Das sind die aktuellen Top-10-Aktien der Strategie “Conservative Trend-Following”

Liebe Leser,

in diesem Artikel stellen wir die 10 führenden Aktien vor, die das Regelwerk “Conservative Trend-Following” am besten erfüllen. Die Strategie überzeugt seit 20 Jahren mit hohen Renditen und geringen Drawdowns. Im Schnitt ging es jedes Jahr um 14,47 % nach oben. Der maximale Rücksetzer vom Hoch betrug nur 28 %. Die Korrektur fiel während der Finanzkrise nur halb so stark aus wie die des Gesamtmarktes. Das untenstehende Schaubild zeigt die Entwicklung der Anlagestrategie.

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Wir setzen diese Anlagestrategie seit dem 11.01.2018 in Form eines Musterdepots um. Im Kundenbereich von aktien-mag.de ist das Depot abgebildet und unsere Leser erhalten immer alle Transaktionen vorab. Seit dem Start Anfang 2018 konnte das Depot um +15,3 % zulegen damit den S&P 500 um 9,3 % outperformen. Das ist eine herausragende Entwicklung in dem problematischen Börsenumfeld. So sieht das Depot derzeit aus:

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Wie funktioniert das Regelwerk?

Die Strategie “Conservative Trend-Following” zielt darauf ab, sichere und konservative Aktien zu finden, die bei geringer Volatilität nach oben laufen. Das Aktien-Universum wird bei jedem Screening um die 50 % relativ schwächsten Aktien auf 52-Wochensicht reduziert. Damit wird die Börse als Frühwarnindikator genutzt, die potenzielle Probleme in den Geschäftsmodellen meist frühzeitig erkennt. Die 50 % relativ stärksten Aktien werden nach den Kriterien “Low-Volatility” (je geringer desto besser) und “Adjustierte Dividendenrendite” (je höher desto besser) gerankt. Die adjustierte Dividendenrendite setzt sich aus Dividendenzahlungen plus Aktienrückkäufen minus Kapitalaufnahmen zusammen. Es werden also Firmen ausgewählt, die viel Cash generieren und diese Barbestände an ihre Aktionäre zurückgeben können.

Die Strategie “Conservative Trend-Following” steht in unserem Screener https://rankings.traderfox.com als Template fertig zum Einsatz bereit. Sie können das Screening, liebe Leser, jederzeit selbst durchführen und die Treffermenge in anschaulichen Gallerien visualieren.

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Hier sind nun die Top-10-Aktien der Strategie “Conservative Trend-Following”

Evergy (EVRG), Platz 1

Das in Kansas City, Missouri ansässige Unternehmen besteht seit 1909 und ist der größte Energieversorger in Kansas. Evergy in seiner heutigen Form entstand aus dem Zusammenschluss von Great Star Energy und Westar, der 2018 vollzogen wurde. Über die Marken Kansas City Power & Light Comp. und Westar Energy werden mit 5000 Mitarbeitern mehr als 1,6 Mio. Kunden mit Strom versorgt. Mit 12 Kraftwerken erzeugt Evergy knapp 13 Mio. MW/h Strom pro Jahr, 3 Mio. weitere MW/h stammen aus erneuerbaren Energien. Bis 2022 will man durch den Zusammenschluss rund 600 Mio. USD an Kosten sparen und 6 Mrd. USD in den Ausbau des eigenen Netzes stecken. 27 % des erzeugten Stroms soll bereits 2020 aus erneuerbaren Energien stammen (2010 waren es nur 1%). Der Nettogewinn legte im 1. Quartal 2019 um 29,4 % auf 0,44 USD je Aktie zu. Die Marktkapitalisierung liegt bei 14,25 Mrd. USD, die KGVs für 2019/2020 betragen 20 und 18,4.

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Equity Commonwealth (EQC), Platz 2

Der Immobilien-Investment-Trust (REIT) ist in der Vermietung von Büroimmobilien tätig und hat sich auf städtische, dicht besiedelte Ballungsräume konzentriert. Equity besitzt 10 Immobilien, in Massachusetts, Washington, D.C., Pennsylvania, Texas, Colorado und District of Columbia. Das Unternehmen wurde 1986 in Chicago, Illinois gegründet und beschäftigt 41 Mitarbeiter am dortigen Hauptsitz. 2018 wurden 7 Immobilien mit einem Gesamtertrag von 1 Mrd. USD verkauft. Zurzeit hat Equity rund 3,1 Mrd. USD an liquiden Mitteln in der Kasse. Gleichzeitig ist der Schuldenberg um 588 Mio. auf 398 Mio. USD reduziert worden. Im 1. Quartal 2019 sank der Umsatz wegen des Verkaufs einiger Objekte um 22 % auf 41,8 Mio. USD, der Nettogewinn legte um 12,2 % auf 210,5 Mio. USD zu. Die Belegungsquote betrug unverändert 94,4 %. Der Börsenwert beträgt 3,9 Mrd. USD, die KGVs für 2019/20 liegen bei 15,5 sowie 13,7.

