“ Gegenüber den Chemikalien haben die Bakterien den Vorteil, dass sie viel länger an den Pflanzen haften bleiben. „Es ist eine sehr effiziente Lösung. Noch wichtiger ist: Es ist eine umfassende natürliche Lösung.“

Konsumenten wünschen sich authentische Lebensmittel ohne Chemie. Sie wollen wissen, wo die Ware einschließlich der Zutaten herkommt. Das Essen muss frisch, sicher und gesund sein. Sie wollen keine chemischen Haltbarmacher oder künstlichen Farbstoffe zu sich nehmen. Ähnliches gilt für Kosmetik, Putzmittel, Getränke, Verpackungen, Medikamente. Je natürlicher sie sind, desto stärker ist generell die Nachfrage. Bio-Supermärkte stehen hoch in der Gunst der Verbraucher. Chr. Hansen arbeitet mit den Vereinten Nationen zusammen. Ziel ist es eine bessere Landwirtschaft, weniger Abfall, gesündere Menschen zu haben.

Gründung 1874

Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1874. Der Chemiker Christian D.A. Hansen hatte sich seinerzeit mit Enzymen befasst. Er tat sich mit dem Apotheker H.P. Madsen zusammen. Sie lieferten Mikroben und natürliche Farbstoffe an Molkereien einschließlich Käserein. In die USA expandierten sie 1878. Startkulturen für Käse, Joghurt und Sauerrahm waren Kernelemente des Sortiments. 1916 übernahm Sohn Johannes Hansen nach dem Tod des Gründers das Ruder. Es folgte die Internationalisierung. 1991 stieg die Lundberg Stiftung ein. Sie baute das Unternehmen in eine Holding um.

Die flotte Aktienkursentwicklung spricht für sich. In 5 Jahren stieg der Kurs um 270 % auf 89,60 Euro. Es steht konträr zu vielen Lebensmittelherstellern wie Kraft-Heinz, Campbell Coup, Kellogg oder General Mills, die vom neuen Konsumentenverhalten verunsichert worden sind. Die Menschen akzeptieren keine künstlichen Zutaten mehr in den Lebensmitteln. Sie möchten keine Antibiotika im Fleisch haben.

Chr. Hansen hat seinen Sitz Horsholm. Produziert wird an jeweils 2 Standorten in Dänemark und Deutschland (Nienburg und Hohlheim). Außerdem gibt es jeweils einen Standort in den USA und Frankreich. CEO Cees kündigte seinen Rücktritt nach 5 Jahren an der Spitze an. Sein Nachfolger Mauricio Graber übernahm am 1. Juni das Ruder. Er kommt vom Schweizer Duft- und Geschmacksstoff-Riesen Givaudan.

Fazit:
In einigen Dekaden kann der Konzern deutlich größer sein, wenn er mit den Trends Schritt hält. Es spricht viel dafür, dass dies gelingen wird. Die Aktie eignet sich für geduldige Anleger. Das KGV ist mit 48 gewiss teuer. Die Dividende ist mit 1 % etwas mager. Dafür handelt es sich um eine stabile Erfolgsgeschichte. Qualität kostet eben mehr. Es lohnt sich.

chr-hansen-dia chr-info

EMS-Chemie Holding – Automobilzulieferer gibt Gas

TraderFox hat softwaregestützt den Chemiekonzern aus der Schweiz als eine der besten Qualitätsaktien Europas identifiziert. Die Aktie zählt zu den Top 20 Aktien auf dem Kontinent. Eine hohe stetige Umsatz- und Gewinnentwicklung sprechen für sich.

EMS gelingt es immer wieder zu überzeugen, obwohl es selbst mit Herausforderungen zu kämpfen hat. Zum Teil kämpfte der Vorstand mit einer Rohstoffknappheit in der Versorgungskette. Es verteuerten sich die Rohstoffpreise stark. Mit mehrmaligen Preiserhöhungen steuerte er dagegen. Erschwerend kam hinzu: Die weltweite Autoproduktion stagniert bei rund 80 Millionen Fahrzeugen im Jahr.

