Dieser IT-Spezialist arbeitet für den US-amerikanischen Geheimdienst – die Aktie ist ein absoluter Dauerläufer!

Hallo Investoren, Hallo Trader

Bevor wir uns einen eher unbekannten US-amerikanischen IT-Spezialisten ansehen, könnt ihr euch sogleich entscheiden, ob ihr den Artikel lieber lesen oder auf You-Tube ansehen wollt.

Der TraderFox Big Call-Check beziehungsweise Robustheits-Check weist jeder Aktie bis zu 15 Punkte zu. Dabei identifiziert dieses Screening-Template Aktien, die gut für langfristige Call-Spekulationen geeignet sind. Wichtig bei dem Ranking war uns, dass nur erfolgreiche Gewinnerfirmen am Aktienmarkt identifiziert werden, bei denen die tägliche und wöchentliche Volatilität der Aktie so gering wie möglich ist, da höhere Volatilität auch zu höheren Optionsprämien führt. Daneben soll der historische Drawdown der Aktie möglichst gering sein. Es werden Aktien gesucht, die sich stabil entwickelt haben und die gleichmäßig und kontinuierlich steigen. Bei gehebelten Spekulationen ist es zudem wichtig, dass man von heftigen Marktkorrekturen nicht mit voller Wucht getroffen wird. Darum prüfen wir die Korrelation und die Outperformance der Aktien an negativen Gesamtmarkttagen. Es wird zum Beispiel die durchschnittliche Outperformance der Aktien berechnet, wenn der Markt fällt. Aktien, die an schwachen Markttagen zu Kursgewinnen tendieren, versprechen Robustheit gegen Marktschwankungen.

Dieses Template verwenden wir unter anderem um geeignete Aktien für unsere Publikation “The Big Call” zu finden. Mehr Infos zum Magazin findet ihr auf www.aktien-mag-de. Wie immer weise ich darauf hin, dass es sich im Beitrag nur um meine eigene Meinung handelt und ich keine Aktien oder sonstigen Finanzprodukte zum Kauf oder Verkauf empfehle. 

Vorgehensweise

Nun aber will ich euch zeigen, wie ihr das Screening findet und nutzt. Nachdem ich mich bei www.traderfox.de angemeldet habe, öffne ich das Tool AKTIEN-RANKINGS. Grundlage dieses Tools ist die Datenbank von Morningstar. Über 15.000 in Europa und den USA gelistete Aktien können damit untersucht werden. Das Tool ist Teil des Abopaketes „TraderFox Morningstar Datenpaket“ und gibt es für 25 € im Monat. Infos dazu findet ihr unter folgendem Link: https://rankings.traderfox.com

Wenn ich auf Scannen gehe, öffnet sich sogleich eine Liste, gerankt nach den attraktivsten Big Call-Aktien. Auf Platz 1 befindet sich Rollins, über das ich in diesem Format schon öfter berichtet habe. Sehr spannend finde ich CACI International, das sich auf Platz 6 befindet, und das wir uns heute ansehen.

CACI International [CACI | ISIN US1271903049] ist ein IT-Spezialist aus den USA. Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Dienstleistungen für den amerikanischen Geheimdienst, die Heimatschutzbehörde und das Verteidigungsministerium sowie für kommerzielle Kunden. Das Ziel ist es, mit den Produkten, u. a. aus den Bereichen IT und Cybersecurity, für Sicherheit rund um das Internet zu sorgen. Die Abkürzung CACI steht für Consolidated Analysis Centers. Das Unternehmen wurde 1973 von Herb Karr und dem Ökonom Harry Markowitz gegründet. Markowitz erhielt später für seine Portfoliotheorie gemeinsam mit den Professoren Merton Miller und William Sharpe den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Das Unternehmen ist dem Technologiesektor und der Branche „Information Services“ zuzuordnen. Die Marktkapitalisierung liegt bei 9,56 Mrd. USD.

Geschäftsmodell 

Das Geschäftsmodell von CACI ist einfach zu verstehen. So bietet es über seine Tochtergesellschaften maßgeschneiderte Lösungen in den Bereichen Netzwerke, Cybersicherheit, Satellitenkommunikation, Datenanalyse oder der Geoinformatik. Dabei bietet das Unternehmen eine breite Palette an Produkten an, wozu beispielsweise SkyTracker gehört. Das ist eine satellitengestützte Lösung für Tracking und Überwachung von Flugzeugen und Schiffen in Echtzeit. 97 % aller Einnahmen werden in den USA erzielt. Im letzten Jahr erwirtschafte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 6,7 Mrd. USD, was einem YoY-Wachstum von 8,1 % entsprach, während ein starker freier Cashflow von 282 Mio. USD in den Büchern stand. 

Robustheits-Check 

Nach dem TraderFox-Robustheits-Check befindet sich das Unternehmen auf Platz 6 und erhält aktuell 15 von 15 möglichen Punkten. Dabei ist insbesondere die geringe Volatilität stark, wobei die Volatilität auf Sicht von 200 Tagen nur bei 3,24 % liegt. Der 10-Jahresdrawdown liegt lediglich bei 22,36 %. So einen geringen Drawdown haben in den letzten Jahren nur knapp 2 % aller US-Aktien geschafft. Das kann Anlegern, wenn sie Aktien mit Hebelprodukten begleiten, durchaus ein beruhigendes Gefühl geben.

Auch die Robustheit in Abwärtsphasen gegenüber dem breiten Markt kann sich sehen lassen, wobei die Outperformance an negativen Markttagen sehr hoch ist. Daneben überzeugt das Unternehmen mit einer operativen Marg von knapp 9 %, die zuletzt leicht gesteigert werden konnte. Das durchschnittliche Umsatzwachstum auf Sicht der letzten fünf Jahre war mit 8,45 % durchaus zufriedenstellend. Das Gewinnwachstum lag mit 6,29 % etwas niedriger. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass das Unternehmen zuletzt die Verschuldung gesenkt hat. Die Bewertung mit einem KGV von 20 und einem KUV von 1,4 für das laufende Jahr, ist moderat und liegt im Bereich der Peer-Group.

Vergleichswerte 

Mit dem TraderFox Aktien-Terminal könnt ihr euch die Performance von Aktien in den letzten Jahren ansehen sowie Aktien mit anderen Aktien vergleichen. Dabei könnt ihr auf einen Blick sehen, in welchen Bereichen die Aktie Schwächen aufweist oder eine andere Aktie stärker ist. Ganz klar punktet CACI in den Bereichen geringe Volatilität, Sicherheit, Qualität und Momentum, während der Punkt Dividende negativ abschneidet. Das aber ist nicht verwunderlich, da das Unternehmen keine Dividende bezahlt. Allerdings wurden allein im letzten Jahr Aktien im Wert von mehr als 250 Mio. USD zurückgekauft, während das Management aktuell autorisiert ist, Aktien von etwa 500 Mio. USD zurückzukaufen. 

Wachstumsaussichten 

Die Ausgaben für Verteidigung in den USA dürften in den kommenden Jahren weiter anziehen, während Kriege inzwischen nicht mehr nur auf der Erde ausgetragen werden, sondern sich zusätzlich in den Weltraum und in das Internet verlagern. Die Perspektiven könnten für CACI damit kaum besser sein. Mit hunderten von Kunden bestehen langjährige Dienstleistungsverträge. 23.000 Mitarbeiter sind für sie verteilt in 120 Ländern im Einsatz. Immer voller werden die Auftragsbücher. Im letzten Jahr gab es einen Mega-Auftrag in Höhe von bis zu 2,7 Mrd. USD von der NSA, dem ausländischen Geheimdienst der USA. Dabei geht es um die Bereitstellung von Netzwerkanalysen für die Auslandsaufklärung und Cybersicherheitsmissionen. CACI arbeitet bereits seit mehr als 20 Jahren mit der NSA zusammen. 

Das Schöne an Regierungsaufträgen aus dem Sicherheitsbereich ist, dass die Nachfrage weitgehend konstant ist, aber gleichzeitig der monetäre Umfang kontinuierlich zunimmt. Am 11. Juni kam ein Auftrag der US-Air-Force hinzu, wobei es um KI und Laserkommunikationstechnologie für den Weltraum geht. Am selben Tag gab CACI einen Auftrag in Höhe von 2 Mrd. USD für die NASA bekannt. CACI wird die Wartung von IT-Systemen der NASA übernehmen, neue Anwendungen entwickeln und Rationalisierungsmaßnahmen durchführen, um die Effizienz in allen NASA-Zentren zu verbessern. Auch die US-Marine ist ein großer Auftraggeber. Im letzten Jahr flatterte ein Siebenjahresvertrag im Wert von 1,7 Mrd. USD der Marine auf den Tisch, um ein neues System für die Signalaufklärung und die elektronische Kriegsführung an Bord von Schiffen zu entwickeln und einzusetzen.

 

Für das laufende Geschäftsjahr und darüber hinaus ist das Management guter Dinge. So wird erwartet, dass die Kundennachfrage durch ein sich ständig weiterentwickelndes und erhöhtes globales Bedrohungsumfeld angetrieben wird. Das technologische Tempo und die Fähigkeiten der Gegner sowie die Notwendigkeit der Modernisierung von Behörden, um die Effizienz zu steigern und die Sicherheit zu erhöhen, dürften CACI auch in Zukunft viele interessante Wachstumsmöglichkeiten bieten. Das Forschungs- und Entwicklungsteam treibt aktuell mit höchster Priorität neue Standards in den Bereichen der Signalaufklärung und der elektronischen Kampfführung voran. Darunter wird im Bereich der Photonik geforscht, um nicht nur optische Kommunikation, sondern auch Fernerkundung und andere Anwendungen zu ermöglichen.

Was ich interessant finde ist, dass 46 % der vergebenen Aufträge im letzten Jahr neue Geschäfte für CACI waren, was eine erweiterte Kundenbasis bedeutet. Und genau das darf man nicht unterschätzen. Denn ein größerer Kundenstamm bedeutet für CACI eine größere Basis an wiederkehrenden Einnahmen, da das Geschäft eine sehr hohe Bindungsrate aufweist. 98 % der Verträge stammen von bestehenden Kunden, und CACI hat nur eine Rate von 1 % an Neuverträgen. Mit zuletzt neuen Aufträgen in Höhe von 3,5 Mrd. USD wuchs der Gesamtauftragsbestand von CACI um 13 % auf 28,6 Mrd. USD. Das heißt, der Auftragsbestand entspricht mehr als dem Vierfachen des Umsatzes von CACI in den letzten zwölf Monaten. Und für mich heißt das, dass wir hier vermutlich in den nächsten fünf Jahren ein weiter solides Wachstum im Bereich von 10 % sehen werden.

Risiko 

Das größte Risiko dürfte wohl aktuell in der Umsetzung des Auftragsbestände zu sehen sein. Diese sind enorm angestiegen und müssen ohne Verzögerung abgearbeitet werden. Gelingt dies nicht, würde sich das negativ auf das Umsatzwachstum auswirken und würde überdies zu einer niedrigeren Marge führen, was eine Verfehlung der Prognose zur Folge hätte.

Nun schaue ich mir noch die Kursentwicklung an: 

Die Aktie von CACI International befindet sich in einem mehr als 30-jährigen Aufwärtstrend und notiert aktuell am Allzeithoch bei 430 USD. Seit Anfang der 90er Jahre legte sich mehr als 40.000 % zu. Die Performance der letzten 10 Jahre lag im Durchschnitt bei 20 %. Nach einer mehrwöchigen Konsolidierung könnte zeitnah der nächste Trendschub folgen. 

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Ich wünsche euch eine gute Woche!

Bis bald

Andreas Haslinger

Verwendete Tools:

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Aufklärung über mögliche Interessenkonflikte:

Wenn TraderFox-Redakteure gehebelte Trades eingehen, wählen sie in der Regel ausschließlich Produkte von TraderFox-Partner-Emittenten. Diese sind derzeit: City, Goldman Sachs, HVB, DZ Bank, Morgan Stanley und UBS.

TraderFox-Redakteure klären im Artikel über Eigenpositionen auf. Wenn ein anderer Redakteur an der Erstellung des Artikels mitgewirkt oder davon gewusst hat, wird dieser namentlich gennant und es findet ebenfalls eine Aufklärung über Eigenpositionen statt.

Eigenpositionen:

Verantwortlicher Redakteur Andreas Haslinger: Keine 

Chartanalyse Continental: Automobilzulieferer auf der Abschussliste!

Hallo Trader und Investoren,

heute werfen wir einen Blick auf die Aktie von Continental. Der Automobilzulieferer ist mit über 11 Mrd. Euro an der Börse bewertet.

2021 schaffte es die Aktie von Continental (CON) nach dem Corona-Tief bis auf 132 Euro nach oben. Als die Notierungen im August unter die 40-Wochenlinie fielen, ging es mit den Papieren des Automobilzulieferers bis 44 Euro nach Süden. Im Oktober 2022 startete eine v-förmige Erholung, welche 2023 in eine Seitwärtsbewegung überging. Die Range erstreckte sich zwischen 79 und 58 Euro. Jetzt wurde die Seitwärtsbewegung mit einem bärischen Impuls nach unten verlassen. Der Abverkauf ging bis zur Unterstützung bei rund 54 Euro. Auf diese starke Bewegung könnte eine technische Gegenreaktion folgen. Bei rund 60 Euro befindet sich der nächste Widerstand. Dreht die Aktie in diesem Bereich wieder nach unten, könnte man bei gutem Chance-Risiko-Verhältnis eine Short-Position eröffnen. Als Zielbereich definieren wir in unserem Szenario das markante Tief aus dem September 2022.

Bevorzugtes Szenario: Short-Einstieg bei 59 Euro, SL über 65 Euro.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall will vom Autozulieferer Continental gezielt nicht mehr benötigte Mitarbeiter übernehmen. Bis zu 100 Mitarbeiter des vor der Schließung stehenden Conti-Bremsenwerks in Gifhorn sollen zu Rheinmetall nach Unterlüß in der Lüneburger Heide wechseln. Der Rüstungskonzern errichtet dort eine neue Munitionsfabrik. Auch an weiteren Conti-Standorten sollen die dortigen Mitarbeiter gezielt über mögliche Perspektiven bei Rheinmetall informiert werden. Die tiefgreifenden Veränderungen bei Continental betreffen neben dem defizitären Bremsenwerk Gifhorn ebenso die Standorte Schwalbach und Wetzlar in Hessen. Auch diese will der Automobilzulieferer dicht machen. Die Transformation bei Continental trift auf ein schwächelndes E-Auto-Geschäft. Das Unternehmen ist von neuen Softwarearchitekturen der Hersteller betroffen, die alte Zuliefer-Hierarchien komplett umkrempeln.

Bis zur nächsten spannenden Analyse,

Wolfgang Zussner

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Der Autor handelt regelmäßig mit den erwähnten Wertpapieren und besitzt eventuell Positionen in den genannten Wertpapieren.

Telekom-Big-Cap überzeugt mit dynamischem Neukundenwachstum – Bei der Deutschen Telekom bietet sich der Einstieg mit einem Hebelderivat an!

Liebe Optionsscheine-Anleger,

in unserem Depot-Konzept “The Big Call” setzen wir auf Qualitätswerte, die in der Vergangenheit erfolgreich bewiesen haben, dass sie in der Lage sind, Umsatz und Ergebnis dank ihrer überlegenen Langfrist-Strategie und ihrem starken Produktportfolio auch in einem schwierigen Umfeld nachhaltig steigern können.

Gesamtüberblick: Diese Champions-Aktien stürmen auf neue Hochs!

Im Rahmen unseres Depotkonzepts führen wir eine Watchlist, die wir systematisch pflegen und mit neuen interessanten Kandidaten erweitern, von denen wir ausgehen, dass sie früher oder später auf neue Allzeithochs auszubrechen. Anhand des Screenings der Auswahlrangliste, die nach dem Abstand zum 52-Wochenhoch sortiert sind, lassen sich passende Kandidaten herausfiltern, die sich gerade jetzt für einen Einstieg mit einem Hebelderivat anbieten. Wir haben das hier das Screening etwas angepasst, um Qualitätswerte, die unterhalb ihres GD200 herausfiltern zu können, was die Suche nach passenden Aktien, die sich für einen antizyklischen Long-Einstieg mit einem Hebelderivat anbieten, erleichtert.

Sie finden diese Kursliste auf https://desk.traderfox.com unter “Listen” und dann auf “The Big Call” klicken.

Deutsche Telekom – Starke Aussichten im Kerngeschäft und dynamisches Wachstum bei T-Mobile US!

Die Deutsche Telekom bleibt einer unserer Favoriten auf der Auswahlrangliste bei “The Big Call”. Der führende Festnetz- Mobilfunk- und Internet-Carrier kann dank seines überlegenen Netzabdeckung sowohl auf dem Heimatmarkt als auch in Europa Marktanteile gewinnen. Eigentlicher Wachstumstreiber bleibt weiterhin die hochprofitable US-Mobilfunktochter, die das Konzernergebnis in den kommenden Jahren kräftig anschieben dürfte.

T-Mobile US baut Marktposition gezielt aus!
Die Nummer Zwei auf dem US-Mobilfunkmarkt überzeugt dank ihres überlegenen 5G-Mobilfunknetzwerks, mit dem man mittlerweile in den USA eine nahezu 100% Netzabdeckung erreicht, seit Jahren sowohl im Discount- als auch im hochmargigen Vertragskundensegment mit kräftigen Neukundenzugewinnen. T-Mobile US versteht es geschickt, seine Marktposition durch gezielte Zukäufe in allen Segmenten auszubauen. Mit der mittlerweile abgeschlossenen Übernahme des Discount-Carriers Mint Mobile konnte T-Mobile seine Discount-Marken Metro und Connect bei denen man mittlerweile über mehr als 21 Millionen Nutzer verfügt weiter ausbauen. Gut ins Konzept passt der kürzlich abgeschlossene Erwerb der Mobilfunksparte von U.S Cellular, wobei man sich nicht nur 4,5 Millionen Mobilfunkkunden in Regionen mit schwacher Netzabdeckung sichert, sondern auch seine Netzkapazitäten durch den Erwerb von 30% des Mobilfunkspektrums von U.S. Cellular erheblich verstärkt. Mittelfristig sollte sich die 4,4 Mrd. USD schwere Übernahme nicht nur dank erheblicher Synergien für T-Mobile US auszahlen. Da viele Bestandskunden auch das High-Speed-Internet-Angebot für Privat- und Geschäftskunden von T-Mobile nutzen werden, dürfte T-Mobile US auch hier seine Nutzerbasis von aktuell mehr als 5 Millionen mittelfristig weiter ausbauen. Da man ab dem kommenden Jahr dank der Sprint-Übernahme und weiterer Sparmaßnahmen milliardenschwere Synergien realisieren wird, steht T-Mobile US vor einem massiven Gewinnsprung. Für 2025 rechnet der Analystenkonsens bereits mit einem EPS von 11 USD, während für 2026 ein EPS von 13 USD erwartet wird. Damit würde das KGV auf knapp 13,4 sinken.

Deutsche Telekom profitiert von starken Aussichten im operativen Geschäft und überzeugt mit attraktiver Bewertung

Auch Großaktionär Deutsche Telekom wird hiervon profitieren, zumal man die Beteiligung an der hochprofitablen US-Mobilfunktochter durch die Ausübung einer Kaufoption mit Softbank kürzlich auf mehr als 50% erhöht hat. Auch die Bonner Konzernmutter überzeugte zuletzt bekanntlich mit einer sehr starken Performance im operativen Geschäft. Trotz milliardenschwerer Investitionen in den 5G-Netzausbau und der Breitband-Aktivitäten konnte der bereinigte operative Gewinn dank satter Neukundengewinne im Mobilfunk- und Internet-Segment mit einem Anstieg von 5,1% auf 10k,47 Mrd. Euro stärker als erwartet gesteigert werden. Da man die Kundenbasis im Mobilfunksegment sowohl auf dem Heimatmarkt als auch im Europa-Geschäft weiter ausbaut, ziehen die margenstarken Service-Erlöse weiter an. Entsprechend bietet auch die Jahresprognose, die für 2024 eine Verbesserung beim bereinigten operativen Gewinn (EBITDA AL) von 40,9 auf 42,9 Mrd. Euro vorsieht, Spielraum für positive Überraschungen. Auch fundamental ist die Deutsche Telekom attraktiv bewertet. Auf Basis der Schätzungen für 2026 (2,23 Euro/Aktie) errechnet sich ein KGV von 10,1, während die Dividendenrendite mit 3,8% ebenfalls attraktiv ausfällt. Das Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. Euro sollte die Aktie außerdem nach unten absichern.