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Ares Capital (ARCC), Platz 3

Die 2004 in New York gegründete Ares Capital hat sich auf die Finanzierung von privaten, mittelständischen Unternehmen in den USA spezialisiert. Vorrangig werden hierzu Pfandbriefe, Genussscheine oder auch direkte Aktieninvestments genutzt. Ares investiert bevorzugt in Unternehmen, die eine Marktführerschaft in ihrer Branche und einen stabilen Cashflow nachweisen können. Zudem bietet Ares neben der Finanzierung auch Hilfe bei der Gewinnoptimierung und überprüft bestehende Kapitalstrukturen auf ihre Profitabilität. Die 1000 Mitarbeiter betreuten zum 31.3.2019 345 Unternehmen mit einem Portfoliowert von mehr als 14 Mrd. USD. Neben Ares unterstützen 167 weitere Private Equity Sponsoren diese Unternehmen. Der Umsatz stieg im 1. Quartal 2019 um 35,3 % auf 429 Mio. USD, der Nettogewinn sank um 11,6 % auf 214 Mio. USD zu. Der Börsenwert beträgt 7,5 Mrd. USD, die KGVs für 2019/20 liegen bei 9,9 und 9,8.

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Starwood Porperty (STWD), Platz 4

Der noch junge, erst seit 2009 existierende Immobilien-Investment-Trust (REIT) betreibt seine Geschäfte von Greenwich, Connecticut aus. 350 Mitarbeiter sind in den vier Sparten Immobilien und Immobilieninvestitionen, Infrastrukturkredite sowie privates und gewerbliches Kreditgeschäft tätig. Das Kreditportfolio von Starwood umfasst ein Volumen von 16 Mrd. USD und umfasst neben den privaten und gewerblichen Kunden auch zahlreiche staatliche Infrastrukturprojekte. Das Immobilienportfolio enthält Objekte im Wert von 3 Mrd. USD. Mit dem Netzwerk des Schwesterunternehmens Starwood Capital, das über 13 Standorte in den USA, Europa und Hongkong verfügt, will man vor allem bei den gewerblichen Kunden noch weiterwachsen. Der Umsatz stieg im 1. Quartal 2019 um 20,7 % auf 315 Mio. USD, der Nettogewinn sank um 23,8 % auf 69,6 Mio. USD. Der Börsenwert liegt bei 6,4 Mrd. USD, die KGVs für 2019/20 betragen 11,9 und 10,4.

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Hanover Insurance, (THG), Platz 5

Hanover Insurance ist eine der ältesten Versicherungen in den USA mit Schwerpunkten auf Sach- und Unfallversicherungen. Das Unternehmen wurde 1852 gegründet und seinen Sitz in Worchester, Massachusetts. Die 4200 Mitarbeiter betreuen sowohl mittlere wie auch kleine Unternehmen auch im Bereich Mitarbeiter- und Fuhrparkversicherungen. Neben Krankenversicherungen bietet Hanover auch Absicherungen gegen Cyberkriminalität, spezielle Berufshaftplicht für Manager und für Versicherungen für Industrieanlagen. Hanover hat rund 900.000 Kunden und arbeitet mit 2100 unabhängigen Agenten zusammen. Der Konzern gehört zu den 40 am längsten notierten Aktien an der NYSE und zahlte seit 1853 immer Dividende. Der Umsatz sank im 1. Fiskalquartal 2019 um 13,3 % auf 1,17 Mrd. USD. Der Nettogewinn legte von 67,8 auf 122,6 Mio. USD zu. Der Börsenwert beträgt 4,9 Mrd. USD, die KGVs für 2019/20 liegen bei 14,8 und 13,2.

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Oracle (ORCL), Platz 6

Der weltgrößte Softwarehersteller für Unternehmenskunden hat 430.000 Kunden in 175 Ländern. Davon nutzen alleine 310.000 Oracles Datenbank-System. In den Branchen Luftfahrt, Automobilbau, Banken, Regierung, Versicherer, Pharma, Telekom und Versorger sind die jeweils 20 größten ihrer Zunft allesamt Kunde von Oracle. Rund 38.000 der 137.000 Mitarbeiter des IT-Riesen sind Softwareentwickler und Ingenieure, die auch für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Datenbanken und Cloud-Lösungen des Konzerns verantwortlich sind. Im 3. Fiskalquartal 2019 sank der Umsatz um 1 % auf 9,6 Mrd. USD. Nach einer Sonderabschreibung 2018 wurde aus einem Verlust von 4,2 Mrd. USD 2019 ein Gewinn von 2,75 Mrd. USD zu. Beste Sparte war wieder das Cloud-Geschäft mit einem Plus von 32 %. Dieser Trend soll 2019 so fortbestehen, Bei einer Marktkapitalisierung von 186,2 Mrd. USD liegen die KGVs für 2019/20 bei 14,2 und 13,1.

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Starbucks, (SBUX), Platz 7

Die 1971 in Seattle gegründete Franchise-Kette versorgt täglich Millionen von Menschen in 70 Ländern in mehr als 30.000 Starbucks-Filialen. Das Angebot umfasst neben Kaffee auch Tee, Kakao, Smoothies, Gebäck, Sandwiches, süße Desserts und Fruchtsäfte. Hauptabsatzmarkt mit 70 % Umsatzanteil am Gesamtumsatz ist Nordamerika, danach folgt Asien mit rund 20 Prozent und Europa mit 6 %. Starbucks hat mit dem Bezahlen per Smartphone frühzeitig erfolgreich auf die Digitalisierung mit eigenen Ladekarten gesetzt, um in den starken Wachstumsmärkten Asiens zu bestehen. Allein in China wuchs der Umsatz im 2. Fiskalquartal 2019 um 17 %. Der Gesamtumsatz legte um 5 % auf von 6,3 Mrd. USD zu, der Nettogewinn stieg um 4,7 % auf 663,2 Mio. $ Insgesamt zählt das Unternehmen 16,8 Mio. Stammkunden, rund 13 % mehr als vor einem Jahr. Die Marktkapitalisierung liegt bei 95,6 Mrd. USD, die KGVs für 2019/20 betragen 28 und 25,2.

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YUM! Brands (YUM), Platz 8

Die Fast-Food-Kette mit Sitz in Louisville, Kentucky, ist die weltgrößte Unternehmensgruppe für Systemgastronomie. Der Konzern betreibt über 48.000 Restaurants in 140 Ländern mit mehr als 1,5 Mio. Mitarbeitern. Im Schnitt eröffnet YUM! weltweit 7 neue Restaurants pro Tag. Die umsatzstärksten Marken KFC, Pizza Hut und Taco Bell sind auf die Segmente Hühnchen, Pizza und mexikanisches Essen spezialisiert. YUM! entstand 1997 durch die Ausgliederung der Fastfood-Restaurants vom Pepsi-Konzern. Im Wachstumsfocus liegen vor allem die Schwellenländer und China. 46% der Umsätze erzielt man im Heimatmarkt, Asien trägt 26 % bei, Europa 13 %. Der Nettogewinn fiel im 1. Quartal 2019 um 39 % auf 262 Mio. USD, der Umsatz gab um 9 % auf 1,25 Mrd. USD nach. Grund waren vor allem hohe Investitionen in den Online-Lieferdienst Grubhub. Die Marktkapitalisierung liegt bei 31 Mrd. USD, die KGVs für 2019/20 betragen 20,6 und 22,4.

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Apartment Investment (AIV), Platz 9

AIMO wurde 1994 als Real Estate Investment Trust (REIT) gegründet und gehört zu einem der größten Betreiber und Eigentümer von Apartmentanlagen in den USA. Mit 1050 Mitarbeitern verwaltet das Unternehmen von Denver, Colorado aus in 48 Bundesstaaten und Puerto Rico rund 1475 Anlagen mit 260.000 Wohneinheiten. In den vergangenen fünf Jahren hat AIMO rund eine Mrd. USD in neue Anlagen investiert und daraus einen Gewinn von 400 Mio. USD generiert. Vor allem in den wachstumsstarken Ballungsräumen und deren Umland will man stärker investieren. Im Geschäftsjahr 2018 sank der Umsatz geringfügig von 1 Mrd. USD auf 970 Mio. USD, der Gewinn schoss um 111 % auf 665,2 Mio. USD nach oben. 2019 plant AIMO Investitionen im Umfang zwischen 225 und 275 Mrd. USD, aus denen man einen Gewinn von rund 40 % generieren will. Die Marktkapitalisierung liegt bei 7,5 Mrd. USD. Die KGVs für 2019/20 betragen 185 und 22,4.

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Pfizer (PFE), Platz 10

Der 1849 in New York gegründete Konzern zählt zu den weltweit größten Pharmakonzernen. Das Unternehmen konzentriert sich mit 90.000 Mitarbeitern primär auf die Entwicklung und Produktion von verschreibungspflichtigen Medikamenten und bietet Arzneimittel in vielen Therapiegebieten an. Die Kompetenzfelder sind in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Rheuma und Schmerzen, Infektionen und HIV-Erkrankungen, urogenitale Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden, Augen- und Stoffwechselleiden sowie Krebserkrankungen. Pfizer vertreibt seine Produkte in mehr als 150 Ländern. Im 1. Fiskalquartal 2019 stieg der Umsatz um 2 % auf 13,1 Mrd. USD. Der Nettogewinn stieg um 9 % auf 3,88 Mrd. USD. Der Ausblick für 2019 wurde sowohl bei Gewinn als auch Umsatz leicht nach oben angepasst. Der Konzern wird der Börse mit 230,2 Mrd. USD bewertet. Die KGVs für 2019/20 betragen 14,2 und 13,6.

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Wie können Anleger von der Strategie “Conservative Trend-Following” profitieren

  1. Im Kundenbereich des aktien Magazins sind sowohl das regelbasierte Portfolio als auch die aktuelle Rangliste immer eingestellt. Alle Depotänderungen kommen vorab. Das Depot ist nachbildbar
  2. Die Online-Vermögensverwaltung www.qualitinvest.de bietet schon ab 10.000 € Startkapital eine Nachbildung der Strategie “Conservative Trend-Following” über Direktinvestments in Aktien an

Fazit: Unsere Mission ist der systematische Anlageerfolg. Die Strategie “Conservative Trend-Following” ist für Anleger geeignet, die einen Zeithorizont von mehr als 3 Jahren mitbringen und deren Hauptfokus der langfristige Vermögensaufbau mit Aktien ist. In den letzten 20 Jahren erzielte die Strategie eine Durchschnittsrendite von über 14 % pro Jahr.

Tägliche DAX-Analyse zum 23.05.2019: Gleitender Durchschnitt löst Distribution aus

Liebe DAX-Trader,

hier ist die DAX-Analyse zum 23.05.2019 vor Handelsbeginn (Aktueller Punktestand des DAX um 7:45 Uhr ist 12.097 Punkte). Unsere Einschätzung:

  • Unter dem GD 20 bereiten sich Bären auf Abwärtswelle vor
  • Ein Short mit Zielzone 11.935 Punkten am GD 50 bietet sich an
  • Vorschlag für Short-Derivat: DZ Bank Endlos Turbo Short (WKN DF1TTZ)

DAX-Analyse zum 22. Mai 2019 per Video

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Bären bereiten Trendwende vor
Die Nervosität der Anleger ist aufgrund des Handelskonflikts zwischen der USA und China weiterhin hoch. Dies wurde auch in der Kursentwicklung am Mittwoch wieder sichtbar. So belasteten Medienberichte, wonach die USA fünf chinesische Überwachungsfirmen auf die schwarze Liste setzen wolle. Neben dem Handelsstreit der beiden Wirtschaftsmächte dürften am heutigen Handelstag Konjunkturindikatoren zur deutschen Wirtschaft im Fokus der Anleger stehen. Im Tagesverlauf werden das Bruttoinlandprodukt, die Einkaufsmanagerindizes sowie den ifo-Geschäftsklimaindex von Deutschland veröffentlicht. Diese ökonomischen Indikatoren könnten wichtige Impulse für die mittelfristige Bewegungsrichtung des deutschen Leitindex liefern. Kurzfristig gehen wir von fallenden Kursnotierungen bis zum GD 50 bei 11.935 Punkten (Unterstützung 1) aus. Zuletzt konnte sich der DAX am 15. Mai an diesem gleitenden Durchschnitt stabilisieren. Als wichtige Bestätigungen für diese Short-Einschätzung dienen der gestrige Rücksetzer, welcher mit der Berührung des GD 20 bei 12.193 Punkten (Widerstand 1) ausgelöst wurde sowie das intakte Verkaufssignal der Slow Stochastik. Sollte die Korrekturbewegung am GD 50 nicht aufgefangen und der Trendkanal nachhaltig nach unten verlassen werden, dürften Anschlussverkäufe bis zur Kursmarke von 11.848 Punkten (Unterstützung 2) folgen. Dieses Support-Level hat den mittelfristigen Aufwärtstrend bereits im April mehrfach stabilisiert. Vorbörslich wird der DAX mit einem Kursanstieg von -0,5% getaxt. Das Short-Szenario ist hinfällig, wenn der DAX nachhaltig über die Kursmarke von 12.193 Punkte (Widerstand 1) steigt.

Präferiertes Szenario: Durchbruch der Kanalbegrenzung rückt näher

Den bullisch orientierten Marktteilnehmern scheint die Kraft zu fehlen, wichtige charttechnische Hürden, wie den GD 20 bei 12.193 Punkten nachhaltig zu überwinden. Diese Schwächetendenzen nutzen die Bären, um die Kursrücksetzer zu forcieren. Eine Bestätigung für künftig weiter sinkende Kursnotierungen wurde in dieser Woche bereits durch ein Verkaufssignal in der Slow Stochastik geliefert. Sobald der Verkaufsdruck zunimmt, könnten markante Support-Level, wie die Trendkanalbegrenzung der Aufwärtsbewegung dynamisch nach unten durchbrochen werden.

Statistisch ist in den nächsten 4 Handelstagen nach der Ausbildung eines „GD unterschritten“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 56%, seit dem 02.01.2000, mit einem Kursrückgang von 2% zu rechnen.

Sobald der Trendkanal die Kursentwicklung nicht mehr auf neue Hochs ziehen kann, notiert bei 11.935 Punkten (Unterstützung 1) der erste charttechnische Haltebereich. Dieser ergibt sich durch den GD 50. Er konnte die Abwärtsbewegung in den letzten zwei Wochen bereits zweimal aufhalten und eine neue Aufwärtswelle einleiten. Sollte dies im dritten Anlauf misslingen, könnte der Verkaufsdruck in Richtung 11.848 Punkte (Unterstützung 2) zunehmen. Dort konnte der DAX seine Aufwärtsbewegung zuletzt im April mehrfach festigen. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Support-Zone für einen mittelfristigen Abwärtstrend auslösen können. Als eine Anlagemöglichkeit in den DAX stehen verschiedene derivative Produkte zur Verfügung. Ein Beispiel ist der ENDLOS TURBO SHORT 13.931,14 OPEN END: BASISWERT DAX der DZ BANK (WKN: DF1TTZ)* mit einem Basispreis von 13.931,14 Punkten. Der Hebel liegt am 23.05.2019 um 07:15 Uhr bei 6,88. Das Short-Szenario ist hinfällig, wenn der DAX nachhaltig über 12.191 Punkte steigt. Bitte beachten Sie die Produktrisiken, welche unten im Dokument beschrieben sind.

Gegenszenario: Stabilisierender Doji an charttechnischer Hürde
Am Mittwoch hat der DAX einen Doji geformt und damit eine neue Abwärtswelle zumindest temporär aufgehalten. Der mittelfristige Aufwärtstrendkanal konnte somit weiter auf Tagesschlusskursbasis verteidigt werden. Trotz dieses bullischen Chartmerkmals wird derzeit noch eine Divergenz durch ein Verkaufssignal in der Slow Stochastik geliefert. Der Oszillator triggert erst ein Kaufsignal, wenn die schnellere grüne Signallinie die langsamere rote Linie von unten nach oben durchkreuzt. Ein weiteres bullisches Merkmal ist, dass die Kursentwicklung seit der Etablierung des Verlaufstiefs vom 13. Mai aufwärts tendiert.

Statistisch ist in den nächsten 4 Handelstagen nach der Ausbildung eines „GD unterschritten“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 31%, seit dem 02.01.2000, mit einem Kursanstieg von 2% zu rechnen.

Wenn die Aufwärtsbewegung fortgesetzt werden kann, befindet sich bereits bei 12.192 Punkten (Widerstand 1) die erste markante Distributionszone. Sie wird durch den GD 20 ausgewiesen und hat die Erholungsbewegung in dieser Woche bereits mehrfach wieder nach unten gedrückt. Erst mit dem nachhaltigen Überschreiten der charttechnischen Barriere könnte eine beschleunigte Aufwärtswelle in Richtung des bei 12.433 Punkten (Widerstand 2) liegenden Jahreshochs ausgelöst werden. Als eine Anlagemöglichkeit in den DAX stehen verschiedene derivative Produkte zur Verfügung. Ein Beispiel ist der ENDLOS TURBO LONG 10.171,00 OPEN END: BASISWERT DAX der DZ BANK (WKN: DDX2QN)* mit einem Basispreis von 10.171,00 Punkten. Der Hebel liegt am 23.05.2019 um 07:15 Uhr bei 6,09. Das Long-Szenario ist hinfällig, wenn der DAX die Unterstützung bei 11.848 Punkten nachhaltig unterschreitet. Bitte beachten Sie die Produktrisiken, welche unten im Dokument beschrieben sind.

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Hinweis: Dies ist ein Werbebeitrag!

Accenture – Guter Rat kostet Geld

Das Beratungsunternehmen investiert stark in eine Reihe von Schlüsselbereichen bspw. in das Segment künstlicher Intelligenz. Damit verbessern die Iren ihre Wettbewerbsposition in einer Reihe von Branchen. Sie richten außerdem ihr Augenmerk auf Cloud-basierte Anwendungen. Die Wachstumsstrategie führte zu einer Outperformance gegenüber dem S&P-500-Index. Die Aktie kletterte 2018 um 18 %, der Index kam dagegen nur auf ein Plus von 8 %. In den vergangenen 10 Jahren legte der Kurs gar um 530 % zu. Das ist eine starke Leistung. Aktueller Kurs 158 Euro.

Gewinnplus 30 %

Accenture erzielte im 2. Quartal ein hohes Gewinnwachstum und hob seine Prognose für das Gesamtjahr an. Es tütete im 2. Quartal zum 28. Februar einen Reingewinn von 1,1 Mrd. USD ein, plus 30 %. Der Umsatz stieg um 5,5 % auf 10,4 Mrd. USD. Damit übertraf der Vorstand die Schätzungen der Analysten. Es zeigt sich, dass sich die massiven Investitionen im Digital- und Cloud-Bereich auszahlen. Im Schnitt hatten Analysten nur 10,3 Mrd. USD Umsatz erwartet.

Die Nachfrage ist gesund. Der Beratungs- und Outsourcing-Dienstleister erhöhte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 7,01 auf 7,22 USD je Aktie. Bislang sind keine makroökonomischen Unsicherheiten zu erkennen. Die Kunden sind bereit, tief in die Tasche zu greifen.

Digitales Marketing wird Schwerpunkt

Vor allem der interaktive Geschäftsbereich steht vor einem Schub. Accenture möchte seine Position als weltweit führender Anbieter von digitalem Marketing ausbauen. Mehrere Akquisitionen im interaktiven Bereich kündigte das Management an, gleichzeitig erhöhte es die Investitionen.

Darüber hinaus wird in die künstliche Intelligenz investiert. Hinzu kommt das Cybersecurity-Geschäft, das zweistellig wächst. SynOps führte das Beratungshaus ein. Es geht dabei darum, Daten, angewandte Intelligenz und digitale Technologien mit menschlichem Fachwissen zu kombinieren. Dies wird den Umsatz für eine breite Palette von Kunden vorantreiben. Das Unternehmen hat 400 neue Geschäftsführer in seiner Strategie- und Beratungssparte eingestellt. Es geht Schlag auf Schlag. In der Sparte Infrastrukturservices ist Accenture ein führender Integrator der Cloud von Amazon und Microsoft geworden. Accenture intensivierte die Zusammenarbeit mit SAP und Oracle.

Neuer Chef soll kommen

Accenture sucht nach einem neuen Chef, nachdem der bisherige Boss Pierre Nanterme im Januar verstorben ist. Interim-CEO David Rowland hat vorübergehend das Ruder übernommen. Obwohl die Strategie solide ist, kann ein neuer Chef zu einer neuen Marschrichtung führen, wovon aber nicht auszugehen ist. Accenture wächst schneller als der breite Markt. Daher ist mit einer Fortsetzung der bisherigen Strategie zu rechnen.

Das KGV für 2019/20 ist mit 22 vertretbar. Die beherrschende Stellung in einer Reihe von Märkten trägt dazu bei, dass das Cash weiterhin fließen wird. Solide Zahlen legt das Consultinghaus in schöner Regelmäßigkeit vor. Seit 2005 fließt eine Dividende. Aktionäre können eine Dividendenrendite von 1,7 % kassieren. Der Cashflow ist kernig, die Aussichten sind gut. Ein Dienstleister muss bekanntlich wenig investieren. Er ist nicht wie eine Fabrik auf teure Maschinen, Lagerhaltung oder Logistik angewiesen. Ebenso ist kein Forschungslabor nötig. Der Großteil des Aufwands entfällt auf Gehälter. Somit steht der Löwenanteil des zufließenden Cashs dem Management zur freien Verfügung. Im Falle einer Nachfrageschwäche kann sich der Vorstand von Mitarbeitern trennen.

Dividenden und Aktienrückkäufe

Mehrere Milliarden gehen in Dividenden und Aktienrückkäufe. Mega-Konzerne stehen auf der Kundenliste. Banken, Versicherungen, Medienkonglomerate, IT-Riesen, Industriekonzerne, Krankenhäuser, Bergbauer. Auffällig: Die Belegschaft wird jünger. Das ist ein Segen, denn die Kunden möchten technologisch versierte Berater haben. Heiß begehrt sind die Bereiche Datenanalyse, Soziale Medien, Content Management, Cloud-Computing. Allein der Bereich IT Security ist für sich genommen ein gigantisches Zukunftsfeld.

Milliardenkauf Werbeagentur Droga5

Accenture kaufte Droga5, eine unabhängige Werbeagentur. Der Marketing-Bereich ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen, da sich das Verhalten der Konsumenten verändert. In der Vergangenheit ging es darum, aufmerksamkeitsstarke Werbung zu machen. Nun geht es in erster Linie darum, ein angenehmes Kundenerlebnis zu bieten. Dies hat den Kampf um die Werbedollars verschärft. Traditionelle Werbeagenturen wie die britische WPP sind abgestürzt. Innovative Firmen aus dem Silicon Valley übernehmen zunehmend die führende Rolle. „Wir arbeiten mit Kunden zusammen, um zu erfahren, wie Konsumenten ihre jeweiligen Produkte und Dienstleistungen kaufen”, sagte Brian Whipple, Chef von Accenture Interactive, die Digitalagentur des Unternehmens. Weil er ehrgeizigere Consumer Experience-Projekte für Marken übernimmt, verknüpft er Werbe- und Markenstrategien miteinander. Der 500-Mitarbeiter-Betrieb Droga5 wird Teil von Accenture Interactive.

Droga5 gründete 2006 David Droga, er schuf eine der bekanntesten unabhängigen Werbeagenturen. Zu den Kunden zählen die Sportmarke Under Armour. Der bekannte TV-Spot zur Super Bowl mit Bud Light gehört dazu. Droga5 schuf ferner die Werbekampagne der Tageszeitung „New York Times“ mit dem Motto „The Truth Is Hard”. Der Umsatz von Accenture Interactive stieg in dem am 31. August beendeten Geschäftsjahr um 30 % auf 8,5 Mrd. USD. Dies entspricht einem Fünftel des Gesamtumsatzes. Die 2009 gegründete Sparte erwarb binnen weniger Jahre Dutzende Firmen, Droga5 ist der bislang größte Fisch. Es wird für neue Impulse sorgen. Droga weiß, die beste Werbung nutzt wenig, wenn die E-Commerce-Lösung nicht gut, die Qualität des Produkts schlecht oder die Beziehung zum Kunden und das Erlebnis nicht großartig ist.

Digitalisierung der Wirtschaft beginnt

Warum bleibt die Aktie auf der Überholspur? Die Digitalisierung der Wirtschaft hat erst begonnen. Accenture hat gute Chancen, die weltgrößten IT-Projekte an Land zu ziehen. Es geht nicht nur um die IT, sondern auch um Strategie und Beratung. Abgerundet wird das Sortiment vom Outsourcing. Hierzu zählt beispielsweise die Übernahme aller Gehaltsabrechnungen oder Personalabteilungs-Dienstleistungen. Analysten sehen ein Umsatzwachstum von 5 bis 8 %. Accenture ist Weltmarktführer. Konkurrenten sind IBM und die beiden indischen Player Infosys beziehungsweise Tata Consultancy Services. IBM hat allerdings Probleme: Big Blue schrumpft seit Jahren. Der IBM-Kurs verlor in den vergangenen Jahren massiv. Accenture ist besser aufgestellt. Das IT- und Consulting-Haus läuft auf allen Zylindern. Zahlreiche Boombranchen nehmen den Dienst in Anspruch. Besonders im Bereich Medien, Kommunikation und Technologie wachsen die Einnahmen. Software-Plattformen werden nachgefragt wie nie zuvor.

Weltweit enormer Bedarf

Nordamerika und die Schwellenländer rennen den Beratern die Bude ein. Der größte Markt ist für das Unternehmen die USA samt Kanada. Aber der Schwung kommt aus der gesamten Welt: In Asien, Lateinamerika, Afrika, Mittleren Osten und der Türkei herrscht enormer Bedarf. Moderne Technologien können Firmen im Wettbewerb helfen. Einzelhändler wollen zum Beispiel ihr Warenlager optimieren. Sie wollen für Effizienz und Transparenz sorgen. Es soll klar werden, wo sich eine Lieferung exakt befindet. Accenture gilt in diesem Bereich neben IBM und Microsoft als führend, wenn es darum geht, eine Art Blockchain für Warenströme zu schaffen.

Fazit:
Volle Auftragsbücher sind gut für die Aktie. Solide Dividende plus Aktienrückkäufe sind ein weiteres Kaufargument. Die Story stimmt. Bei der Dividende besteht Erhöhungsspielraum. Das Papier eignet sich zum Kaufen und Liegenlassen.

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FactSet Research Systems – Ein echter Hingucker

Die Aktie des US-amerikanischen Finanzdaten-Anbieters FactSet scheint nur eine Richtung zu kennen: aufwärts. Auch wenn es zu kurzzeitigen Schwankungen kommen sollte, bietet das Papier mittel bis langfristig gute Perspektiven. Dafür sprechen nicht nur die jüngsten Geschäftszahlen.

Der Kurschart von Factset Research Systems (kurz: Factset) ist ein Eye-Catcher. Ob ein Monat, ein oder zehn Jahre: Es ging immer nach oben. In den vergangenen zehn Jahren legte der Titel des US-Finanzdatenanbieters um 500 % zu, in diesem Jahr sind es bereits mehr als 25 %. Kein Wunder. Denn die Geschäfte laufen rund – und das schon seit Jahrzehnten. So ist der Umsatz in den vergangenen 38 Jahren stetig gewachsen. Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass es auch künftig bergauf geht. Im 2. Quartal (28.2.2019) wurde der Erlös gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal um 6 % auf 355 Mio. USD und der Betriebsgewinn um 14 % auf 109 Mio. USD gesteigert. Die Umsatzrendite wuchs von 28,5 auf 30,6 % und der verwässerte Gewinn pro Aktie von 1,33 auf 2,19 USD (unverwässert: Von 2,12 auf 2,42 USD).

Breitaufgestellter Service

Die Software-Spezialisten entwickeln Tools für Analysten, Portfoliomanager, Investmentbanker und globale Finanzinstitute. Das Filtern von Informationen, aber auch Nachrichten und Börsenkurse gehören zum Angebotsspektrum. Dank Einbindung der Plattform bei Microsoft Office sowie mobiler Zugriffsmöglichkeiten ist der Service von FactSet breit aufgestellt. Getrieben wird der Wachstumskurs von steigenden Verkäufen im Analysedatengeschäft und neuen Content- und Technologielösungen. Das Hauptgeschäftsfeld besteht darin, Finanzinformationen und fundamentale Unternehmenskennzahlen in einer Analysesoftware für Portfolio- und Risikomanager zur Verfügung zu stellen. Diese Software ermöglicht es den Fondsmanagern ihre Investments und die daraus entstehenden Risiken zu bewerten und zu justieren. Darüber hinaus liefert das Unternehmen Börseninformationen und Nachrichten in Echtzeit. Damit ist FactSet ähnlich aufgestellt wie Bloomberg oder Thomson Reuters, bietet aber gerade für kleinere Investmenthäuser eine individuelle Produktpalette.

Die weltweit tätigen 9.600 Mitarbeiter der 1978 in Norwalk (Connecticut) gegründeten Firma konnten im vergangenen Jahr den 40. Geburtstag des Unternehmens feiern. Für CEO Phil Snow markiert das Jahr 2018 „einen Meilenstein mit einer starken Performance, die unsere Entwicklung als Workflow-Company beschleunigt hat“. Zu den Highlights des Jahres zählen für ihn der Abschluss eines Deals für die Bereitstellung von Lösungen für mehr als 15.000 Finanzberater bei einem der größten Vermögensverwalter der Welt, die Verbesserung der Risikomodelle für die Multi-Asset-Klasse und die Lancierung des „Open: FactSet Marketplace (OFM)“.

Kooperation mit Mastercard

Diese neue Plattform bedient die wachsende Nachfrage von Portfoliomanager nach den jüngsten Erkenntnissen aus Industrie und Handel. Dazu arbeitet FactSet mit Mastercard zusammen. Der Kreditkartenanbieter verfügt über Daten, die Einblicke in die allgemeinen Entwicklungstrends im Einzelhandel bei allen Zahlungsarten bieten, einschließlich Bargeld und Schecks. Das OFM-Tool ist mit dem sogenannten Mastercard SpendingPulse ausgestattet. Damit können FactSet-Kunden für eine genauere Analyse Sektorberichte von Mastercard nutzen, die branchenspezifische Details zu den Ausgabemustern enthalten.

„Mastercard SpendingPulse hat sich zu einer führenden Quelle für umfassende und robuste Einzelhandelstrends in allen Sparten entwickelt“, sagt Dimi Dosis, Präsident von Informationcard und Advisors Consulting bei Mastercard. „Durch unsere Zusammenarbeit mit FactSet können wir diese tiefgründigen Erkenntnisse einer breiteren Gruppe globaler Organisationen zugänglich machen und sie dabei unterstützen, Strategien besser zu verstehen, zu entwickeln und zu verfeinern.“ Mastercard SpendingPulse und die entsprechenden Brancheneinblicke berichten über nationale Einzelhandelsumsätze aller Zahlungsarten in ausgewählten Märkten weltweit. Die Erkenntnisse basieren auf aggregierten Verkaufsaktivitäten im Mastercard-Zahlungsnetzwerk sowie auf umfragebasierten Schätzungen für bestimmte andere Zahlungsformen wie Bargeld und Scheck. „Die robusten Branchen- und Ausgabenkenntnisse von Mastercard ermöglichen es, die wirtschaftlichen Trends besser verstehen zu können“, so Rich Newman, Senior Vice President und Global Head für Content- und Technologielösungen von FactSet.

Zahl der Abonnenten gestiegen

Das neue Tool dient nicht zuletzt dazu, noch mehr Kunden für die Dienste des Datenanbieters zu generieren. Dies ist in jüngster Zeit gelungen. So wurde das Geschäftsjahr 2018 mit dem höchsten vierteljährlichen Annual Subscription Value (ASV) in der Geschichte von FactSet abgeschlossen. Unter dem ASV versteht man die Einnahmen aus allen Abonnementdiensten, die derzeit für Kunden erbracht werden. Hinzu kommen „Professional Services“, das heißt Einnahmen aus projektbezogener Beratung und Umsetzung. Der ASV plus Professional Services belief sich am 28. Februar 2019 auf 1,44 Mrd. USD – im Vorjahr waren es 1,37 Mrd. gewesen. „Unser Geschäft ist in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld stabil und unsere Wachstums- und Margenausweitung in diesem Quartal zeigt, dass unsere Strategie erfolgreich umgesetzt wurde“, resümiert Helen Shan, CFO von FactSet. Sie verweist zudem auf die stetigen Bemühungen des Unternehmens, die Kostendisziplin zu wahren. „Wir sind gut aufgestellt sind, um weiter zu wachsen und die Aktionäre daran teilhaben zu lassen.“

FactSet ist im Index S&P 600 SmallCap gelistet. Der Börsenwert beträgt umgerechnet rund 8,6 Mrd. Euro, was mit dem Niveau eines MDAX-Unternehmens vergleichbar ist. Die Aktie ist mit einem aktuellen KGV von 26 recht hoch bewertet und somit kein Schnäppchen mehr. Der Titel notiert aktuell bei 253 USD – das sind 28 % mehr als vor einem Jahr. Im Branchenvergleich liegt das Unternehmen im Hinblick auf die Performance der vergangenen 12 Monate weit vorne. Ähnliche Aktien aus der Kapitalmarkt- und Finanzen-Branche sind im gleichen Zeitraum im Schnitt um lediglich rund 10 % gestiegen. Die Anteilseigner können sich aber nicht nur über Kursgewinne, sondern auch über Dividenden freuen. Jüngst schüttete FactSet im März eine vierteljährliche Bardividende von 0,64 USD pro Schein aus.

Hohe Volatilität Ende 2018

Trotz der positiven Bilanz der vergangenen Jahre ist die Börse auch für FactSet keine Einbahnstraße. Ende 2018 zog es den Kurs innerhalb von vier Wochen von 235 auf 188 USD in die Tiefe. Bei dem Datenlieferanten hatte es Befürchtungen gegeben, dass der schwächelnde Aktienmarkt die Umsätze- und Gewinne drücken könnte. Da FactSet auch von einem ruhigen Finanzmarktumfeld und entsprechend soliden Geschäften seiner Kunden abhängig ist, sind solche Bedenken nachvollziehbar. Seit diesem Jahr ist man jedoch wieder klar auf Wachstumskurs. An Nachfrage fehlt es nicht. Inzwischen bedient der Finanzdienstleister mehr als 5.400 Abo-Kunden und knapp 122.000 Plattform-Nutzer. Über die Jahre hinweg haben sich die Amerikaner immer wieder mit strategisch sinnvollen Zukäufen wie etwa Code Red, Revere Date und StreetAccount verstärkt. Um die internationale Präsenz zu erhöhen, nahm das Unternehmen zudem mehr Schulden auf. FactSet bleibt allein aufgrund des robusten Abo-Modells und einer hohen Bindungsrate ein starker Nischenplayer. Zum Erfolgsrezept gehören der Produktmix und die innovativen Technologien.

Fazit:
Nicht nur die Erfolge aus der Vergangenheit, sondern auch die guten Aussichten und die Innovationskraft sprechen für das weitere Aufwärtspotenzial der FactSet-Aktie. Das Papier eignet sich für mittel- bis langfristig ausgerichtete Anleger, die bereit sind, kurzfristig stärkere Kursschwankungen auszuhalten.

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Vinci – Sie sorgen für flüssigen Verkehr

Der Baukonzern ist ein Dauerläufer. In den vergangenen fünf Jahren legte die Aktie um 60 %, in zehn Jahren um 207 % zu. Das KGV ist mit knapp 14 (2020) günstig. Die Dividende überzeugt mit 3,3 %. Aktueller Kurs 86,92 Euro. Die Aktie eignet sich zum Kaufen und Liegenlassen.

Nach einem Treffen mit Analysten im Februar stufte JP Morgan die Aktie auf „Übergewichten“ mit Kursziel 99 Euro. Analystin Elodie Rall sieht die Margen im Bau klettern, der Markt erhole sich weiter. The Royal Bank of Canada setzte das Kursziel auf 100 Euro. Die freie Cashflow-Rendite sei mit 8 % ordentlich, schrieb Analystin Stephanie D’Ath. Die UBS Bank belässt ihr Kursziel bei 96 Euro. Die Ratinghäuser S&P und Moody’s vergeben sehr gute Bonitätsnoten mit einem stabilen Ausblick. Die Nettofinanzschulden von 15,5 Mrd. Euro sind solide finanziert. Mit dem Staat als Auftraggeber und Finanzierungshelfer ist man eben in guten Händen.

2018 stiegen die Erlöse dank voller Auftragsbücher um 8 % auf 43,5 Mrd. Euro. Rechnet man die Zukäufe und Währungseinflüsse heraus, betrug das Plus noch immer 3,3 %. Unter dem Strich blieben knapp 3 Mrd. Euro Gewinn, 8 % mehr. CEO Xavier Huillard erhöhte die Dividende um 9 % auf 2,67 Euro.

Urbanisierung sorgt für Rückenwind

Der Kurs stürmt vermutlich weiter nach oben. Es hilft die Urbanisierung. Bis 2020 leben 60 % der Weltbevölkerung in Städten. Die Verkehrswege werden weltweit ausgebaut, der Transportbedarf nimmt stark zu. Ein Pluspunkt ist die Digitalisierung. Das Reisen wird angenehmer, es helfen Innovationen. Das mobile Ticketing beim Fliegen, die Sicherheit nimmt zu. Elektrobusse, das autonome Fahren machen das Reisen bequemer. Wir brauchen intelligentere Verkehrslösungen.

Die Franzosen sind clever. Was sie anfassen, wird zu Gold. Bestes Beispiel ist die Übernahme des Londoner Gatwick Flughafen. Der Zeitpunkt für einen günstigen Zugriff mitten im Brexit-Tumult könnte kaum besser gewählt sein. Es zeigt, wie geschickt das Management vorgeht.

Kauf des Londoner Flughafens

Die Europäische Kommission gab grünes Licht für den Deal. Es bestehe kein Anlass für Wettbewerbsbedenken, so die Brüsseler. Dabei unterhält und betreibt Vinci Flughäfen in zahlreichen Ländern, darunter Frankreich, Portugal, Serbien, