DAX Analyse zum 24. September 2018: Beeindruckend oder besorgniserregend?

Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

derzeit liegt noch kein bestätigtes Umkehrsignal im DAX vor. Solange ein solches nicht generiert wurde, halte ich an meiner bullischen Haltung für die nächsten Handelstage fest. Auf Sicht von mehreren Wochen und Monaten bleibe ich ebenfalls bullisch eingestellt.

Ausblick für die nächsten Handelswochen – Wochenansicht

In der vergangenen Handelswoche legte der DAX eine beeindruckende Gegenbewegung aufs Parkett. Hierbei schloss er unmittelbar an seinem Wochenhoch und konnte damit einen Gewinn von fast 400 Punkten erzielen. Es ist ein wichtiges Lebenszeichen der Bullen. Hierdurch wird die Bedeutung des Unterstützungsbereichs von 11.960 bis 11.860 Punkten verstärkt. In dieser Zone befinden sich entscheidende Horizontalunterstützungen in Kombination zum langfristigen Aufwärtstrend von 2009. Zwar befindet sich der DAX seit dem Allzeithoch bei ca. 13.600 Punkten weiterhin innerhalb eines mittelfristigen Abwärtstrends, doch sollte durch die Verteidigung des langfristigen Aufwärtstrends das übergeordnete Bild dominieren. Ich gehe daher von einem Ausbruch über den mittelfristigen Abwärtstrend aus. Nach einem Überwinden des Widerstandsbereichs von 12.845 Punkten erwarte ich sogar neue Allzeithochs. Sollte der DAX jedoch unter die Unterstützungszone von 11.960 bis 11.860 Punkte fallen, wäre das nächste Kursziel im Bereich von 10.700 bis 10.200 Punkten. In diesem Fall würde sogar der GD200 (weekly, aktuell bei ca. 11.427 Punkte) nicht verteidigt werden können.

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Ausblick für die nächsten Handelstage – Tagesansicht

Blicken wir auf die Tagesansicht, so ist der Befreiungsschlag der vergangenen Handelswoche sowohl beeindruckend als auch besorgniserregend zugleich. Beeindruckend ist das Kursverhalten, weil sich der DAX in einem solchen von Unsicherheit geprägten politischen Umfeld derartig nach oben befreien konnte. Allerdings ist dieses Verhalten ebenfalls besorgniserregend, da nach starken Anstiegen oftmals heftigere Gewinnmitnahmen folgen können, sofern entsprechende Signale geliefert und bestätigt werden. Der Grund für stärkere Korrekturen nach solchen Anstiegen sind oftmals fehlende, ausschlaggebende Konsolidierungen während dieser Aufwärtsbewegungen. Denn durch solche untergeordnete Konsolidierungen entstehen häufig entscheidende Unterstützungen. Diese blieben seit der Aufwärtsbewegung seit dem letzten lokalen Tief von ca. 11.860 Punkten nahezu komplett aus. Dementsprechend beobachte ich das Verhalten der Marktteilnehmer wie bspw. am letzten Handelstag genau und voller Skepsis:

Der DAX startete zunächst mit einem starken Aufwärtsgap in den Handel und stieg weiter zum Widerstandsbereich von 12.460 bis 12.580 Punkten an. Bereits in der unteren Zone erfolgte eine Gegenbewegung. Hiervon konnte sich der Index bis zum Tagesschlusskurs nicht deutlich erholen. Der Schlusskurs entspricht jetzt dem Eröffnungskurs. Es ist ein Doji entstanden mit dem Potenzial auf ein Umkehrsignal. Wird dieses am folgenden Handelstag mit einer schwarzen/roten Tageskerze bestätigt, kann eine solche Abwärtsbewegung folgen. Das erste Ziel wäre demnach am GD20 (daily, aktuell bei ca. 12.218 Punkten), gefolgt vom Bereich bei ca. 12.100 Punkten (hier fand eine kurze, mehrtägige Konsolidierung statt). Kann dieser Bereich nicht verteidigt werden, befindet sich das nächste Ziel an den Jahrestiefpunkten von 11.711 bis 11.770 Punkten. Solange jedoch kein bestätigtes Umkehrsignal vorliegt, gehe ich von einem weiteren Anstieg bis zum genannten Widerstandsbereich aus.

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Trading-Strategie – Stundenansicht

Aufgrund des Doji auf Tagesbasis besteht grundsätzlich das Potenzial eines Umkehrsignals. Denn die Slow Stochastik ist auf Tagesebene ebenfalls massiv überkauft. Demnach nehme ich für die nächsten Handelstage Abstand von weiteren Long-Einstiegen. Das Korrekturpotenzial überwiegt meiner Ansicht nach. Der Eröffnungskurs des vergangenen Handelstages (des Dojis) befindet sich bei ca. 12.400 Punkten. Wird dieser Kurs während/zu Beginn des nächsten Handelstages unterboten, wird mein Short-Szenario aktiv. Das mehrtägige Kursziel befindet sich insgesamt im Bereich von 12.160 bis 12.090 Punkte. Das erste Zwischenziel notiert im Bereich von 12.230 Punkten. Inaktiv wird das Szenario, sofern der DAX ein weiteres lokales Hoch (derzeit bei ca. 12.460 Punkten) oder die Kursmarke von 12.440 Punkten überwindet. Meine Kursalarme sind entsprechend platziert.

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Portfoliocheck: Ken Fisher liebt Bäume. Und Microsoft…

Der 1950 geborene Kenneth Lawrence Fisher ist als Investor ungeheuer erfolgreich und das schon über einen langen Zeitraum hinweg. Nun könnte man bei kurzsichtiger Betrachtung meinen, dies läge daran, dass er von seinem Vater, dem legendären Investor Philip A. Fisher, ein großes Vermögen geerbt und einfach nur in dessen Fußstapfen getreten sei. Doch die Realität sieht meistens ganz anders aus und so verhält es sich auch bei Ken Fisher.

Als dritter und jüngster Sohn war Kens Weg nicht unbedingt vorgezeichnet. Nach der Highschool nahm er zunächst ein Studium der Fortwirtschaft auf und seine große Liebe zur Natur und zu Bäumen hat er sich bis heute bewahrt. Sein Studienfach wechselte er allerdings schon relativ zeitig und setzte fortan auf Ökonomie. Nach Abschluss des Studiums traten er und sein älterer Bruder in die Investmentfirma des Vaters ein, wo sie ausgebildet und auf die spätere Übernahme des Familienunternehmens vorbereitet werden sollten. Soweit so klassisch.

Der große Schatten des Vaters

Doch im Schatten einer Legende aufzuwachsen hat auch so seine Tücken. Kens Vater Philip prägte seinen eigenen Investmentstil und beeinflusste sogar Börsenlegenden wie Charlie Munger und Warren Buffett maßgeblich. Er schrieb drei Bücher über das Investieren, von denen “Common Stocks and Uncommon Profits” (“Die Profi-Investment-Strategie”) das wichtigste ist.

Fisher setzt sich darin mit den beiden Werken Benjamin Grahams auseinander und vertrat die Auffassung, dass der günstige Preis eines Wertpapiers nicht entscheidend sei, wenn ein wirklich hervorragendes Unternehmen mit nachgewiesener Profitabilität und ausgezeichneten Wachstumsaussichten dahinter stünde. Die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens, um sich vor der Konkurrenz zu schützen und ihr voraus zu sein, sowie ein integres Management waren für Fisher die entscheidenden Merkmale. Anstatt beim Kauf der Aktien einige Prozente einzusparen, setzte er darauf, dass sich der Aktienkurs entsprechend der Gewinnentwicklung des Unternehmens über Jahre und Jahrzehnte erhöht und vervielfacht. Dabei propagierte Fisher eine möglichst lange Haltedauer der Geschäftsanteile (“Buy & Hold”), während Benjamin Graham eher auf Gewinnmitnahmen setzte.

Im Grunde war Fisher kein reiner Value Investor, sondern verband in seiner Anlagestrategie die Vorzüge des Value Investings mit denen des Growth Investings; er war somit Wegbereiter des Quality Investings, für das heute Buffett und Munger so berühmt sind.

Als Sohn Nummer 3, als Investor Nummer 1

Philip A. Fisher war als Investor herausragend, da er jedoch unter dem Asperger-Syndrom litt, einer Form des Autismus, war er im persönlichen Umgang eher schwierig. Das traf auch seine Söhne.

Diese wollten und sollten das Investmentgeschäft vom Vater lernen, doch in der Praxis gab es unüberwindliche Hürden. Denn Vater Philip gab keinen Millimeter Kontrolle ab und ließ seine Sprösslinge keine eigenen Entscheidungen treffen. Für Ken war daher bald dieser Weg zu Ende und er machte sich 1979 mit gerade einmal 250 Dollar selbständig: er gründete Fisher Investments. Und heute, beinahe 40 Jahre später, verwaltet er mehr als 100 Milliarden Dollar.

Mal Value, mal Growth. Es kommt eben drauf an

Ken Fisher fährt einen opportunistischen Investmentansatz. Einige Leute setzen Opportunismus mit Rückgratlosigkeit oder Wankelmütigkeit gleich und in den meisten Lebenslagen sind dies keine positiven Charaktereigenschaften. In der Politik und beim Investieren sind sie allerdings geradezu überlebensnotwendig. Denn sie bedeuten, sich schnell auf neue Gegebenheiten einstellen und hieraus seine Vorteile ziehen zu können. Und das kann Ken Fisher. Sogar besser als die meisten anderen Investoren.

Denn Fisher ist Value Investor, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht. Und er ist Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Auf lange Sicht hat der Value-Ansatz die Nase vorn, aber die Geschichte zeigt auch, dass selten beide Ansätze gleichzeitig überdurchschnittliche Renditen abwerfen. Und Fisher versucht stets, auf der besseren Welle zu surfen.

Sein hohes Ansehen in der Investmentwelt hat sich Ken Fisher auch dadurch erworben, dass er bereits mehrmals einschneidende Ereignisse treffend vorausgesagt hat. Im Jahr 2000 warnte er vor dem Platzen der Dotcom-Blase und riet zu massiv erhöhtem Cash-Bestand. Und als der Markt noch seinen Boden suchte nach dem dramatischen Absturz, riet er 2002 dazu auf, sein Vermögen wieder in Aktieninvestments umzuschichten. Als Mahner wurde er jeweils eher belächelt, als Contrarian Investor zunächst bemitleidet und später dann beneidet. Denn am Ende lag er richtig und seine Klienten wurden mit überragenden Renditen belohnt.

Erst der Blick aufs große Ganze

Fisher verfolgt abwechselnd Value/Contrarian Investing und Growth Stock Investing. Nachdem er in einer eigenen Studie herausgefunden hatte, dass beide Stile je nach Marktgeschehen abwechselnd gut funktionieren, fährt er bewusst zweigleisig. Doch das nicht nach Lust und Laune oder nur aus dem Bauch heraus.

„Investieren ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten, nicht der Gewissheiten.“
(Ken Fisher)

Vielmehr zieht er Makro-Indikatoren zu Rate. Ist die Zinsstrukturkurve beispielsweise flach, favorisiert er Wachstumsaktien und bei einer steilen Kurve sucht er nach Value-Schätzen. Aber auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder die Inflationsentwicklung sind wichtige Kriterien für ihn, was er in seinen vielen – sehr lesenswerten – Büchern beschreibt.

Der Andersdenkende

Als Contrairian legt Ken Fisher außerdem großen Wert darauf, möglichst anders als die breite Masse zu handeln. Er hat erkannt, dass die Renditen schrumpfen, wenn Investoren nach demselben Investmenttyp suchen. Auch beim Investieren fängt der frühe Vogel den dicksten Wurm, wenn er nämlich antizyklisch vor allen anderen in die Werte investiert, die einige Zeit später von der Börse „entdeckt“ und in den Himmel gekauft werden. Den Trend zu reiten macht am meisten Spaß und bringt am meisten Rendite – wenn man früh genug dabei ist und früh genug wieder aussteigt. Die ersten und die letzten paar Prozente überlässt Ken Fisher gerne den anderen. Er ist dann bereits wieder auf der Pirsch nach den neusten (noch nicht) angesagten Investmentideen.

Einige seiner bevorzugten Kriterien bei der Auswahl von Einzelaktien sind:

  • Das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei nicht zyklischen Aktien und Technologiewerten sollte unter 0,75 liegen, aber keinesfalls über 1,5
  • Das Kurs-Umsatz Verhältnis für Zykliker sollte unter 0,8 liegen, im Idealfall unter 0,4
  • Die Schuldenquote, also das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital, sollte kleiner als 0,4 sein
  • Das Wachstum beim Gewinn je Aktie sollte auf lange Sicht über 15% liegen
  • Der Free-Cash-Flow pro Aktie sollte größer Null sein
  • Die durchschnittliche Gewinnmarge der letzten drei Jahre sollte über 5% liegen

Jenseits der Kennzahlen setzt Fisher aber auch auf weiche Kriterien für die erfolgreiche Aktienauswahl:

  • Hat das Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen, die ausreichendes Potenzial haben, um in den nächsten Jahren ordentliches Umsatzwachstum zu garantieren?
  • Hat das Management die Entschlossenheit, weiterhin Produkte und Prozesse zu entwickeln, die das Umsatzpotenzial erhöhen?
    Wie effektiv ist der Bereich Forschung & Entwicklung in Relation zur Größe des Unternehmens?
  • Hat die Firma einen überdurchschnittlich erfolgreichen Vertriebsapparat?
    Hat das Unternehmen eine ausreichend große Gewinnmarge?
    Was tut das Unternehmen, um die Gewinnmarge zu halten oder auszubauen?
  • Pflegt die Firma herausragende Beziehungen zum Personal bzw. zu ihren Arbeitnehmern?
  • Hat das Unternehmen hervorragendes Führungspersonal?
    Hat das Management eine ausreichende Tiefe, um Aufgaben delegieren zu können?
  • Wie gut sind die Kostenanalyse und das Accounting?
  • Welche Aspekte heben das Unternehmen von seinen Wettbewerbern ab?
    Hat das Unternehmen eine eher kurzfristige oder langfristige Gewinnorientierung?
  • Benötigt die Firma für ihr Wachstum Kapitalerhöhungen?
  • Verfügt das Unternehmen über ein Management zweifelsfreier Integrität?
  • Ist das Management auch in schwierigen Zeiten ehrlich?

Ken Fishers Käufe und Verkäufe

Fishers Portfolio ist relativ breit aufgestellt, was bei seinem hohen Anlagevolumen nicht wundert. Ich habe mich sowohl bei den Transaktionen als auch bei den Positionen auf die jeweils 10 größten Einzelwerte konzentriert und ETFs oder Fondsanteile usw. herausgefiltert.

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Bei seiner größten Position, Amazon, hat Ken Fisher seinen Anteil spürbar reduziert; allerdings bleibt Amazon mit großem Abstand seine größte Einzelposition im Portfolio.

Auffällig(er) sind seine massiven Neukäufe im Rohstoffsektor, wo er mit BHP Billiton sowohl auf die britische Sparte als auch den australischen Ableger setzt. Des Weiteren hat er sich bei Vale und Rio Tinto eingekauft sowie beim Kupferproduzenten Freeport McMoRan.

Im Gegenzug verkaufte er vor allem Aktien von Walt Disney und Comcast und wir können davon ausgehen, dass er im dritten Quartal seine Positionen hier komplett aufgelöst haben wird. Gleiches gilt für die HDFC Bank.

Ken Fishers Portfolio

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Mit Amazon, Apple, Alibaba, Microsoft und Alphabet setzt Fisher stark auf High Tech und das Internet und damit gleich auf mehrere Megatrends: Online-Shopping, Cloud, Software-as-a-Service (SaaS), Künstliche Intelligenz (KI). Zusätzlich hat er mit Taiwan Semiconductor und Intel zwei Profiteure dieser Entwicklung im Portfolio hoch gewichtet, die hierfür benötigte Chips herstellen.

VISA wiederum ist einer der größten Nutznießer des andauernden Trends hin zum Onlinebezahlen und innovativen Paymentlösungen.

Und auf der anderen Seite finden sich mit Johnson & Johnson und Pfizer zwei Werte im vorderen Feld wider, die nicht zu den Wachstumswerten zählen, sondern dem Pharmabereich zuzurechnen sind. Und damit eher defensiven Charakter haben und damit zu den ungeliebteren Werten der vergangenen Monate. Vielleicht zeigt sich hier ja schon der erste antizyklische Umschwung Fishers hin zu abgestraften Valuewerten.

Da wir uns jetzt, Mitte September, dem Ende des dritten Quartals nähern, werden bald die großen US-Investoren der SEC über die 13F-Formulare ihre Käufe und Verkäufe des laufenden Quartals melden müssen. Es dürfte dann interessant werden hinsichtlich seiner Positionierung bei den Hightechwerten nach deren starker Kursrallye in diesem Jahr.

Der Blick auf die Veränderungen per 30. Juni ist also zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr ganz so spektakulär, daher möchte dieses Mal etwas anders an die Sache heran gehen und mich einem von Ken Fishers liebsten und höchst gewichteten Investments näher befassen: Microsoft.

Aktie im Fokus: Von Makro zu Micro(soft)

Viele von uns sind mit den Produkten von Microsoft aufgewachsen, vor allem mit Windows, dem Office-Paket und der X-Box. In seinen Anfängen war die von Bill Gates gegründete Firma eine reine Softwareschmiede und einer der Vorreiter bei dem Siegeszug der Personal Computer. Mit Windows erreichte Microsoft Mitte der 1990er-Jahre ein Quasi-Monopol bei den PC-Betriebssystemen und trieb sogar Apple an den Rand der Pleite. Aufgrund aufkommender Wettbewerbsprobleme in den USA und in Europa sah sich Bill Gates sogar genötigt, dem strauchelnden Rivalen mit Millionenbeträgen wieder auf die Beine zu helfen. Und Steve Jobs, der gerade wieder den Chefsessel bei Apple übernommen hatte, griff zu – zähneknirschend. Aber er brauchte das Geld, um seine Visionen von und mit Apple wieder aufleben lassen zu können. Und Microsoft hielt den damals einzigen nennenswerten Konkurrenten am Leben, um einer möglichen Zerschlagung durch die Wettbewerbsbehörden entgegenzuwirken. Von Google und Android hatte damals noch niemand etwas gehört…

Die meisten Anleger kennen die Geschichte der Unternehmen: Apple kam mit dem iPod, dem iMac und später mit dem iPhone ganz groß raus und überflügelte Microsoft bald sogar. Und mit Google, der heutigen Alphabet, erwuchs Microsoft ein ganz neuer Gegner, dem der Nachfolger von Bill Gates an der Spitze, Steve Ballmer, nichts entgegenzusetzen hatte. Nachdem Microsoft und Apple in der Anfangszeit die „Guten“ waren im Kampf gegen den Giganten IBM, war Microsoft in den 1990er Jahren selbst zum „Bösen“ geworden. Doch Ballmers Festhalten am geschlossenen System Windows und Office waren antiquiert. Mit Android erwuchs ein offenes System zum Konkurrenten und immer mehr Anwender fragten sich, weshalb sie teuer für etwas bezahlen sollten, das es auch kostenlos gibt. Als Google dann noch Chrome platzierte, einen kostenlosen Browser, war es bald auch um Microsofts Vorzeigeanteil im Browsermarkt geschehen und der Internet Explorer verlor immer stärker Marktanteile. Ballmer versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war und kaufte für viele Milliarden Nokia, den einstigen Mobiltelefonkönig, um so Windows als Handybetriebssystem am Leben zu halten. Auch hier endete der klägliche Versuch in einem Milliardenfiasko. Microsoft drohte von der agilen und fortschrittlich denkenden Konkurrenz endgültig aufs Altenteil geschoben zu werden.

Ende mit Schrecken und ein echter Neuanfang

Doch dann trat Ballmer ab und Microsoft setzte auf Satya Nadella. Dieser erst dritte CEO von Microsoft entstammt nicht dessen Gründerzeit und gab ein revolutionäres neues Credo vor. Jedenfalls für Microsoft. Er forderte „Mobile first. Cloud first“.

Diese Worthülse vor sich her tragend, ließ es den Worten schnell Taten folgen. Er krempelte das Unternehmen völlig um und schuf eine neue Unternehmenskultur. Die kurz zuvor erst übernommene Nokia-Sparte stampfte er ein und nahm die Milliardenverluste in Kauf. Er setzte nicht mehr darauf, dass Windows auf neu verkauften PCs und Notebooks vorinstalliert werden musste und er warf das alte Verkaufssystem über Bord, wonach Kunden sich teure Lizenzen für Windows und Office kaufen mussten, um die Programme nutzen zu können. Nadella setzte auf SaaS, auf ein Abomodell, was einem Kulturschock bei Microsoft gleichkam. Andererseits hatte Adobe bereits vorgemacht, dass dies der (einzige) Weg in eine erfolgreiche Zukunft sein würde.

Microsoft verkauft Windows also nicht mehr, sondern bietet es kostenlos an. Und nach einer gewissen Zeit muss man eine kleine monatliche Gebühr bezahlen, wenn man es aktuell und sicher halten will. Ebenso verfährt man mit seinem Office-Paket. Und man hat es für andere Betriebssysteme geöffnet, vor allem für das iOS von Apple. Und das macht Sinn, obwohl Windows auf stationären Computern einen Marktanteil von fast 75 Prozent hat. Denn die Alternativen zu PCs, Smartphones und Tablets, erobern ständig neue Marktanteile. Und zwar zu Lasten von PCs und vor allem auf Basis von Android und iOS. Diese Geräte sind Microsoft dank der neuen Strategie nun nicht mehr verschlossen.

Mit der Suchmaschine Bing konnte Microsoft bisher nicht punkten. Google stellt alle in den Schatten. Nur Facebook hat hier in den letzten Jahren massiv aufgeholt, so dass die beiden gemeinsam ein Duopol bilden mit einem Anteil am Suchmaschinenmarkt von rund 55 Prozent. Auf Platz drei liegt nicht etwa Bing, sondern Amazon mit etwas mehr als 4 Prozent – Tendenz stark zulegend. Doch Bing ist kein Reinfall, sondern verhilft Microsoft durch die vielen Suchanfragen zu wichtigen Erkenntnissen für seine Sparte Künstliche Intelligenz (KI) und die Sprachsteuerung Cortana. Und Bing ist als Übersetzungsfunktion aktiv etwa bei Twitter.

Es ist aber nicht so, dass Microsoft in der Ära nach Ballmer nicht mehr auch auf große Übernehmen setzt. So hat man das führende Karrierenetzwerk LinkedIn übernommen und schafft hier weitere Datenmengen für die Sparte KI.

Bei der X-Box schließt Microsoft zunehmend zu Sonys Playstation auf und verdient ansehnliche Margen. Insbesondere der Zukunftstrend E-Sports spielt Microsoft hier in die Karten und man will sich keinesfalls wieder die Butter vom Brot nehmen lassen.

Weitere Angebote hat sich Microsoft mit Skype ins Boot geholt, was im Businessbereich eine Alternative für WhatsApp darstellt – mit deutlich ausbaufähigem Potenzial, will ich mal formulieren. Und dann darf man keinesfalls die dritte tragende Säule vergessen: Azure. Der Clouddienst von Microsoft ist die Wachstums- und aufsteigende Ertragsperle von Microsoft und belegt weltweit den hervorragenden zweiten Platz hinter Amazons Cloudsparte AWS. Ebenso hat man nach verhaltenem Start konsequent auf Hardware gesetzt und bietet heute mit den neuen Surface-Modellen konkurrenzfähige Notebook-Tablet-Symbionten an, die es auch mit den schicken MacBooks und iPads aufnehmen können.

Diese Übersicht zeigt, dass Microsoft längst nicht mehr der lahmende Platzhirsch ist, der von den hungrigen Wölfen gestellt wurde und nur noch auf den Gnadenstoß wartet. Im Gegenteil: unter Nadella hat sich Microsoft wieder zu einen innovativen Unternehmen gemausert, das Trends setzt und ganz vorne in der obersten Liga mitspielt. Dabei ist Microsoft heute so breit aufgestellt, dass es nicht mehr nur von zwei Sparten abhängig ist, nämlich Windows und Office, sondern die Umsätze und Gewinne speisen sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten. Und dort prallt man nicht immer auf dieselben Herausforderer, sondern auf einen bunten Strauß von Konkurrenten: beim Betriebssystem konkurriert man mit Apple und Alphabet, bei den Spielekonsolen mit Sony und Nintendo, bei den Tablets mit gleich einer Reihe von Anbietern, aber vor allem auch Apple, bei den Clouddiensten mit Amazon, Alphabet, Apple und Oracle, bei den sozialen Netzwerken mit Facebook und (nicht mehr wirklich) Google, bei den Messengern mit Facebook und bei den Suchmaschinen mit Alphabets Google, Facebook und Amazon.

Bei so vielen und so starken Gegnern kann einem schon Angst werden. Muss es aber nicht. Nicht mehr. Denn Microsoft hat in den letzten Jahren bewiesen, dass man sich dem Wettbewerb stellen und ihn auch für sich entscheiden kann. Microsoft ist in den meisten Bereichen unter den führenden fünf Unternehmen. Niemand kann überall die Nummer eins sein. Aber in den Top Five in allen Bereichen, das schafft fast kein Mitbewerber.

Die Bewertung

Um die Jahrtausendwende herum war Microsoft mal das wertvollste Unternehmen der Welt mit der höchsten Marktkapitalisierung von allen. Das ging mit dem Platzen der Dotcom-Blase schnell vorbei und da man vergleichsweise geringe Gewinne erzielte und sich massiven Problemen gegenüber sah, dümpelte die Aktie auf niedrigem Niveau jahrelang vor sich hin. Ich habe sie erstmals Anfang 2013 gekauft zu absoluten Value Investing-Konditionen. Das KGV des Dow Jones-Wertes lag damals bei knapp acht. Nur ein halbes Jahr später trat Steve Ballmer zurück und Microsoft hatte nicht mehr nur eine Vergangenheit, sondern mit Nadella auch wieder eine Zukunft.

Daher sind heute solche Bewertungen längst Geschichte. Microsoft ist wieder ein schnell wachsendes Unternehmen und bespielt viele Zukunftsthemen, wo weitere Umsätze und Gewinne warten. Der Cashflow ist so gewaltig, dass die nötigen Investitionen hieraus bedient werden können und zusätzlich ganz locker auch die Dividenden und umfangreiche Aktienrückkäufe.

Der Aktienkurs hat sich in den letzten fünf Jahren – auf Eurobasis – annähernd vervierfacht und das KGV liegt bei 26. Das ist durchaus üppig, wenngleich Microsoft mit hohen Wachstumszahlen gegenhalten kann.

Man könnte also sagen, dass Microsoft mit einem Premiumaufschlag gehandelt wird. Aber den hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren auch verdient. Und da es so viele Megatrends aktiv und in führender Position bespielt, könnte dieses Premium das Unternehmen und den Kurs noch eine ganze Zeit mittragen.

So oder ähnlich scheint es auch Ken Fisher zu sehen, denn ansonsten hätte er Microsoft nicht so hoch gewichtet in seinem Depot. Und auch wenn er im zweiten Quartal seinen Bestand nur unwesentlich weiter aufgestockt hat, so war er doch auf der Käuferseite. Mal sehen, wie es im laufenden Quartal war…

Alibaba: Eine neue Zeitrechnung

Bei Alibaba stellt man sich auf eine Zeit nach Chef und Gründer Jack Ma ein. Auch wenn die Übergangszeit sehr großzügig bemessen ist, heißt dies noch lange nicht, dass für den chinesischen E-Commerce-Riesen in Zukunft alles reibungslos laufen wird.

Nur wenige Firmenchefs haben ein Unternehmen so geprägt, wie es Jack Ma im Fall von Alibaba getan hat. Es können leicht Parallelen zu Bill Gates (Microsoft), Steve Jobs (Apple), Mark Zuckerberg (Facebook) oder Elon Musk (Tesla) gezogen werden. Umso einschneidender ist der Umstand, dass der Unternehmensgründer Jack Ma nun die Leitung des Konzerns abgeben wird. Zumindest werden Marktteilnehmer sehr viel Zeit haben, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Am 10. September 2018 teilte Alibaba mit, dass ihn Daniel Zhang zum 10. September 2019 als Präsident des Verwaltungsrates („chairman of he board“) ablösen wird. Zhang hatte das Tagesgeschäft in den vergangenen Jahren bereits als CEO geleitet. 2020 soll für Ma dann auch im Aufsichtsgremium des Konzerns Schluss sein.

Am Markt kamen die Pläne des Unternehmens für den Übergang an der Spitze offenbar gut an. Die Alibaba-Aktie reagiert mit Kurszuwächsen auf die Ankündigung, nachdem die Kursperformance in den vergangenen Monaten alles andere als überragend war. Schließlich werden mit dem früh angekündigten Wechsel mögliche Unsicherheiten aus dem Weg geräumt und Spekulationen gleich im Keim erstickt. Zumal der künftige Chef Teil des bisherigen Erfolges ist. Wie erfolgreich Alibaba derzeit ist, zeigte sich erneut im abgelaufenen Geschäftsquartal.

Laut Unternehmensangaben vom 23. August 2018 setzte Alibaba im Juni-Quartal 80,92 Mrd. Yuan (umgerechnet 10,12 Mrd. Euro) um. Ein beeindruckender Anstieg von 61 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Wachstum wurde nicht nur von der traditionellen Handelsplattform angekurbelt, sondern auch von relativ neuen Geschäftsbereichen wie dem Cloud Computing. Trotzdem bleibt die Handelsplattform weiterhin der Hauptumsatzbringer. Dort lag das Umsatzplus wie im Gesamtkonzern bei 61 Prozent. Zudem kamen viele neue Alibaba-Nutzer hinzu. Die Zahl derjenigen, die mindestens einmal im Jahr auf den Alibaba-Plattformen einkaufen, lag bei 576 Millionen. Ein Anstieg von 24 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Nutzerzahlen wurden insbesondere von der starken Verbreitung mobiler Geräte wie Smartphones angetrieben.

Einmal mehr konnte Alibaba starke Wachstumszahlen präsentieren. Allerdings investiert das Unternehmen kräftig in neue Geschäftsbereiche, was die Profitabilität drückt. Alibaba hat vor allem digitale Angebote abseits des klassischen Internet-Handels und stationäre Läden im Blick. Zudem blickt man bei Alibaba, genauso wie bei vielen chinesischen Unternehmen, mit Sorge auf den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit. Dieser könnte den Ambitionen des Konzerns einen Strich durch die Rechnung machen.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Alibaba-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN DS2RK6, Laufzeit bis zum 18.09.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 8,77. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN DS56UR, aktueller Hebel 11,66; Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf fallende Kurse der Alibaba-Aktie setzen.

Stand: 20.09.2018

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Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.

DAX Analyse zum 21. September 2018: Raketenzündung – Index geht durch die Decke

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

ich halte weiterhin an meiner Erholungsbewegung für die nächsten Handelstage fest. Aufgrund der bisherigen Stabilität dieser Aufwärtsbewegung sollte sich dieses Verhalten auch auf das übergeordnete Bild auswirken. Dementsprechend halte ich auch auf Sicht von mehreren Wochen und Monaten an steigenden Kursen fest.

Nachdem die Zölle im Handelsstreit zwischen den USA und China angekündigt wurden, schwindet allmählich der Unsicherheitsfaktor. Obwohl weitere Zölle und eine Erhöhung der bisherigen angekündigt wurde, überwiegt derzeit das Aufatmen an den Börsen. Diese fielen insgesamt weniger heftig aus als im Vorfeld angenommen. Zusätzlich wurden freundliche Konjunkturdaten sowie erfreuliche Unternehmensnachrichten aus den USA verkündet. All dies sorgte für einen impulsiven Anstieg des DAX. Bis zum Tagesschlusskurs konnte er einen Gewinn von leicht unter einem Prozent generieren. Im außerbörslichen Handel setzte sich der Anstieg weiter fort. Der Index geht durch die Decke.

Ausblick für die nächsten Handelstage – Tagesansicht

Ein solches Kursverhalten wünscht sich wohl jeder bullisch-orientierte Anleger. Nachdem der DAX noch mehrere Handelstage seine Überverkauftheit vor einem Widerstand abbaute, ohne diesen überwinden zu wollen, deutete sich bereits ein weiterer bärischer Verlauf an. Doch seitdem der Widerstand von 12.100 Punkten überwunden wurde, läuft der DAX deutlich befreiter nach oben. Spätestens nach dem heutigen Handelstag sollte dies bewiesen sein. Denn die nächste Hürde -der GD20- konnte damit problemlos überwunden werden. Mein nächstes Kursziel befindet sich im Bereich von 12.460 bis 12.580 Punkten. Hier notieren die vergangenen lokalen Hochs von Februar bzw. März. Ebenfalls ist hier ein lokales Tief von Juli zu finden. Der GD200 (daily, aktuell bei ca. 12.611 Punkten) wird ebenfalls bald in dieser Zone notieren. Trotz der mittlerweile überkauften Slow Stochastik erwarte ich derzeit einen Anstieg bis in diese Zone. Der DAX befindet sich seit dem letzten lokalen Tief von ca. 11.860 Punkten insgesamt in einer impulsartigen Aufwärtsbewegung. In solchen trendstabilen Phasen ist die Aussagekraft von Oszillatoren eher begrenzt.

Sollte der DAX im Zuge dieser Aufwärtsbewegung auch den mittelfristigen Abwärtstrend vom Allzeithoch nachhaltig nach oben überwinden, ist auch im übergeordneten Kontext von einer Trendfortsetzung auszugehen. Ich erwarte insgesamt einen solchen Kursverlauf. Im Vorfeld ist jedoch nochmals eine mehrtägige Korrektur einzuplanen. Dabei sollte der DAX den Unterstützungsbereich von 12.100 Punkten nicht mehr nach unten durchbrechen, ansonsten wäre im Gegenzug mit weiteren Jahrestiefs zu rechnen. Das derzeitige notiert bislang im Bereich von ca. 11.711 bis 11.770 Punkten.

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Trading-Strategie – Stundenansicht

Der DAX deutete keine Umkehr am GD20 (daily) an. Dementsprechend halte ich an bestehenden Long-Positionen fest. Mein nächstes Kursziel befindet sich demnach im Widerstandsbereich von 12.460 bis 12.580 Punkten. Sollte der DAX diese Zone erreichen und erste Umkehrsignale bilden, werde ich voraussichtlich nach Short-Einstiegen Ausschau halten. Hier erwarte ich mehrtägige Gewinnmitnahmen. Das übergeordnete Long-Szenario bleibt dennoch weiterhin intakt, solange sich der Index nachhaltig oberhalb des Unterstützungsbereichs von 12.100 Punkten aufhalten kann.

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Qualitätsaktie der Woche – Continental – Wandel zum Technologiekonzern schreitet voran

Das ausgesprochen solide Wachstum der vergangenen Jahre hat Continental insbesondere den anhaltend hohen Absatzzahlen der Autoindustrie zu verdanken. Die konzernweite Gewinnentwicklung war dabei zuletzt mehr als beachtlich. Im 5-Jahresdurchschnitt lag hier der Zuwachs bei immerhin 10%. Aber auch mit der hohen Eigenkapitalrendite von 20% kann Continental überzeugen. Dennoch liegt das 2019er KGV der Aktie nach dem jüngsten Kursrückgang nur bei 10.

Mit einem Jahresumsatz von 44 Mrd. Euro ist Continental einer der international führenden Hersteller von Reifen, Komponenten und Modulen für die gesamte Fahrzeugindustrie. Dabei umfasst die Produktpalette des Unternehmens neben Reifen auch Technologien für Bremssysteme, Fahrdynamikregelungen und Luftfedersysteme. Continental fertigt zudem verschiedenste Produkte zur Verbesserung der Passagiersicherheit sowie die Geräusch- und Schwingungsdämpfung an Fahrgestellen und Karosserien. Kernbereiche des Autozulieferers sind darüber hinaus neben der Entwickelung und Herstellung auch Serviceleistungen rund um Fahrwerksensoren, Fahrerassistenz- und Airbagsysteme. Endprodukte zur Motorsteuerung und Transportbandsysteme stellt Continental ebenfalls her. Hier sind die Kunden vornehmlich in der Druck- und Lebensmittelbranche sowie im Maschinen- und Anlagenbau zu finden. Des Weiteren forscht und arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen Partnern zusammen an digitalen Vernetzungskonzepten sowie in den Bereichen Autonomes Fahren und Elektroantriebe.

Wandel zum Technologiekonzern schreitet voran

Continental beschleunigt seinen derzeitigen Umbau und wird dabei immer mehr zum Technologieunternehmen. Wie der Zulieferer gestern auf der IAA-Nutzfahrzeugmesse bekannt gab, wolle er mit dem Bremssystem-Anbieter Knorr-Bremse bei der Entwicklung des hochautomatisierten Fahrens von Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten. Schwerpunkt sei das sogenannte Platooning, also automatisiertes Kolonnenfahren. Aller Voraussicht nach könnten Continental zufolge Kunden ab 2019 eine Kolonne aus 3 miteinander gekoppelten Lastwagen testen. Nach dem automatisierten Kolonnenfahren folge in der weiteren Entwicklung das automatisierte Fahren auf der Autobahn. Nach 3 bis 4 Jahren sollten die Kolonnen über ausgewählte Straßen fahren können, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Kolonnenfahren erlaube auch ein deutlich effizienteres Fahren, das bis zu 15% an Spritkosten einsparen könne. Zudem bewirke die Automatisierung einzelner Fahrfunktionen wie Spurwechsel oder Fahren in der Baustelle, dass Nutzfahrzeuge sicherer fahren, da das geplante System auch eigenständig Umfelderkennung sowie Fahrplanung und -entscheidung übernehme. Continental selbst liefert für das gemeinsame Projekt verschiedene Sensoren sowie die zentrale Recheneinheit und übernimmt dazu die komplexe digitale Vernetzungsthematik. Knorr-Bremse dagegen steuert etwa Systeme für Bremse und Lenkung bei. Im Nutzfahrzeuggeschäft mit Reifen, Kautschukprodukten und Elektronik hatte der Autozulieferer 2017 die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr von 4,1 Mrd. auf 4,7 Mrd. Euro erhöht. Gleichzeitig kletterte der Konzernumsatz auch dank der boomenden Autobranche um fast 9% auf 44,0 Mrd. Euro.

Niedriges KGV trotz solider Wachstumszahlen

Das ausgesprochen solide Wachstum der vergangenen Jahre hat Continental insbesondere den anhaltend hohen Absatzzahlen der Autoindustrie zu verdanken. Die konzernweite Gewinnentwicklung war dabei zuletzt mehr als beachtlich. Zwar hatte sich der Gewinn seit 2012 von 1,88 Mrd. Euro auf 2,95 Mrd. Euro im letzten Geschäftsjahr nicht ganz verdoppelt. Im Durchschnitt war dies aber immerhin ein Anstieg von 10%. Zugleich legten die Erlöse des Qualitätsunternehmens um durchschnittlich 6% zu. Aber auch mit der hohen Eigenkapitalrendite von 20% im operativen Geschäft kann Continental überzeugen. Nach dem jüngsten Kursrückgang liegt das 2019er KGV der Aktie aktuell nur bei 10. Die derzeitige Dividendenrendite von 2,8% ist ebenfalls nicht zu verachten.

Die Continental-Aktie befindet sich im Qualitäts-Auswahlindex QIX Deutschland. Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

US-Qualitätsaktie SEI Investments setzt mit Innovationen auf eine anhaltende Marktexpansion

Das Schöne an regelbasierten Depotkonzepten ist, dass sich ihr Erfolg rückberechnen lässt. Und weiterverfolgen wird man eine derartige Strategie natürlich nur dann, wenn damit in der Vergangenheit gute Ergebnisse heraussprangen.

Das ist sicherlich auch bei unseren High Quality Stocks USA der Fall. Denn diese erzielten von 1999 bis 2018 ein Plus von 16,21 % p.a. Sehen lassen kann sich aber nicht nur die ganz langfristige Bilanz, sondern auch das Resultat seit dem Start dieser Strategie im Traderfox-Magazin am 12.06.2015. Denn seitdem beträgt der Zuwachs 91,75 %, was bei einer Outperformance von 43,21 %-punkten den Vergleichsmaßstab S&P 500 Total Return Index alt aussehen lässt.

Erzielt wurde dieses Ergebnis dabei mit Aktien, die mit seit vielen Jahren stabilen Umsatz- und Gewinnzuwächsen überzeugen konnten sowie mit hohen Kapitalrenditen und hohen Nettogewinnmargen, mit gesunden Bilanzen sowie mit einer geringen Kursvolatilität.

Ranglistenplatz 12

Auf Platz 12 in der aktuellen Rangliste der High Quality Stocks USA sind die Aktien von SEI Investments Co. (ISIN: US7841171033) zu finden. Dabei handelt es sich um eine Investmentgesellschaft mit Schwerpunkt auf Asset-Management und Beratungsdienstleistungen. Der respektable Rang geht dabei einher mit einer in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt erzielten Nettogewinnmarge von 25,2 %, einem Umsatzwachstum von 9 % p.a. und einem Gewinnwachstum von 14 % p.a.

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Einzustufen ist die früher unter dem Namen Simulated Environments Inc. aufgetretene SEI Investments als ein weltweit führender Anbieter von ausgelagerten Lösungen für Vermögensverwaltung, Investment Processing und Investment Operations. Wie es nach eigenem Bekunden heißt, helfen die angebotenen innovativen Lösungen Unternehmen, Finanzinstituten, Finanzberatern und wohlhabenden Familien dabei, Vermögen zu schaffen und zu verwalten.

Firmenhistorie von 50 Jahren

Zu den Kunden gehören wie eben bereits angedeutet Unternehmen, Finanzinstitute und Berater, institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen, die möglicherweise einen Teil ihrer Finanzplanung auslagern müssen. Der Großsteil der verwalteten Vermögen stammt aus Publikumsfonds und gepoolten oder separat verwalteten Vermögen.

Seit der Gründung vor rund 50 Jahren legt das mit Hauptsitz in Oaks im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässige Unternehmen großen Wert darauf, technologische Lösungen als Teil seiner Plattform für Finanzdienstleistungen anzubieten. Die Umsatzerlöse werden hauptsächlich aus monatlich vereinnahmten Gebühren erzielt, die aus vertraglich vereinbarten Dienstleistungen oder aus festen Prozentsätzen gemessen am verwalteten Vermögen stammen.

Der Finanzdienstleister kann wie bereits zuvor erwähnt auf eine solide Geschäftsentwicklung zurückblicken. Das ist auch den nachfolgenden Grafiken zu den finanziellen Eckdaten zu entnehmen.

Entwicklung der finanziellen Eckdaten

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Quelle: SEI Investments

Vorstand gibt sich zuversichtlich

Vorzeigbar sind auch die Zahlen für das zweite Quartal im Geschäftsjahr 2018 ausgefallen. Der verwässerte Gewinn pro Aktie betrug da 0,75 USD gegenüber 0,57 USD im zweiten Quartal 2017. Beim Umsatz ergab sich zudem ein Anstieg von 9 % auf 404,83 Mio. USD. Als hilfreich erwies sich dabei natürlich auch die Tatsache, dass die US-Steuerreform im zwiten Quartal zu einer effektiven Steuerquote geführt hat, die mit 21,1 % deutlich niedriger war als im Vorjahreszeitraum mit 32,1 %.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden Alfred P. West lassen die erzielten Ergebnisse aber auch losgelöst von den Steuereffekten ganz allgemein den folgenden Schluss zu: „Die Finanzzahlen des zweiten Quartals spiegeln die zunehmende Akzeptanz unserer Lösungen in unseren Märkten sowie die anhaltende Migration auf die Plattformen von SEI wider, wobei das insbesondere für die SEI Wealth PlatformSM gilt.” Und diese Einschätzung ergänzte er noch mit dieser optimistischen Einschätzung. „Wir gewinnen weiterhin neue Kunden, verbessern unsere Plattformen und schaffen Skaleneffekte, während wir unsere langfristige Strategie umsetzen. Wir sind der Meinung, dass wir damit auf dem besten Weg sind, nachhaltiges Wachstum für unsere Aktionäre zu generieren.”

Große Investitionsbereitschaft

Mit Blick auf den Aktienkurs ist letzteres schon lange gelungen. Wenngleich sich zuletzt eine Korrekturbewegung breit gemacht hat, steht von September 1990 bis heute noch immer ein Anstieg von 0,62 USD auf 62,59 USD zu Buche, wobei sich das im März aufgestellte Schluss-Rekordhoch sogar bei 77,70 USD bewegte.

Die Verantwortlichen in dem Unternehmen sind gewillt, das bewährte Geschäftsmodell auch weiterhin in Wachstum umzumünzen. Gelingen soll das unter anderem durch eine Fokussierung auf neue Kundenbedürfnisse sowie eine Bereitstellung der dazu benötigten Plattformen. Zu den Zielvorgaben zählt es dabei, ein nachhaltiges Wachstum beim Ergebnis je Aktie zu erzielen, sowie wiederkehrende Umsätze und vorhersehbare Cashflows zu generieren.

Für ganz wichtig für den eigenen Erfolg hält der Vorstand wie schon in der Vergangenheit eine Kultur, die Innovationen ermöglicht. Dazu gehören die Bereitschaft zu umfangreichen Investitionen sowie die Förderung eines innovativen und risikobereiten Arbeitsklimas. Investitionen dienen dem Ziel, das Wachstum voranzutreiben und dazu sollen
8-10 % des Umsatzes in die Plattform-Entwicklung gesteckt werden. Zum Instrumentenkasten sollen dabei vermehrt Zukunftstechnologien wie Robotertechnik, Datenanalyse, Blockchain oder künstliche Intelligenz gehören. Mehr dazu verraten auch die beiden nachfolgenden Grafiken aus einer Unternehmenspräsentation.

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Quelle: SEI Investment

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Quelle: SEI Investments

Dividenden steigen, Zahl der eigenen Aktien sinkt

Analysten scheinen SEI Investments mit Hilfe der skizzierten Anstrengungen auf einem guten Weg zu sehen. Zumindest trauen sie der Gesellschaft von 2017 bis 2020 eine Steigerung des Gewinns je Aktie von 2,41 USD auf 3,77 USD zu. Hält dieser Trend auch danach weiter an, sollte das dem zuletzt schwächelnden Aktienkurs bald wieder auf die Sprünge helfen.

Im Sinne der Aktionäre ist sicherlich auch die betriebene Politik in Sachen Dividenden und Aktienrückkäufe. Die Ausschüttungen sind seit 2010 Jahr für Jahr ohne Unterbrechung gestiegen und das dürfte zunächst auch so weiter gehen. Das gilt auch für den Rückerwerb eigener Aktien, von denen im zweiten Quartal 1,6 Mio. im Gesamtwert von 104,6 Mio. USD gekauft wurden. Insgesamt sank die Zahl der ausstehenden eigenen Aktien von 2008 bis heute von 195,23 Mio. auf 162,83 Mio.

Kauf? Ja, nein, vielleicht und ein Kursziel mit Verdopplungspotenzial

In der ersten Septemberwoche war man bei der US-Bank JPMorgan noch der Meinung, dass ein Kursziel von 33 Euro für die Aktie von Rocket Internet genau richtig sei. Das „Overweight“ wurde von Analyst Marcus Diebel nach den Zahlen der Modeonlinetochter Global Fashion Group bestätigt, weil sich leichte Margenverbessrungen gegenüber dem Vorjahr erkennen ließen. Genau 7 Tage später kappte Analyst Marcus Diebel sein Kursziel auf 29,60 Euro und stufte die Aktie auf „Neutral“ ab (10 % Potenzial). Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass sich die Aktie seit einer Kaufempfehlung von JPMorgan im Februar mit einer Performance von 25 % sehr gut entwickelt habe. Nun hätten sich die Aussichten aber eingetrübt. Der Börsenwert von 4,5 Mrd. Euro spiegle den Wert des Start-up-Brutkastens angemessen wider. Neu Kurstreiber, die für frische Impulse sorgen könnten, seien nicht zu erkennen.

Das kann man auch anders sehen: Laut Der Aktionär dürfe es nach den vier Börsengängen von Zalando, Delivery Hero, HelloFresh und Home24 nun nicht mehr allzu lange dauern, bis die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet Börsengang Nummer 5 in die Wege leite. Kandidat dafür sei der Onlinehändler Westwing. Durch den Verkauf neuer Aktien wolle der Anbieter von Möbel, Accessoires und Textilien von Designer- und Eigenmarken im Internet bis zu 120 Mio. Euro einnehmen. Das Geld solle in erster Linie in weiteres Wachstum investiert werden, zum Teil aber auch der Schuldentilgung dienen.

Noch hätten weder Rocket Internet noch Westwing nähere Angaben über den Zeitpunkt des Börsengangs gemacht. Erfahrungsgemäß dauere es aber lediglich wenige Wochen bis zur Umsetzung nach der ersten Ankündigung. Wenn nicht die Herabstufung durch JPMorgan auf der Aktie lasten würde, dann wäre die Aktie für Der Aktionär sicherlich ein Kauf mit einem Kursziel von 35 Euro (30 % Potenzial). Allerdings raten die Börsenexperten Neueinsteigern derzeit dazu, angesichts des näher rückenden Stopps bei 25 Euro, mit dem Einstieg noch ein wenig zu warten.

Komplett aus einer anderen Umlaufbahn ist das Kursziel von 53 Euro der Privatbank Berenberg, das aktuell einem Potenzial von 95 % entsprechen würde. Ende Juli schrieb Analystin Sarah Simon, dass die Aktie von Rocket Internet dank einer sich verbessernden Transparenz der Beteiligungsgesellschaft noch reichlich Luft nach oben habe. Dem erfolgreichen Börsengang von Home24 dürften noch weitere IPOs der Start-up-Schmiede folgen und die Erfolgstory fortsetzen.

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Hinweis: Im  “aktien Magazin” informieren wir unsere Leser Woche für Woche über die wichtigsten Kaufempfehlungen renommierter Analystenhäuser und Banken sowie aus Printmedien und Börsenbriefen. Unsere Leser lieben dabei unser Ranking der Top-Kursziele. Sie sehen sofort welche Aktien laut Analysten das derzeit höchste Kurspotenzial haben!


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DAX Analyse zum 20. September 2018: Aufwärtstrend etabliert, keine Sorgen mehr um Handelsstreit?

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

ich halte weiterhin an meiner bullischen Einstellung für die nächsten Handelstage fest. Zeigt sich der DAX in den kommenden Tagen ebenfalls so stabil wie bisher, ist auch im übergeordneten Kontext mit weiter steigenden Kursen zu rechnen.

Weit weg von der Unsicherheit um eine weitere Eskalationsstufe im Handelsstreit zwischen China und den USA startete der DAX zunächst mit einem leichten Aufwärts-Gap in den neuen Börsentag. Von hier aus legte er eine mehrstündige Entscheidungsphase aufs Parkett. Er bewegte sich in einer verengten Handelsspanne unmittelbar am Tageshoch und gleichzeitig dem Eröffnungsbereich. Mit den US-Amerikanern im Rücken startete der DAX zum Nachmittag nochmals durch. Er setzte seine Aufwärtsbewegung fort. Er brach auf neue Tageshochs aus und konnte dabei sogar den nächsten Widerstandsbereich ansteuern. Bis zum Tagesschlusskurs verweilte er auf diesem Niveau. Die Bullen bleiben standhaft und lassen nur geringfügig Schwäche zu. Es hat sich mittlerweile vom lokalen Tief ein Aufwärtstrend etabliert. Legt der DAX die Sorgen des Handelsstreits allmählich beiseite?

Ausblick für die nächsten Handelstage – Tagesansicht

Dem DAX gelang mit dem heutigen Kurssprung endlich die Überwindung des entscheidenden Widerstandsbereichs von 12.100 Punkte. In dieser Zone notierte die Unterkante des ehemaligen Doppelbodens. In den vergangenen Handelstage blieb trotz mehreren Breakout-Versuchen sowie einer verengten Konsolidierung vor diesem Bereich ein nachhaltiger Durchbruch verwehrt. Durch die steigende Slow Stochastik wäre eine verlängerte Konsolidierung ein eher bärisches Zeichen gewesen. Denn der Oszillator signalisiert allmählich wieder eine überkaufte Situation, in welcher es grundsätzlich vor Widerstandsbereichen schwieriger wird, neue Käufer zu finden. Mit der Überwindung dieses Pullback-Bereichs erstreckt sich ein weiteres Aufwärtspotenzial bis zum nächsten Widerstand. Dieser notiert im Bereich von 12.460 bis 12.580 Punkten. Hier notieren entscheidende charttechnische lokale Extrempunkte aus Ende Februar, März und Juli. Grundsätzlich gehe ich für die nächsten Handelstage und -wochen von einem Erreichen dieser Widerstände aus. Allerdings sollten erste Gewinnmitnahmen eingeplant werden.

Fällt der DAX nachhaltig unter die Kursmarke von 12.040 Punkten, ist mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis zu den Jahrestiefs von Ende März zu rechnen. Diese befinden sich im Bereich von 11.711 bis 11.770 Punkten. Der ehemalige Widerstands-/Pullback-Bereich des Doppeltiefs bei ca. 12.100 Punkten wird nun zur untergeordneten Unterstützung.

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Trading-Strategie – Stundenansicht

Der DAX notiert unmittelbar am GD20 (daily, aktuell bei ca. 12.230 Punkten). Grundsätzlich ist nach einer derartigen mehrtägigen Erholungsbewegung in solch einem unsicheren Marktumfeld mit ersten Gewinnmitnahmen zu rechnen. Sollte der DAX also im aktuellen Bereich ein lokales Hoch andeuten, halte ich nach möglichen Short-Einstiegen (auf Sicht von wenigen Tagen) Ausschau. Im übergeordneten Bild bleibe ich weiter bullisch eingestellt. Demnach suche ich bei einem möglichen Erreichen des Kursbereichs von 12.040 Punkten nach Long-Einstiegen. Inaktiv wird diese Long-Trading-Strategie erst bei einem Unterbieten der Kursmarke von 11.940 Punkten.

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Hella – Autozulieferer trotzt dem Branchentrend

Wirklich lustig finden Anleger derzeit nicht den Blick auf die Entwicklung ihrer Aktien aus dem Automobilsektor. Daimler, BMW und Volkswagen sind nicht nur von den Jahreshochs weit entfernt, noch schlimmer sieht ein Blick auf die Fünfjahrescharts aus – es gibt da Abschläge von gut und gerne 50 % zu beobachten. Nicht besser ist die Situation unter den Zulieferern der Branche. PWO, SHW, Continental, Schaeffler und wie sie nicht alle heißen – die Charts sind zum Teil in den letzten Wochen in krasse Sturzflüge übergegangen. Das alles hat seinen Anfang genommen mit „Dieselgate“. Zuletzt kamen aber auch die Sorgen um Strafzölle und einen möglichen Handelskrieg hinzu. Und dann gibt es da noch Stimmen, die davon sprechen, dass die deutsche Autoindustrie bei zukunftsweisenden Entwicklungen einfach total gepennt haben und jetzt Gefahr laufe, den nächsten großen Fortschritt in der Autoindustrie zu verpassen.

Seltsamerweise gibt es aber eine Ausnahme in dieser Gruppe von Autoaktien, die sich – vielleicht noch – erstaunlich gut gegen den Abwärtstrend stemmt: Hella. Natürlich hat auch die Aktie von Hella schon höher notiert und zuletzt nachgegeben. Aber der Abstand zum Allzeithoch beträgt gerade einmal 15 %.

Das Weltuntergangsszenario der Autobranche wird bei diesem Titel bislang nicht gespielt – und wieder möchte man „noch“ anfügen. Der Schweinwerferspezialist dürfe laut Börse Online aber in der kommenden Wochen in den Fokus der Anleger rücken, denn die Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 werden am 27. September veröffentlicht. Es sei davon auszugehen, dass die Geschäftsentwicklung in den Monaten Juni bis August erfreulich verlaufen sei. Die Licht- und Elektroniksparte dürfe dank zahlreicher Serienaufträge der Wachstumstreiber gewesen sein – vielleicht handle es sich dabei aber um einen Einmaleffekt.

Weiterhin sei davon auszugehen, dass mit den Produktionsstarts die Werksauslastung steigen dürfte. Damit könne auch die operative Marge im Autogeschäft zulegen. Weil allerdings das Geschäft mit Spezialanwendungen dem Konzern aus Lippstadt im Vorjahr eine Sonderkonjunktur beschert habe, werde sich die Profitabilität des Gesamtkonzerns wohl nur marginal verbessert haben im 1. Quartal. Angesichts der Gemengelage in der Autobranche dürfe Hella laut Börse Online damit wie erwartet gute Zahlen in der kommenden Woche vorlegen. Dann sei es durchaus möglich, dass sich die Aktie aus der Sippenhaft des Sektors befreie und den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnehme. Börse Online rät mit einem Kursziel von 70 Euro zum Kauf (40 % Potenzial).

Mit einem Kursziel von 70 Euro lehnen sich die Experten von Börse Online momentan ganz schön weit aus dem Fenster. Die meisten anderen Analysten backen kleinere Brötchen bei  dem MDAX-Titel. Rückenwind für die Aktie kam allerdings heute durch eine Einstufung mit „Overweight“ und einem Kursziel von 63 Euro von der US-Bank JPMorgan (26 % Potenzial). Analyst Jose Asumendi hatte nach einer neuen globalen Produktionsprognose für die Autobranche durch das  Marktforschungsinstituts IHS seine Empfehlung bestätigt, obwohl er seine Schätzungen für den Gewinn je Aktie des Autozulieferers in den kommenden beiden Geschäftsjahren leicht reduziert hat.

Der Analyst Marc-Rene Tonn vom Analysehaus Warburg Research ging bei seiner letzten Besprechung des Titels im August davon aus, dass Hella im laufenden Jahr stärker als die Branche wachsen werde. Daher bekräftigte Warburg Research das „Buy“ und Kursziel von 65 Euro für den Autozulieferer (30 % Potenzial).

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Bildherkunft: HELLA