Doch die Eidgenossen schaffen es immer wieder überproportional zuzulegen. Sie können mit innovativen Produkten bei den Kunden punkten. Ihr Spezialitätengeschäft bauen sie weiter aus. „Mit besseren Lösungen und spezifischeren Produkten ist es uns auch 2017 gelungen, zahlreiche neue Projekte und Geschäfte zu realisieren“, sagt die Doppelspitze Ulf Berg und Magdalena Martullo-Blocher. Sie haben stets neue Anwendungen im Autoinnenraum, Motorenraum, Maschinenbau und Karosseriebereich im Blickfeld. Im ersten Halbjahr 2018 legte der Umsatz um 12,5 %, das Betriebsergebnis (EBIT) um 11,4 % zu.

Wie gewohnt, heimste EMS wieder zahlreiche Auszeichnungen ein. Der Detroiter Autoriese General Motors würdigte EMS zum siebten Mal als „Weltbester Lieferant des Jahres“. Continental aus Hannover ehrte EMS mit dem Titel „Premium Supplier“. SMR, größter Hersteller von Rückspiegeln, vergab den Preis „Long-Term Supplier Excellence Award“. Von der Internationalen Gesellschaft für Kunststofftechnik erhielt das Unternehmen den sogenannten „Europäischen Kunststoff-Innovationspreis“. Für einen besonders leichten Skischuh gab es diesen Preis.

Erstmals überschritt EMS die 2-Milliardengrenze mit 2,1 Mrd. CHF Umsatz. Das operative Ergebnis (EBIT) landete ebenfalls auf einem Höchstwert mit 582 Mio. CHF. Um das Geschäft in Schwung zu halten, investieren die Schweizer kräftig. 30 Mio. CHF gaben sie in der Heimat aus, um neue Produktionslinien für Hochtemperaturkunststoffe aus. In China weihten sie in Changshu das größte Werk ein.

Die Aktie ist ein Dauerläufer. Zwischen Ende 2013 und Mitte 2017 legte der Kurs von 246 auf 647 Euro zu. Seit dem Erreichen des Allzeithochs kam es allerdings auf einen Rücksetzer auf 546 Euro. Momentan prallt der Kurs immer wieder bei 554 Euro ab, in diesem Bereich scheint es einen abgebenden Aktionär zu geben. TraderFox sieht in dem Rücksetzer eine schöne Nachkaufchance. Zur Generalversammlung am 11. August gab es 18,50 CHF. Die künftige Dividende lockt mit circa 3,1 %. Angesichts des Niedrigzinsumfelds ist das ein schönes Zubrot für zinshungrige Anleger.

Ein Nachteil ist das recht hohe KGV. Die Qualität der Aktie hat sich nämlich herumgesprochen. Das KGV ist mit 26 für 2019 üppig. Dafür ist EMS eine Innovationsmaschine, die selten enttäuscht. Umsatz und Gewinn sind stetig am Klettern. Der Kursdämpfer ist wie ein Schluckauf in einer langfristigen Klettertour. Wir sehen mehr Chancen als Risiken.

Brot- und Buttergeschäft sind Polymere und Spezialchemikalien. Die Eidgenossen sind einer der weltweit führenden Lieferanten für Klebstoffe, Abdichtmaterial, Beschichtungen. Die Hälfte des Umsatzes entfällt auf den Automobilmarkt. Im Kern helfen die Kunststoffe, Kraftstoffe einzusparen und Emissionen zu reduzieren. Sie ersetzen Metall. Eine Schlüsselrolle spielt hierbei die Gewichtsreduktion. Daneben helfen die Schweizer, Komfort- und Sicherheitsanforderungen zu verbessern. Sie tüfteln an Armlehnen, Abdeckungen und Komponenten im Fahrzeuginnenraum. Sie optimieren sie Türgriffe, Außenspiegel oder Scheibenwischanlagen. Vorteil der Kunststoffe ist, dass sie chemikalien-, korrosions- und witterungsbeständig sind.

Kunden sind die führenden Autohersteller. Immer wenn es ums Kleben, Schützen, Dichten oder Dämpfen geht, hat EMS eine Lösung parat. Die Kunststoffe schützen beispielsweise den Unterboden der Karosserie gegen Steinschlag. Lärmschutzmaterial gehört zum Sortiment, um den Lärm im Fahrzeuginnenraum zu reduzieren. Wachse schützen Hohlräume der Karosserie vor Korrosion. Für Nähte und Stoßstellen gibt es ein Spezialprodukt, das vor dem Eindringen von Feuchtigkeit, Schmutz und Lärm schützt.

Das Sortiment umfasst Fasern, Schmelzklebstoffe und Klebgarne sowie Pulverlackhärter samt Reaktivverdünner. Ein spezieller Haftvermittler landet zum Beispiel im Reifen.

Um für einen möglichen Konjunkturabschwung gerüstet zu sein, sucht das Vorstandsteam ständig nach Einsparmöglichkeiten. Effizienz wird schließlich großgeschrieben. Der Familienbetrieb, vor 80 Jahren gegründet, wird jedenfalls hochprofitabel gemanagt. Zuletzt kam ein Nettogewinn von 484 Mio. CHF zusammen, ein Rekordwert. Der Cashflow stapelte sich auf 537 Mio. CHF. Nur knapp 10 % des Kapitalflusses wurde reinvestiert, somit verbleibt der Löwenanteil des Geldes im Konzern. Daher kann die Dividende in Strömen fließen. 72 % der Bilanzsumme besteht aus Eigenkapital. Die Bilanz gleicht damit einer Festung.

Prächtig sind die Aussichten. Es wird immer mehr Kunststoff gebraucht. Die Bevölkerung nimmt stark zu. Der Konsum geht in den Schwellenländern durch die Decke. Die Schweizer haben 26 Fabriken in 16 Ländern. In China weihte der Vorstand ein neues Werk ein. Es wird den Automobilmarkt in Asien beliefern. Auf der Gehaltsliste stehen rund 3.000 Namen einschließlich der Auszubildenden.

Gründung 1936

Die Ursprünge reichen ins Jahr 1936 zurück. Werner Oswald gründete damals die Holzverzuckerungs AG in Zürich, um mit dem „Schollerschen Verfahren“ aus Holz Methylalkohol als Ersatztreibstoff für Motorfahrzeuge herzustellen. 1942 begann die Produktion in Domat/Ems aus einheimischen Holzabfällen. Bis Kriegsende deckte die Firma 30 % des schweizerischen Treibstoffbedarfs ab.

Heute befinden sich rund 70 % der Aktien im Familienbesitz. Offiziell ist die Emesta Holding AG zu 60 % Großaktionär. Dahinter verbergen sich die Kinder von Christoph Blocher. Der 77-jährige Politiker und Geschäftsmann hat die Anteile schon vor Jahren an seine Kinder übertragen. Weitere knapp 9 % hält Tochter Miriam Baumann-Blocher direkt. Durch den geringen Streubesitz kann der Kurs schnell Fahrt aufnehmen, denn die Zahl der freien Anteilsscheine ist knapp.

Fazit:
Die Börsenwaage zeigt 12,7 Mrd. Euro an. Die flotten Dividenden kommen zum Großteil der Familie zugute. Aber Kleinaktionäre kommen auch auf ihre Kosten. Im Prinzip sind die Interessen der Familie gleichauf mit denen eines Privatanlegers. TraderFox sieht eine etablierte Chemiefabrik, die noch ihre besten Zeiten vor sich hat.

ems-dia ems-info