Auch technisch konnte die Deutsche Telekom zuletzt mit einer starken Price-Action überzeugen, nachdem Rücksetzer im Zuge der vom Bund durchgeführten Aktienplatzierung über 110 Millionen Anteilsscheine zu 21,13 Euro/Aktie mit Käufen beantwortet wurden. Mit einem Open-End-turbo-Long-Zertifikat von Morgan Stanley (MB8URP) kann man hier prozyklisch folgen. Aktuell weist dieses Derivat einen theoretischen Hebel von 3,41 auf, wobei die Aktie derzeit 29,10% über der Knock-Out-Schwelle von 15,974 Euro bei der das Derivat wertlos verfällt, notiert

Dominion Energy – KI-Boom sorgt für kräftig steigende Stromnachfrage!

Energieversorger dürften mittelfristig vom KI-Boom kräftig profitieren. Da nicht nur das Training und die Erstellung großer LLM´s, sondern auch die Nutzung der mittlerweile auch im Web verfügbaren intelligenten KI-Bots den Stromverbrauch bei Data- und Cloud-Centern massiv in die Höhe schnellen lässt, dürfte nicht nur die Energienachfrage bei Rechenzentren in den kommenden Jahren deutlich anziehen. Da Hyperscaler für die langfristige Versorgung mit klimaneutral erzeugter Energie bereit sind, teilweise deutliche Aufschläge von bis zu 50% gegenüber dem Terminpreis zu bezahlen, bieten sich für Schwergewichte wie den US-Anbieter Dominion Energy (D) exzellente Wachstumsaussichten.

Data-Center-Boom in Virginia sollte Konzernergebnis deutlich anschieben!

Doninion Energy gehört mit 4,5 Millionen Privat- und Unternehmenskunden in 15 US-Bundesstaaten und einer installierten Gesamtleistung von 31 GW zu den mittelgroßen Playern in diesem Segment. Vielversprechende Wachstumsaussichten verspricht vor allem die Konzerntochter in Virginia. Der US-Bundesstaat weist die weltweit höchste Konzentration an Data- und Cloud-Rechenzentren auf, wobei knapp 30% des weltweiten Internet-Traffics über die in Northern Virginia installierten rund 300 Rechenzentren abgewickelt wird . Mit seinen beiden AKW´s North Anna und Surry knapp 95% des gesamten CO2-neutralen Energiebedarfs in Virginia ab und hat sich damit eine Pole-Position bei langlaufenden PPA´-Verträgen für Cloud- und Rechenzentren gesichert. Da viele Hyperscaler wie AWS ihre Kapazitäten in Northern Virginia deutlich nach oben fahren, eröffnen sich für Dominion Energy exzellente Wachstumsaussichten, zumal sich der Stromverbrauch dank KI mittelfristig nahezu verdreifachen dürften. Vor allem bei so genannten Cloud-Campus-Komplexen dürfte der Strombedarf bei mehreren GW pro Jahr liegen, so die Einschätzung von CEO Robert Blue. Domionion Energy verfügt aktuell über 94 Data-Center-Kunden und dürfte in 2024 10 bis 15 weitere Data- und Rechenzentren mit Strom versorgen, wobei sich dieser Trend in den kommenden Jahren weiter beschleunigen dürfte. Bis 2028 dürfte sich der Stromabsatz im margenstarken Data-Center-Segment laut Dominion Energy von derzeit 4 auf 10 GW mehr als verdoppeln. In den kommenden Jahren will Dominion Energy daher seine installierten Kapazitäten in Virginia vor allem im Ökostromsegment ua durch die Errichtung eines Offshore-Windparks (2,6 GW) sowie Small Nuclear Power-Reactors (SNR) weiter ausbauen.

Entsprechend hat Dominion Energy gute Chancen, seine Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren deutlich dynamischer zu gestalten. Fundamental ist Dominion Energy ohnehin sehr attraktiv bewertet, zumal das auf Basis der Schätzungen für 2026 (3,60 USD/Aktie) auf 14,1 sinkt.

Mit einem Open-End-Turbo-Long-Zertifikat von Morgan Stanley (ME2KYV) kann man bei Dominion Energy auf eine Fortsetzung der übergeordneten Aufwärtsbewegung setzen. Aktuell weist dieses Derivat einen theoretischen Hebel von 3,43 auf, wobei die Aktie derzeit 24,28% über der Knock-Out-Schwelle von 35,903 USD, bei der das Derivat wertlos verfällt, notiert.

Cigna – US-Krankenversicherer bietet nach Neuausrichtung interessante Wachstumsstory!

Schwergewichte aus dem US-Krankenversicherungs-Sektor bleiben aufgrund steigender Versichertenzahlen bei staatlich geförderten Medicare- und Medicaid-Gesundheitsprogrammen sowie im margenstarken Commercial-Segment weiter interessant, zumal die Beiträge vor allem im Commercial-Segment in den kommenden Jahren deutlich zulegen dürften.

Hier gehört Cigna (CI) zu unseren Favoriten auf der Auswahlrangliste bei “The Big Call”. Cigna hat sich zuletzt nach der gescheiterten Übernahme durch den Wettbewerber Humana neu aufgestellt und fokussiert sich nach dem Verkauf von Randbereichen wie dem Medicare Advantage-Segment (Verkaufserlös: 3,8 mrd. USD) gezielt auf das margenstarke Kerngeschäft in den Bereichen Commercial-Insurance sowie Individual- und Zusatzkrankenversicherungen. Stark aufgestellt ist man auch bei Pflege- und Gesundheitsvorsorgeprogrammen, zumal man hier mit der Tochter Evernorth stark aufgestellt ist

Im Auftaktquartal konnte Cigna mit einem sehr starken Q1-Ergebnis aufwarten, wobei man mit einem EPS-Anstieg von 20% auf 6,47 USD deutlich über Konsens (6,37 USD) gelegen hatte. Auch bei den Gesamteinnahmen verzeichnete man einen deutlichen Anstieg von 23% auf 57,3 Mrd. USD. Auch die Aktionäre werden von den starken Aussichten im operativen Geschäft profitieren. So will Cigna allein im ersten Halbjahr eigene Aktien im Gesamtwert von 5 Mrd. USD zurückkaufen. Da man nach dem Verkauf von Randbereichen auf hohen Barreserven sitzt und man auch operativ gut unterwegs ist, will man seine Aktienrückkäufe weiter ausdehnen, wobei man im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms Anteilsscheine mit einem Gesamtvolumen von knapp 6,1 Mrd. USD zurückkaufen will. Auch operativ läuft es bei Cigna rund, wobei man die Gewinnprognose für das laufende Fiskaljahr nach dem besser als erwarteten Abschneiden in Q1 von 28,25 auf mindestens 28,40 USD/Aktie angehoben hatte. Der Konsens liegt hier aktuell bei 28,50 USD, während der Gewinn je Aktie in 2025 bei 32,05 USD erwartet wird. Damit errechnet sich auf Basis der Schätzungen für 2025 ein KGV von 10,1.


Nachdem zuletzt größere Rücksetzer im Bereich der Marke von 330 USD mit Käufen beantwortet wurden, bietet sich bei Cigna der Einstieg mit einem Hebelderivat an. Hier würden wir ein Open-End-Turbo-Optionsschein von Goldman Sachs (GQ980J) wählen. Aktuell weist dieses Derivat einen theoretischen Hebel von 3,26 auf, wobei die Aktie derzeit 29,08% über der Knock-Out-Schwelle von 236,980 USD, bei der das Derivat wertlos verfällt, notiert.

 

Merck & Co – Pharmamulti überzeugt mit attraktiver Langfrist-Story

Merck & Co (MRK) gehört bei den Pharma-Big-Caps zu den technisch stärksten Werten auf dem Parkett. Der US-Branchenprimus ist bekanntlich vor allem dank Keytruda im Onkologie-Segment sehr stark aufgestellt und verfügt auch in weiteren Segmenten wie Impfstoffen, Diabetes-Medikamenten und Entzündungserkrankungen über zahlreiche Blockbuster-Präparate. Auch fundamental ist Merck & Co mit einem KGV 25e von 13 attraktiv bewertet, wobei die Dividendenrendite aktuell bei 2,8% liegt.

Merck fährt F&E-Ausgaben deutlich nach oben und stärkt Portfolio mit Zukäufen!

Was aktuell bei Merck etwas auf die Stimmung drückt, ist der in 2028 auslaufende Patentschutz für das Blockbuster-Präparat Keytruda. Da man mit Keytruda, das vor allem bei Lungenkrebs als Erst- und Zweitlinientherapie eingesetzt wird und auch bei anderen gängigen Krebserkrankungen (Hautkrebs,  Hodgkin-Lymphom, Brustkrebs uva) als Standardtherapie eingesetzt wird, mehr als 40% der Gesamterlöse erzielt, fürchten viele Analysten nach dem Auslaufen des Patentschutzes einen deutlichen Ergebniseinbruch bei Merck. Dies scheint zwar aufgrund der zahlreichen Zulassungserweiterungen für Keytruda unbegründet, zumal sich das Onkologie-Präparat in den vergangenen Jahren bei der Behandlung von Krebs erfolgreich bewährt hat. Merck bemüht sich indessen, sein Kerngeschäft durch Zukäufe zu erweitern, wobei man hier gut vorankommt. Vor allem im Onkologie-Segment ist man hier gut unterwegs, wobei man gemeinsam mit Morderna bei der Entwicklung eines Onkologie-Impfstoffs gute Fortschritte macht. So hatte man hier neue vielversprechende Studiendaten in Kombination mit Keytruda bei der Behandlung von Hautkrebs zu vermelden gehabt. Außerdem hat man sich im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit Daichy-Kangyo den Zugriff auf mehrere chancenreiche Krebsmedikamente in der fortgeschrittenen Phase der klinischen Erprobung gesichert. Mittelfristig will Merck sein Portfolio mit weiteren Zukäufen verstärken, wobei man hier rund 15 Mrd. USD zur Verfügung hat. Dank der starken Pipeline hat Merck gute Chancen, den Großteil der zu erwartenden Umsatzeinbrüche durch das Auslaufen des Keytruda-Patentschutzes kompensieren zu können.

Starke Q1-Zahlen und Prognoseanhebung!

Operativ läuft es bei Merck weiter rund. So konnte man in Q1 erneut dank zahlreicher Zulassungserweiterungen für Keytruda beim Gewinn je Aktie mit 2,07 USD/Aktie (+48%) deutlich über den Erwartungen abschließen. Auch bei den Umsatzerlösen überraschte man mit einem unerwartet deutlichen Anstieg von 9% auf 15,8 Mrd. USD. Neben Keytruda überzeugte auch das Impfstoff-Segment dank höherer Absätze beim RSV-Impfstoff Gardasil in China und Nordamerika mit einem deutlichen Umsatzplus von 14%: Im Anschluss wurde außerdem die Jahresprognose angehoben, wobei man für 2024 nun von einem EPS von 8,53 bis 8,64 USD (zuvor: 8,44 bis 8,59 USD) ausgeht. Da man kürzlich die FDA-Zulassung für das Lungenhochdruck-Präparat Winrevair erhalten hat, dürfte Merck mindestens das obere Ende der konzerneigenen Prognose erreichen können. Winrevair gilt als potentieller Blockbuster, wobei Analysten dem Medikament ein jährliches Spitzenumsatzpotential von 3 Mrd. USD zutrauen.

Mit einem Open-End-Turbo-Long-Zeritifikat von Morgan Stanley ( MD5M4E) kann man bei Merck &Co prozyklisch folgen. Aktuell weist dieses Derivat eine theoretischen Hebel von 3,39 auf, wobei die Aktie derzeit 29,07% über der Knock-Out-Schwelle von 91,763 USD, bei der das Derivat wertlos verfällt, notiert.

 

Nebenwerte Research Blog: Einhell gelingt guter Jahresstart und prüft Expansion nach Amerika

Liebe Nebenwerte-Investoren,

Die deutschen Börsen befinden sich aktuell in einer Korrekturphase. Neben der politischen Unsicherheit in Frankreich und der Diskussion über einen Zollstreit mit China hält auch die Zurückhaltung der US-Notenbank Fed mit Blick auf Zinssenkungen derzeit die Anleger davon ab, Risiken einzugehen. Korrekturphasen sind normal und bieten Chancen. Der deutsche Markt beinhaltet zahlreiche Nebenwerte, die wenig Beachtung finden und verborgene Potenziale mit sich bringen. Einhell ist ein solcher Kandidat. Die Aktie zeigt sich entgegen dem Gesamtmarkt relativ stabil und konnte erst am 13.06.2024 ein neues 52-Wochenhoch erklimmen.

Einhell ist ein echter Allrounder mit breitem Produktportfolio

Einhell wird vielen ein Begriff sein. Vor allem Hand- und Heimwerkbegeisterte dürften mit den Produkten bestens vertraut sein. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt seit über 55 Jahren als einer der weltweit führenden Anbieter vielfältige Lösungen für Heim- und Handwerker zur Anwendung in Haus, Garten und Freizeit. Der Verkauf der Produkte erfolgt weltweit über rund 40 Vertriebsgesellschaften. Hierzu nutzt man hauptsächlich Baumärkte (57 % des Umsatzes im Jahr 2022), E-Commerce (23 %) und sonstige Fachgeschäfte (12 %).

Neben handgeführten Elektrowerkzeugen, stationären Werkzeugen und Zubehör vertreibt Einhell auch Produkte im Bereich der Garten- und Rasenpflege, sowie der Be- und Entwässerungstechnik. Besonderen Fokus legt Einhell dabei auf die Weiterentwicklung seines kabellosen Produktsortiments in Form des Power X-Change Akku-Systems. Hier hat das Unternehmen über die Jahre eine führende Position einnehmen können.

Wachstumspotenzial sieht man vor allem im Bereich der kabellosen Akkuprodukte

Die Marke Einhell genießt in vielen Schlüsselmärkten einen hohen Bekanntheitsgrad. Dieser wird als Teil einer langfristigen Strategie durch Marketingaktivitäten und Präsentationen am Point-of-Sale (einschließlich E-Commerce) weiter ausgebaut. Durch die Fokussierung auf die Entwicklung innovativer Produkte kann das Unternehmen vom starken Wachstum im Segment der kabellosen Akkusysteme profitieren und seinen Marktanteil steigern. Dank der Power-X-Change-Akkuplattform bietet Einhell mehr als 300 Geräte für Haus und Garten an, die durch Kooperationen mit anderen Herstellern noch weiter ausgebaut werden können.

Die Power-X-Change Plattform wird weiterhin wichtigster Wachstumstreiber bleiben. Der Umsatzmarktanteil von Power-X-Change-Produkten stiegt von 40 % im Jahr 2022 auf 44 % im Jahr 2023. Die starke Position in der Batteriekategorie wird um weitere Geräte erweitert. Im 1. Quartal stammten rund 50 % des Umsatzes aus der Power-X-Change-Linie. Das Mittelfristziel liegt hierbei bei 70 %. Die Batterieplattform bietet eine gute Basis für höhere Bruttomargen sowie regionale Expansion und Neukundengewinnung.

Speziell der US-amerikanische Do-it-yourself-Markt bietet Chancen

Einhell treibt aktiv die weitere Internationalisierung in Nordamerika voran. Das Unternehmen sucht dort nach Übernahmekandidaten, um diesen Markt sukzessive zu erschließen. Die Vereinigten Staaten sind der weltweit größte Do-it-yourself-Markt mit einem Wert von mehr als 272 Mrd. USD. Es folgen Japan, Kanada und Deutschland mit jeweils 21,7 bis 22,8 Mrd. USD. Vor diesem Hintergrund kann Einhell langfristig weiter deutlich wachsen, sofern man sich in den USA etablieren kann. Das Management befindet sich aktuell in Gesprächen mit potenziellen Zielunternehmen. Noch gibt es hier keine konkreteren Informationen, daher wird der Markteintritt in den USA noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mit seinem Wachstum in Kanada nach dem Markteintritt im Jahr 2022 (Übernahme von King Canada) ist Einhell jedoch sehr zufrieden. Langfristig ist das Ziel, den Umsatz in Kanada zu verdoppeln. Darüber hinaus sieht der Konzern mittelfristig erhebliche Umsatzpotenziale bei Neukunden in bestehenden Märkten, insbesondere in Westeuropa. Im laufenden Jahr 2024 wird man außerdem eine eigene Batterieproduktion in Ungarn starten. Dabei konzentriert man sich allen voran auf die Batterietechnologie (z.B. Laufzeiten, Staub- und Wasserschutz, Ladetechnik). Darüber hinaus werden die Sourcing-Aktivitäten in Vietnam intensiviert, um eine übermäßige Abhängigkeit von China auf der Beschaffungsseite zu reduzieren.

Q1 trifft die Erwartungen und die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 wurde bestätigt

Einhell veröffentlichte Q1-Ergebnisse im Einklang mit den Erwartungen und zeigte ein gesundes Umsatz- und Gewinnwachstum gegenüber dem 1. Quartal 2023 sowie dem 4. Quartal 2023. Trotz einer anhaltend gedrückten Verbraucherstimmung stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 7,8 % auf 270 Mio. Euro, getrieben durch eine höhere Nachfrage nach den Power X-Change-Produkten des Unternehmens (+9 Prozentpunkte im Jahresvergleich auf 50 %). Besonders ausgeprägt war das Wachstum in der DACH-Region, wo der Umsatz im Jahresvergleich um 9,6 % auf 110 Mio. Euro stieg. Während Westeuropa im Jahresvergleich um 12 % zurückging, entwickelte sich der Umsatz in Osteuropa weiterhin gut und wuchs im Jahresvergleich um 16 % nach einem Wachstum von 18 % im 4. Quartal 2023. Der Überseemarkt zeigte ein solides Wachstum von 11 % im Jahresvergleich und erholte sich gleichzeitig sequenziell (-17 % im 4. Quartal).

Auf Basis des guten Jahresauftakts wurde die Gesamtjahresprognose bestätigt

Damit bestätigte Einhell seine Prognose für das Geschäftsjahr 2024 von einem Umsatzwachstum von 6 % im Jahresvergleich auf rund 1,030 Mrd. Euro und einer EBT-Marge von 7,5 bis 8 %. Dies scheint machbar, da das gesunde Umsatzwachstum und die solide EBT-Rentabilität im 1. Quartal Vertrauen schaffen sollten, unterstützt durch eine weniger herausfordernde vergleichbare Basis im 2. Halbjahr 2023. Die wichtigsten Margentreiber dürften sinkende Frachtkosten und Rohstoffpreise sowie eine langfristige Währungsabsicherung sein, um extreme Schwankungen der Einkaufspreise zu vermeiden. Die Gruppe setzt stark auf Marketing, um die Markenbekanntheit außerhalb der Kernregion DACH zu steigern. Die Partnerschaft mit dem Mercedes AMG Petronas Formel-1-Team und Fernsehkampagnen sind hierbei wichtige Säulen für die internationale Expansion.

Fazit:

Nach zwei vielversprechenden Akquisitionen in Thailand und Vietnam im Jahr 2023 bekräftigte Einhell sein Engagement für eine weitere internationale Expansion mit besonderem Fokus auf einen potenziellen Markteintritt in den USA, der dem Unternehmen Zugang zum weltweit größten Heimwerkermarkt verschaffen sollte. Angesichts der soliden Erfolgsbilanz von Einhell bei der internationalen Expansion durch Fusionen und Übernahmen sollte die Einführung seiner führenden Power X-Change-Plattform in diesem Markt zu weiteren Anteilsgewinnen führen. Man bleibt ein Hauptprofiteur des Strukturwandels hin zu kabellosen Akkuwerkzeugen. Das KGV24e von 11,5 ist nicht teuer und wird bis 2026 auf unter 10 fallen. Das EPS wird Schätzungen zur Folge im gleichen Zeitraum von 15,55 Euro auf 18,28 Euro anwachsen. Die Aktie verspricht mittelfristig ordentliches Potenzial und konnte für konservative Anleger als Depotbeimischung interessant sein.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

David Engelhardt

Immersion Corporation: Innovator in haptischer Technologie mit günstiger Bewertung und neuer strategischer Ausrichtung 

Liebe GROWTH-Investoren,

  • Die Immersion Corporation ist ein führendes Unternehmen im Bereich haptischer Technologie, das Software und Hardware für Berührungsfeedback entwickelt und lizenziert.  
  • Trotz rückläufiger Umsätze von 2014 bis 2023 hat sich der freie Cashflow durch ein kapitalleichtes Modell verbessert, was zu einer erstaunlich günstigen Bewertung geführt hat.  
  • Unter dem neuen CEO Eric Singer hat das Unternehmen 2023 eine aktionärsfreundliche Strategie mit Aktienrückkäufen und Dividendenzahlungen verfolgt, während gleichzeitig Risiken wie der Rückgang der Patente und die Abhängigkeit von Schlüsselkunden bestehen. 

Die Immersion Corporation ist ein führendes Unternehmen im Bereich der haptischen Technologie, das sich auf die Entwicklung und Lizenzierung von Software und Hardware für haptisches Feedback spezialisiert hat. Gegründet 1993 und mit Hauptsitz in San Jose, Kalifornien, verbessert Immersion das Benutzererlebnis durch Berührungsfeedback in einer Vielzahl von Geräten und Anwendungen, darunter Unterhaltungselektronik, Automobil und medizinische Geräte. 

Finanzhistorie 

Immersion verzeichnete von 2014 bis 2023 rückläufige Umsätze, mit einem einmaligen Anstieg im Jahr 2018 aufgrund einer festen Lizenzgebühr. Trotz sinkender Umsätze hat sich der freie Cashflow verbessert, da das Unternehmen von einem kapitalintensiven Modell zu einem kapitalleichten Modell gewechselt ist. Dies führte zu höheren operativen Cashflows und einer Reduzierung der Betriebskosten. 

Das Unternehmen ist erstaunlich günstig bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 9, wobei zu beachten ist, dass mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung von rund 300 Mio. USD durch verhältnismäßig hohe Finanzreserven abgedeckt ist. 2023 kam mit Eric Singer ein CEO an die Spitze, der als sehr aktionärsfreundlich gilt. Er setzte 2023 direkt 15,6 Mio. USD für Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen ein. Hintergrund der geringen Bewertung dürfte allerdings auch die Kommunikationspolitik sein, denn seit 2021 hat das Unternehmen keinen Earnings Call abgehalten. 

Geschäftsmodell 

Immersion generiert den Großteil seiner Einnahmen durch Lizenzen und Tantiemen auf sein Portfolio von haptischen Patenten. Ein kleiner Teil der Einnahmen stammt aus festen Lizenzen, der Großteil aus Stücklizenzgebühren, was zu saisonalen Schwankungen führt, insbesondere durch höhere Verkäufe zur Weihnachtszeit. 

Zu den Kunden gehören große Unternehmen in der Gaming-, Mobilgeräte- und Automobilindustrie, darunter Nintendo, Samsung und Meta. Mit dem VR-Giganten Meta wurde eine neue Lizenzvereinbarung abgeschlossen, nachdem ein Rechtsstreit zugunsten von Immersion entschieden wurde, der 17,5 Mio. USD an Einnahmen einbrachte. 

Investitionen und strategische Ausrichtung 

Im April 2023 kündigte Immersion eine große Investition in Barnes & Noble Education (BNED) an. Dies zeigt die Bereitschaft des Unternehmens, erhebliche Kapitalallokationen vorzunehmen, um langfristige Wertsteigerungen zu erzielen. Immersion verfügt über große liquide Mittel und keine langfristigen Schulden. 

Risiken und Herausforderungen 

Auslaufen der Patente: Die Anzahl der Patente ist von über 2.400 im Jahr 2016 auf knapp 1.000 im Jahr 2023 gesunken. Ohne kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung besteht das Risiko, dass zukünftige Einnahmen auslaufen. 

BNED-Investition: Diese birgt erhebliche Risiken, da sich BNED in einer finanziellen Notlage befindet und von der Fähigkeit zur Umstrukturierung abhängt. 

Abhängigkeit von Schlüsselkunden: Ein großer Teil der Einnahmen stammt von wenigen großen Kunden, was ein Konzentrationsrisiko darstellt. 

Fazit 

Die Finanzkennzahlen von Immersion deuten auf eine äußerst günstige Bewertung hin. Der neue CEO scheint die Aktie wachgeküsst zu haben. Allerdings fehlt mir noch die Transparenz, um das Geschäftsmodell solide einschätzen zu können.  

First Solar: Profiteur von Megatrends und geopolitischen Veränderungen 

Liebe GROWTH-Investoren,

  • First Solar profitiert von der Neuordnung der globalen Lieferketten und erheblichen Steuererleichterungen in den USA.  
  • Die Auftragsbücher sind fast fünfmal so groß wie die diesjährige Produktion und das erwartete KGV für 2024 von 21 erscheint günstig.  
  • Die massiven Investitionen in Rechenzentren erhöhen den CO₂-Ausstoß von Hyperscalern wie Microsoft, was zu einer verstärkten Nachfrage nach Solaranlagen führt. 

First Solar hat trotz anhaltender Preiskriege in der Solarzellenproduktion eine solide Bilanz mit einem Cashbestand von 1,4 Mrd. USD aufgebaut und viele Konkurrenten überlebt. 

Profiteur von Megatrends 

First Solar dürfte über Jahre hinweg von mehreren Megatrends profitieren. Die USA haben sich zu einer Neuordnung der globalen Lieferketten entschlossen, um sich in strategisch relevanten Bereichen von China unabhängig zu machen. Die Produktion soll im eigenen Land oder bei verlässlichen Partnern in Nordamerika, Europa, Japan und Australien stattfinden. Zahlreiche Gesetze haben bereits Investitionen in Höhe von hunderten Milliarden USD ausgelöst. 

Diese Umwälzungen werden viele Unternehmen hart treffen, während andere massiv profitieren werden. First Solar gehört zur letzteren Gruppe. Die USA gewähren Solar-Herstellern massive Steuererleichterungen für den Bau neuer Produktionskapazitäten und haben Importzölle eingeführt, um die eigenen Märkte und Unternehmen zu schützen. 

Steigende Nachfrage und volle Auftragsbücher 

First Solar hat einen Auftragsbestand von 78,3 GW, was fast dem Fünffachen der diesjährigen Produktion entspricht. Die Auftragsbücher sind auf Jahre hinaus voll, was dem Unternehmen ermöglicht, die Preise zu diktieren und profitabler als je zuvor zu sein. Steuererleichterungen für den Bau neuer Kapazitäten in den USA verstärken diese Position zusätzlich. 

Der Gewinn stieg im letzten Jahr auf 7,74 USD je Aktie und erreichte ein neues Rekordniveau. Für dieses Jahr wird ein weiterer Anstieg um 75 % auf 13,50 USD je Aktie erwartet. Einer Studie der UBS zufolge könnte die Kombination aus zunehmendem US-Protektionismus, Steuererleichterungen und der steigenden Nachfrage durch KI den Gewinn von First Solar bis 2027 auf 37 USD je Aktie treiben. First Solar erlebt eine goldene Ära, die Rahmenbedingungen sind ideal. 

Marktchancen durch KI und erneuerbare Energien 

Zusätzlich zu den geopolitischen Veränderungen profitiert First Solar von der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien durch die KI-Branche. Die massiven Investitionen in Rechenzentren erhöhen den CO₂-Ausstoß von Hyperscalern wie Microsoft, was die Nachfrage nach Solaranlagen verstärkt. Laut UBS stieg der CO₂-Ausstoß von Microsoft 2023 um etwa 29 % im Vergleich zu 2020, was ihrem Ziel, bis 2030 CO₂-neutral zu werden, widerspricht. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sind erhebliche Investitionen in Solaranlagen erforderlich. 

Laut einer Studie von Wells Fargo werden KI-Rechenzentren bis 2030 etwa 323 TW Energie benötigen, was etwa 8 % der gesamten US-Stromerzeugung ausmacht. Solar-PV wird eine der wenigen Technologien sein, die diese Nachfrage decken kann, und First Solar ist eines der wenigen US-Unternehmen, die Projekte im Versorgungsmaßstab realisieren können. 

Fazit 

First Solar hat sich als klarer Gewinner in einer wiederauflebenden heimischen Solarindustrie etabliert. Mit einer aktuellen Bewertung von etwa 30 Mrd. USD und einem für 2024 erwarteten KGV von 21 bietet das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial. Die Aktie könnte weiter steigen, da die Auftragsbücher voll sind und die Nachfrage die Produktionskapazitäten bei weitem übersteigt. Der Chart deutet auf einen bullischen Ausbruch zu neuen Allzeithochs hin, die zuletzt 2008 erreicht wurden. Im GROWTH-Magazin berichte ich ausführlich über First Solar.

American Superconductor: Von erneuerbaren Energien zu Militäreinsätzen 

Liebe GROWTH-Investoren,

  • American Superconductor hat einen bedeutenden 75-Mio.-USD-Vertrag mit Irving Shipbuilding gewonnen, um Schiffsschutzsysteme für die Royal Canadian Navy zu liefern.  
  • Neben ihren Erfolgen im Bereich der erneuerbaren Energien ist das Unternehmen auch für seine fortschrittlichen Seeminen-Schutzsysteme bekannt.  
  • Diese Technologien reduzieren die magnetische Signatur von Schiffen und verbessern die Sicherheit bei militärischen Operationen erheblich. 

American Superconductor ist ein Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, das etwa 84 % seines Umsatzes mit der Optimierung der Netzzuverlässigkeit, Effizienz und Leistung von Stromnetzen erzielt. Die restlichen 16 % stammen aus der Bereitstellung von Steuerungssystemen für Windturbinen. Weniger bekannt ist, dass American Superconductor nebenbei auch im Rüstungssektor tätig ist. Im letzten GROWTH-Magazin berichteten wir ausführlich darüber. American Superconductor hat mehrere millionenschwere Verträge abgeschlossen, um ihre Technologien auf Marineschiffen zu installieren. 

American Superconductor gab gestern bekannt, dass es einen 75 Mio. USD schweren „Mehrjahres- und Mehrfachliefervertrag“ mit der kanadischen Schiffsbaufirma Irving Shipbuilding gewonnen hat. Dieses Unternehmen baut 80 % der Kriegsschiffe der kanadischen Marine. Ab 2026 wird American Superconductor Schiffsschutzsysteme (SPS) an Irving liefern, die auf Schiffen der Royal Canadian Navy installiert werden. American Superconductor hat zudem kürzlich fünf Aufträge zum Einbau der SPS in die San-Antonio-Klasse der US Navy erhalten. Der Markt für Marineschiffe in Nordamerika soll laut Mordor Intelligence von 19 Mrd. USD im Jahr 2023 auf 39,5 Mrd. USD im Jahr 2029 wachsen. Dies entspricht einem jährlichen Anstieg von durchschnittlich 15,7 %. Die USA planen den Bau von 20 neuen Fregatten mit einem Schwerpunkt auf geringerer Erkennbarkeit, wovon American Superconductor durch seine enge Zusammenarbeit mit der Marine profitieren könnte. 

SPS ist ein Seeminen-Schutzsystem, das bereits auf großen amphibischen Kriegsschiffen der US-Marine verwendet wird und bald auf den kleineren RCN Surface Combatant Ships installiert wird. SPS funktioniert durch „Entmagnetisierung“ des Schiffs durch Hochtemperatur-Supraleiter (HTS), um dessen magnetische Signatur zu reduzieren und es somit weniger „sichtbar“ für Minen zu machen. HTS-Materialien können elektrische Energie viel effizienter leiten als herkömmliche Kupferkabel, was bedeutet, dass sie weniger Material und damit weniger Gewicht benötigen. American Superconductor beschrieb die Fähigkeit, SPS in einer „reduzierten Größe“ zu produzieren, als einen „Durchbruch im weltweiten Minenschutz“. Die kompakte Größe ermöglicht den Einsatz des Systems auf kleineren Schiffen, die vorher nicht mit SPS ausgestattet werden konnten. Ein kleineres System kann kostengünstiger hergestellt und gewartet werden, was die Gesamtkosten für die Marine reduziert.  

Das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Durchbruch das internationale Wachstum in diesem neuen militärischen Geschäftsbereich vorantreiben könnte. Die neuen SPS-Modelle von American Superconductor reduzieren das Gewicht eines Schiffes um bis zu 60 Tonnen und können den Energieverbrauch um 50 % reduzieren. Niedrigere Installationskosten und geringere Lebenszykluskosten können Einsparungen von bis zu 20 % im Vergleich zu traditionellen Systemen bedeuten.  

Zusätzlich entwickelt AMSC magnetische Minenabwehrsysteme, die auf unbemannten Fahrzeugen der Marine eingesetzt werden, um Minen aufzuspüren und zu neutralisieren. Diese Systeme haben das Potenzial, die Erkennungsrate von Minen um bis zu 90 % zu erhöhen, wodurch das Risiko für die Flotte erheblich verringert wird. Die US-Marine plant, dieses System im Rahmen ihres Programms für unbemannte Minenabwehrmaßnahmen einzusetzen und zu testen. American Superconductor hat bereits einen ersten Auftrag über 8 Mio. USD für das Supraleitersystem erhalten. Bei erfolgreicher Implementierung ist die Abnahme mehrerer Systeme pro Jahr geplant, was langfristige Umsatzpotenziale mit sich bringen würde. 

American Superconductor wächst auch ohne das neue Militärgeschäft recht gut. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence sind die Umsätze in den letzten fünf Jahren jährlich um etwa 21 % gewachsen. Ich berichtete darüber im Wachstumsaktien-Screening des letzten GROWTH-Magazins. 

Obwohl das Unternehmen noch nicht profitabel ist, erzielte American Superconductor im letzten Jahr zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie positiven freien Cashflow und wird voraussichtlich in diesem Jahr nach Non-GAAP-Kriterien profitabel sein – mit GAAP-Gewinnen irgendwann nach 2025.  

Fazit: Die Turnaroundstory von ASMC nimmt Fahrt auf! Viele Investoren hatten das Potenzial der Supraleiter einst überbewertet, doch nach der langjährigen Ernüchterung scheinen sich nun für American Superconductor endlich profitable Einsatzmöglichkeiten zu ergeben. Dies könnte zu mehr Aufmerksamkeit und einer Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends führen. 

AdaptHealth: Hat die Niedrig-KUV-Aktie ein Überraschungspotenzial dank KI und Vernetzung?

AdaptHealth ist ein landesweit führender Anbieter von patientenzentrierten Lösungen für die Gesundheitsversorgung zu Hause, einschließlich medizinischer Geräte für den Hausgebrauch, medizinischem Zubehör und damit verbundenen Dienstleistungen. Das Ziel ist es chronische Erkrankungen zuhause zu behandeln und den Patienten helfen, dass sie sich an die Herausforderungen des täglichen Lebens anpassen können. AdaptHealth springt ein, nachdem Patienten aus dem Krankenhaus entlassen wurden oder ein Arzt-Rezept erhielten. Offeriert werden in diesem Zuge Schlaftherapiegeräte, Verbrauchsmaterialen und Services die an Schlafapnoe leiden, medizinische Geräte wie Insulinpumpen und Blutzuckermessgeräte zur Behandlung von Diabetes sowie Produkte zur Sauerstofftherapie. Jährlich werden so über 4,1 Mio. Patienten versorgt.

Für das künftige Geschäft gibt es zwei strukturelle Wachstumstreiber, welche zu einer positiven Überraschung bei Umsatz und Ertrag führen können und damit die Basis für eine Kursrally sind. Erstens fühlen sich Patienten in den eigenen vier Wänden wohler, was die gesundheitliche Erholung fördert. Darüber hinaus ist diese Art der Versorgung auch kostengünstiger statt im Krankenhaus. Zweitens können vernetzte Geräte und KI das Monitoring und die Versorgung verbessern. So können AR-Brillen bei der Wundversorgung unterstützen. Roboter können beim Transport von Essen oder dem Aufheben von Dingen helfen. KI erleichtert auch elementare Dinge in der Pflege wie die Erinnerung an Medikamente, Beschreibung der Einnahme, optimale Routenplanung und Dokumentation, indem via Spracheingabe die Patientenakte befüllt wird. Immer mehr Anwendungen werden entstehen und damit die häusliche Krankenpflege unterstützen.

AdaptHealth ist mit einem KUV von 0,44 eine Niedrig-KUV-Aktie. Wenn bei einem solchen Wert ein Wachstum eintritt, kann er eine Rally durchlaufen. Darauf deuten die Konsensschätzungen hin, denn das EPS soll von 0,89 USD in 2024 auf 1,30 USD in 2026 zulegen. Das KGV sinkt von 13 auf 9. Wenn diese Ertragsdynamik eintritt, ist der Startschuss bei AdaptHealth mit dem jüngsten Ausbruch erst gefallen.

Meinung zu Carnival (i) Aktie: Hat die Aktie plausibles Turnaround-Potenzial?

Ich persönlich glaube nicht an eine mega-intensive Turnaround-Story, sehe aber plausibles Wachstumspotenzial. Kreuzfahrtaktien reiten ja auf einer Welle starker Nachfrage von Verbrauchern, die auch in diesem Sommer massiv verreisen werden. Auch die Analysten sagen, dass Kreuzfahrtunternehmen von einer anhaltenden Verlagerung der Verbraucherausgaben hin zu Erlebnissen und weg von Waren profitieren, während sie gleichzeitig ihre Margen verbessern und überschüssige Schulden abbauen, die während der Pandemie-Shutdowns entstanden sind.

Positiv finde ich auch die Konsolidierung seiner australische Kreuzfahrtlinie P&O Cruises Australia in die Carnival-Flaggschiffmarke. Der Zweck der Zusammenlegung der beiden Kreuzfahrtlinien unter dem Carnival-Brand besteht darin, die Gästekapazität von Carnival zu erhöhen, sagte das Unternehmen und daher könnte dies zukünftig zur besseren operativen Performance beitragen. „Trotz der Erhöhung der Kapazität von CCL um fast 25 % seit 2019, einschließlich der Verlegung von drei Schiffen von Costa Kreuzfahrten, bleibt die Gästenachfrage unglaublich stark“ so der Konzern- CEO. Die Nachfrage nach Kreuzfahrten ist seit der Pandemie enorm gestiegen, da immer mehr Menschen Geld für Erlebnisse ausgeben möchten und das ist ein sehr solides Wachstumsfundament für alle Kreuzfahrtaktien.

Portfoliocheck: Value Investor Mason Hawkins kauft groß bei PayPal ein

Mason Hawkins ist Gründer und CEO von Southeastern Asset Management. Seit dem Start in 1975 ist deren Anlagephilosophie die konsequente Anwendung des bewährten Value-Ansatzes, der auf dem Besitz starker Unternehmen mit guten Mitarbeitern zu stark reduzierten Preisen basiert. So sollen Risiken reduziert und für die Investoren im Laufe der Zeit überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet werden.

Hawkins fokussiert sich auf eine überschaubare Zahl von Werten und hält seine Positionen zumeist viele Jahre lang. Dabei machen die 10 Top-Positionen oft mehr als die Hälfte des Portfolios seines „Flaggschiffs“ Longleaf Partners Funds aus – in früheren Jahren waren es auch schon mal drei Viertel. Hawkins investiert gern antizyklisch und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade von der Wall Street vernachlässigt werden. Des Weiteren engagiert er sich bevorzugt in Unternehmen, die nicht als die großen Profiteure von Megatrends wahrgenommen werden und daher nicht weit oben auf dem Radar des Marktes auftauchen. Daher finden sich in seinem Portfolio nur selten Hightech-Aktien, sondern eher Werte aus den klassischen Sektoren der „Old Economy“.

„Drei Komponenten machen die Rendite einer Investition aus. Eine ist der Rabatt zum intrinsischen Wert. Die zweite ist das Wachstum des intrinsischen Wertes. Und die dritte ist die Geschwindigkeit, in der die Lücke zwischen Marktpreis und Wert geschlossen wird.“
(Mason Hawkins)

Lange Zeit hat sich sein konträrer Ansatz ausgezahlt, doch spätestens seit der Globalen Finanzkrise 2008/09 hinken Value-Aktien gegenüber den Wachstumswerten hinterher. Und so geriet auch Hawkins mit seiner Performance in Rückstand, was sich in den letzten Jahren mit der Dominanz der großen Technologiewerte und dem neuen Boom in Richtung Künstliche Intelligenz noch verstärkt hat.

Dennoch schloss der Long Leaf Fund das Jahr 2023 mit 24,5 % Rendite ab und lag damit nur einen Wimpernschlag hinter dem S&P 500 Index, während er gegenüber dem Russel 1000 Value Index ein doppelt so gutes Ergebnis einfuhr. Gleiches gilt auch für den S&P 500, wenn man die Kurszuwächse herausrechnet, die alleine auf die „Magnificent Seven“ zurückzuführen sind. Hawkins zeigt sich daher überzeugt, dass seine Erfolgsformel auch weiterhin funktioniert. Sein Ziel ist eine jährliche Rendite von 10 % zuzüglich Inflationsrate. Und mit einem Zuwachs von 6,6 % im 1. Quartal liegt er voll auf Kurs.

In seinem letzten Investorenbrief gab Hawkins eine Rückschau auf das 1. Quartal. Die relative Übergewichtung des Portfolios in Kommunikationsdienste, der überdurchschnittlich hohe Cashbestand und das nicht vorhandene Engagement im Bereich der Informationstechnologie hätten die Ergebnisse im Vergleich belastet. Das Quartal habe sich auf 2023 „gereimt“, doch die “Magnificent Seven” des letzten Jahres seien auf einige wenige Unternehmen geschrumpft, die sich am stärksten auf Künstliche Intelligenz konzentrierten. Je stärker sich der Markt auf diese Unternehmen verenge, desto stärker könne dies ein Zeichen für eine Wende hin zu vernünftigeren Investitionen sein. Hawkins erklärte, er werde sich weiterhin auf das konzentrieren, was in seiner Hand liege, nicht auf emotional getriebene Spekulationen. Der Gesamtwert der Portfoliounternehmen je Aktie steige und deren Managementteams würden weiterhin Maßnahmen zur Wertsteigerung tätigen, insbesondere durch Aktienrückkäufe unterhalb des fairen Werts der Aktien.

 

Top Transaktionen im 1. Quartal 2024

Im letzten Quartal lag Mason Hawkins Turnoverrate bei für ihn vergleichsweise hohen 9 % und unter seinen aktuell 43 Depotwerten findet sich ein Neuzugang.

Bei Hawkins Transaktionen dominierten erneut die Verkäufe und es traf oft die gleichen Unternehmen, bei denen er bereits zuvor auf der Verkäuferseite stand. Fortune Brands Innovation, ein führendes Unternehmen für Haus- und Sicherheitsprodukte, hat er nach der Reduzierung um zwei Drittel im Vorquartal nun komplett verkauft. Mit Sanitärprodukten, wie Wasserhähnen oder Duschen, angeführt von der Marke Moen, setzt das Unternehmen 2,6 Mrd. USD pro Jahr um und im Segment für Außen- und Sicherheitsprodukte sind es 2,2 Mrd. Hier verkauft man Haustüren unter dem Markennamen Therma-Tru, Terrassendielen der Marke Fiberon sowie Schlösser und andere Sicherheitsvorrichtungen unter den Markennamen Master Lock und SentrySafe.

Bei PVH Corp. baute Hawkins seinen Aktienbestand nach 38 % im Vorquartal sogar um weitere 58 % ab. Das international tätige Bekleidungsunternehmen produziert und vertreibt die führenden Marken Tommy Hilfiger, Calvin Klein und Heritage Brands.

Ähnlich agierte er beim Hotelbetreiber Hyatt, wo er nach dem Verkauf von knapp einem Viertel seiner Anteile im Vorquartal nun seinen Bestand um nochmals 45 % verringerte. Er ist in dem Sektor aber auch noch über MGM Resorts vertreten, die er zuletzt nur leicht reduzierte, sowie über Park Hotels & Resorts, einen börsennotierten Real Estate Investment Trust (REIT), der sich auf die Verwaltung von Hotels und Resorts spezialisiert hat. Hier war Hawkins erst im Herbst letzten Jahres neu eingestiegen und setzt seitdem auf die weitere Erholung im Freizeit- und Tourismussektor nach Überwinden der Corona-Pandemie. In dieses Gesamtbild passt auch sein Einstieg bei H World Group Ltd, einer international tätigen Mehrmarken-Hotelgruppe aus China. Das Marken- und Produktangebot umfasst Hotelmarken aus den Klassen Economy, der mittleren Kategorie, der gehobenen Mittelklasse, der gehobenen Kategorie sowie dem Luxusbereich. Dazu zählen u.a. bekannte Marken wie Mercure, Madison, Novotel und Steigenberger.

Bei Fiserv, einem führenden Zahlungsdienstleister, stutzte Hawkins seine Position um satte 45 % und auch beim direkten Wettbewerber Fidelity National Information Services verkaufte er fast 20 %, nachdem er hier im Vorquartal seinen Bestand noch um gut ein Fünftel aufgestockt hatte. Dazu erklärte Hawkins in seinem Investorenbrief, der Anbieter von Technologielösungen für Finanzinstitute hätte im 1. Quartal den größten Beitrag zur Portfoliorendite beigesteuert. Er habe dieses Unternehmen erstmals im vergangenen Jahr gekauft, als seine Bankkunden nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank Turbulenzen an den Aktienmärkten durchlebten. Wir haben gelernt, wie beständig diese Branche auch in Krisenzeiten ist und FIS hat dies erneut bewiesen, indem das Kerngeschäft mit Bankensoftware in diesem Jahr wieder ein solides Wachstum verzeichnet habe. CEO Stephanie Ferris mache einen großartigen Job, seit sie vor weniger als anderthalb Jahren auf diese Position berufen wurde. FIS habe vor kurzem ein nicht zum Kerngeschäft gehörendes Unternehmen zu einem guten Preis verkauft und verwende nun den Erlös für den Rückkauf von 10 % des Unternehmens. Es handele sich um ein stabiles Unternehmen, das in der Offensive sei und dennoch zu einem angemessenen Vielfachen des freien Cashflows gehandelt werde – das sei auf dem heutigen Markt nicht leicht zu finden. Nach dem Teilverkauf hat FIS wieder in etwa die gleiche Gewichtung in Hawkins Portfolio wie zum Jahresende 2023.

Und dann verkaufte er noch 45 % seiner Position am Krankenversicherungsstart-up Oscar Health. Im Gegenzug kaufte er sich neu bei PotlatchDeltic ein, einem REIT (Real Investment Trust), der Forstflächen in Alabama, Arkansas, Idaho, Minnesota und Mississippi besitzt und verwaltet. Potlach ist in drei Segmenten tätig. Das Segment Holzland umfasst das Pflanzen und Ernten von Bäumen sowie den Bau und die Instandhaltung von Straßen. Im Segment Holzprodukte werden Schnittholz, Sperrholz und andere Holzprodukte hergestellt und vertrieben. Das Segment Immobilien umfasst die Umsätze, die mit den unternehmenseigenen Waldflächen sowie mit Gewerbe- und Wohnimmobilien erzielt werden. Dabei machen die Segmente Holzland und Holzprodukte zusammengenommen den Großteil des Firmenumsatzes aus.

Bei CNH Industrial NV stockte Hawkins um weitere 80 % auf, nachdem er seine Position bereits im Vorquartal annähernd verdoppelt hatte. Das italienisch-amerikanische Unternehmen war durch die Fusion von CNH Global und Fiat Industrial parallel zu Fiat Chrysler Automobiles entstanden. Es gehört heute mehrheitlich zur Holding Exor und umfasst die Marken Case CE, Case IH, New Holland und Steyr. Das Kerngeschäft des CNH-Konzerns umfasst die Produktion und den Vertrieb von Land- und Baumaschinen.

Die größte Auswirkung auf sein Portfolio hatte allerdings der Kauf einer erklecklichen Position am seit zwei Jahren strauchelnden digitalen Zahlungsdienstleister PayPal. Nach einem ersten kleinen Kauf Ende 2023 folgte eine massive Aufstockung, die sich mit 2,25 % auf das Depot auswirkte.

Top Positionen zum Ende des 1. Quartals 2024

Im letzten Quartal lag Hawkins Portfoliowert konstant bei 2,60 Mrd. USD bei einem nochmals erhöhten Cashbestand, der nun 16 % ausmacht. Die drei größten Beteiligungen machen knapp 21 % aus, während es die fünf Schwergewichte auf knapp 32 % bringen.

An der Spitze von Hawkins Portfolio haben die viele Jahre dominierenden Communications Services den Spitzenplatz zurückerobert und liegen mit 20,5 % wieder vor den zyklischen Konsumwerten, die deutlich auf 17,9 % absackten. Neuer Dritter sind Industriewerte, die sich mit nun 12,9 % Gewichtung knapp vor die defensiven Konsumwerte mit 11,9 % schieben konnten. Finanzwerte führen mit 9,7 % das Verfolgerfeld an, vor Energiewerten mit 8,3 %, Immobilienwerten mit 6,5 % und Gesundheitswerten mit 6,4 % bevor der Technologiesektor mit nur noch 6 % das Schlusslicht bildet.

Zum Öl- und Gasexplorer CNX Resources schrieb Hawkins seinen Investoren, in den letzten Monaten des Jahres 2023 sei das Umfeld für die Erdgaspreise schwierig gewesen, aber CNX verfüge über eine starke Bilanz, die den fortgesetzten Aktienrückkauf im zweistelligen Jahresrhythmus finanziert habe. EQT, ein größerer Konkurrent von CNX im Appalachenbecken, lege sein Pipelinegeschäft mit seinem Upstreamgeschäft zusammen, was CNX bereits im Jahr 2020 zu einem nach Hawkins Ansicht nach besserem Zeitpunkt und zu einem besseren Preis getan habe. CNX sei nach wie vor sehr günstig bewertet und einer der stärksten Performancelieferanten in Hawkins Depot in den letzten Jahren. Als die Aktie zum Jahresanfang mit einem größeren Abschlag gehandelt wurde, habe er seine Position wieder deutlich aufgestockt. Sie führt das Portfolio nun wieder an und bringt es auf 8,25 % Gewichtung.

Dementsprechend findet sich Mattel nach einem kurzfristigen Ausritt an die Depotspitze wieder auf dem zweiten Platz ein. Der weltweit tätige Spielzeug- und Medienkonzern hatte mit dem Barbie-Film einen enormen Erfolg verzeichnet, litt aber unter dem schwierigen makroökonomischen Umfeld und einem verhaltenem Weihnachtsgeschäft. Mattel nutzt den reduzierten Aktienkurs für ausgiebige Aktienrückkäufe, was dem Aktienkurs bisher aber nicht wirklich auf die Sprünge geholfen hat.

Das Logistikunternehmen FedEx ist Hawkins drittgrößte Depotposition. In seinem Investorenbrief zum 1. Quartal 2024 erklärte Hawkins, FedEx habe die Prognosen übertroffen und kaufe weiterhin in erheblichem Umfang Aktien zurück. Das jährliche Rückkauftempo von 6 % sei dabei im Vergleich zur Unternehmensgeschichte sehr hoch und FedEx habe kürzlich ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Wert von 5 Mrd. USD aufgelegt. Zudem habe FedEx seine Prognosen für die Investitionsausgaben für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, was die Generierung eines soliden Free Cashflows unterstütze. Das laufende Kostensenkungsprogramm sei etwa zur Hälfte abgeschlossen und biete noch weiteren Spielraum, der vom Markt noch übersehen werde.

Auf dem vierten Rang liegt nun Affiliated Managers Group, die weltweit als Dienstleister für Vermögensverwalter aktiv ist und diesen differenzierte Anlagestrategien über eine eigene Wealth-Plattform anbietet. Zudem beteiligt sich AMG bei Interesse auch an den angeschlossenen Vermögensverwaltern mit eigenem Kapital.

Nur knapp dahinter folgt IAC. Der Digitalinkubator hat solche Erfolgsunternehmen wie Expedia, Trip Advisor oder die Tinder-Mutter Match Group hervorgebracht, aber als besonders erfolgreich erwies sich IACs Einstieg beim Hotel- und Casinobetreiber MGM Resorts im Sommer 2020, der IAC bisher schon satte Buchgewinne in Milliardenhöhe eingebracht hat. Zudem unterstützt IAC MGMs Expansion in die Welt der Online- und Mobilglücksspiele. Und MGM Resorts gehört zusätzlich auch noch als eigenständige Position zu den größeren Werten in Hawkins Porfolio.

Mit Live Nation Entertainment, dem größten Wettbewerber der deutschen CTS Eventim, hat Hawkins ein weiteres Unternehmen aus der Entertainmentbranche hoch im Depot gewichtet. Live Nation gehört zur Unternehmensfamilie von Nedienmogul John Malone, der über 30 % der Anteile hält und die Geschicke bestimmt – was Mason Hawkins ausdrücklich begrüßt.

Fidelity National Information Services rangiert nach dem Teilverkauf auf dem siebten Rang und hat dank des starken Kursanstiegs dennoch in etwa die gleiche Gewichtung in Hawkins Portfolio wie zum Jahresende 2023.

Kellanova hat Hawkins erst seit einigen Monaten im Depot. Das Unternehmen entstand durch die Aufspaltung des Nahrungsmittelkonzerns Kellogg’s und Kellanova führt das einstige Kerngeschäft fort. Es ist weltweit in den Bereichen Snacks, internationales Müsli und Nudeln, pflanzliche Lebensmittel und Tiefkühlfrühstück tätig und zu seinen weltbekannten Marken zählen Pringles, Cheez-It, Pop-Tarts, Kellogg’s Rice Krispies Treats und Nutri-Grain. Hawkins hatte seine Aktien des Unternehmensteils WK Kelloggs verkauft und im Gegenzug seinen Bestand an Kellanova kräftig aufgestockt.

Bio-Rad Laboratories ist auf die Entwicklung, Herstellung und Unterstützung von Biotechnologiegeräten für die Labordiagnostik spezialisiert. Der Medizintechniksektor gehörte 2023 neben den Energieversorgern zu den schlechtesten Performern und sollte in diesem Jahr deutlich besser abschneiden können.

Den Abschluss der Top 10 bildet weiterhin Warner Bros. Discovery. Hawkins hatte hier in den beiden Vorquartalen jeweils ein Fünftel seines Bestands verkauft und auch im jüngsten Quartal zählte der Medien- und Streaminggigant mal wieder zu den schlechtesten Performern. In der Branche gibt es erheblichen Kosten- und Konsolidierungsdruck und diverse Anbieter sprechen über Fusionen und Übernahmen. Dabei mischen auch eine Reihe von Private-Equity-Firmen mit. Warner Bros. Discovery gab zuletzt keine Prognose für 2024 ab, was am Markt gar nicht gut ankam. Hawkins erklärte seinen Investoren, es gäbe „zaghafte Anzeichen“ dafür, dass sich der Werbemarkt leicht erhole, andererseits habe man nach dem großen Erfolg mit dem Film „Barbie“ einige Fehlschläge erlitten. Das Unternehmen war vor zwei Jahren aus einer Fusion entstanden und ächzt seitdem unter einer hohen Schuldenlast. Die stark erhöhten Zinsen erwiesen sich deshalb als zusätzlich Belastung. Hawkins betont den erwirtschafteten beträchtlichen Free Cashflow, der bevorzugt zum Abbau der Verschuldung und zur Verbesserung der Bilanzrelationen verwendet werde. Er hält das Unternehmen nach wie vor für „dramatisch unterbewertet“, will aber mehr positive Entwicklungen sehen, bevor er seine Position weiter aufstocken würde. Zudem würde die Nachrichtenlage momentan von der anhaltenden Hängepartie rund um Paramount überlagert.

Aktie im Fokus: PayPal

Mit einer schlechten Kursentwicklung kennt sich auch die PayPal-Aktie aus. Nach dem Corona-Hype folgte ein rasanter Absturz um rund 80 %. Und das nicht ganz unverdient, denn PayPal konnte die (zu) hoch gesteckten Erwartungen des Marktes nicht mal annähernd erfüllen.

Dies ist auf die verfehlte Strategie des vorherigen CEO Dan Schulman zurückzuführen, der beinahe um jeden Preis auf Umsatzwachstum setzte und dafür eine Reihe von Unternehmen zukaufte, die aber weder sinnvoll in den Konzern integriert wurden noch attraktive Renditen erwirtschafteten. Ende 2023 endete die Ära Schulman und mit Alex Chriss kam ein neuer CEO an Bord. Chriss war viele Jahre bei Intuit tätig, die innovative Softwarelösungen für kleine und mittlere Unternehmen anbieten, und hat eine klare Vision, wie PayPal wieder zum Vorreiter der digitalen Payment-Welt werden soll und zur Umsetzung bereits das komplette Führungsteam ausgetauscht. Chriss will PayPal wieder stärker auf sein Kerngeschäft fokussieren, Randaktivitäten abstoßen und vor allem wieder stark auf Innovation setzen. Er verfolgt dabei eine langfristige Strategie und erklärte 2024 zum Übergangsjahr. Man wisse genau, was zu tun sei, nun müsse man es „nur“ noch umsetzen, erklärte er vor einigen Wochen.

PayPals großer Trumpf sind die 400 Mio. aktiven Kunden, mit denen man rund 30 Mrd. USD Umsatz pro Jahr generiert. Die Kundenzahl wächst schon länger nicht mehr, sondern ist sogar leicht rückläufig. Das passt nicht zur Wachstumsstory. Allerdings gelingt es zunehmend, diese Kunden zu monetarisieren. Einerseits steigt die Zahl der Transaktionen pro Kunde weiter an, nämlich um 14 %. Letztlich hat PayPal zwar weniger Kundenkonten, aber es wurden vor allem die inaktiven Kunden aussortiert, was den Kundenverlust ziemlich relativiert. Der Umsatz legte die letzten beiden Jahre jeweils um 8 % zu und dürfte dies auch im laufenden Jahr in ähnlicher Größenordnung tun.

Und dann hat Chriss soeben angekündigt, einen wahren Schatz zu heben. PayPal wird ein Adtech-Business einführen, also kundespezifische Werbung, und hat dazu zwei Experten angeheuert. Mark Grether wurde zum Senior Vice President, General Manager, PayPal Ads ernannt und John Anderson zum SVP und General Manager der Consumer Group des Unternehmens. Grether kommt von Uber zu PayPal, wo er Vice President (VP) und General Manager von Uber Advertising war. Unter seiner Führung wuchs Uber Advertising zu einem Milliarden-Dollar-Geschäft mit mehr als 500.000 Werbetreibenden weltweit. Davor hatte Grether die Produktstrategie für das Werbegeschäft von Amazon geleitet. Anderson wird für das Verbrauchergeschäft von PayPal verantwortlich sein, einschließlich der Produktstrategie für PayPal und der Payment-App Venmo. Er kommt von Plaid, wo er als Head of Product and Payments für das Wachstum der Zahlungsproduktsuite verantwortlich war. Davor war er zehn Jahre bei Meta Platforms in verschiedenen Positionen tätig.

PayPal wickelt über seine Bezahldienste und die Venmo-App weltweit täglich Millionen von Transaktionen ab und will die durch das Tracking von Einkäufen und Ausgabeverhalten generierten Daten monetarisieren. Diese Daten bieten tiefgehende Einblicke in die Kaufgewohnheiten und Vorlieben der Verbraucher und stellen somit eine potenzielle Goldgrube für zielgerichtete Werbung dar. Dabei sollen Anzeigen nicht nur an eigene PayPal-Geschäftspartner, sondern auch an eine breitere Zielgruppe vermarktet werden. PayPal hat bereits im Januar mit „Advanced Offers“ ein erstes Werbeprodukt vorgestellt, das ebenfalls Teil der neuen Werbeeinheit sein soll. Dieses Produkt nutzt Künstliche Intelligenz und die umfangreichen Datensätze von PayPal, um es Händlern zu ermöglichen, PayPal-Nutzer gezielt mit Rabatten und Werbeaktionen anzusprechen.

Das neue Adtech-Business hat großes Potenzial. Vorteil der zielgenauen Werbung für die PayPal-Kunden ist, dass sie interessante Werbung erhalten. Von Vorteil für den Werbekunden ist, dass er nur dann für die Werbung bezahlen muss, wenn diese zu einem Kaufabschluss führt. Das dürfte dafür sorgen, dass PayPal schnell Werbekunden generiert und damit erhebliche Umsätze. Insbesondere die beliebte und wachstumsstarke Venmo-App trug bisher überwiegend zum Umsatzwachstum von PayPal bei, aber sehr unterdurchschnittlich zu den Gewinnen. Das dürfte sich künftig ändern.

Der weltweite Werbemarkt wird auf ein Volumen von 1,6 Bio. USD geschätzt. Er wird inzwischen von Google (Alphabet) und Facebook (Meta) dominiert und wenn es PayPal gelingt, auch nur einen kleinen Marktanteil hiervon abzuschneiden, winken Milliardenumsätze. Und da man die 400 Mio. Kunden bereits hat und sich der Aufwand für Programmierung, Implementierung und Betrieb des neuen Adtech-Business in vergleichsweise geringem Umfang halten dürfte, winken hier sehr attraktive Margen.

Doch noch ist das Zukunftsmusik. Zunächst muss PayPal das Übergangsjahr 2024 überstehen und die Basis für die erhofften Erfolge der Zukunft legen. Erste Schritte sind bereits gemacht, denn PayPal übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen. Zudem deutete Chriss zuletzt an, dass auch der April und der Mai sehr stark gewesen seien, so dass wohl mit einer Prognoseanhebung in den nächsten Monaten zu rechnen sein dürfte.

Der Wind dreht sich und PayPal könnte wieder Fahrt aufnehmen. Wenn das neue Adtech-Business auch nur ansatzweise die Erwartungen erfüllen kann, wird auch die PayPal-Aktie kaum mehr lange 80 % unter ihren Höchstständen aus 2021 vor sich hindümpeln. Doch Neu-CEO Chriss hat noch weitere Pfeile im Köcher, mit denen er PayPal zurück an die Spitze führen will. Sobald hier erste Erfolge sichtbar werden, dürfte sich das anhaltend negative Sentiment für das Unternehmen und die Aktie drehen und auch großes Kurspotenzial bergen. Und falls nicht? PayPal generiert satte Gewinne und üppige Cashflows, und der für 2024 erwartete Free Cashflow von 5 Mrd. USD soll fast vollständig für Aktienrückkäufe verwendet werden. Das bietet ein ordentliches Sicherheitsnetz.

PayPal präsentiert sich damit momentan als attraktive Turnaroundspekulation mit vergleichsweise geringem Risiko und der Aussicht auf erhebliche Zuwächse in den nächsten Jahren. Kein Wunder, dass sich Mason Hawkins gerade hier nun so stark engagiert.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

 

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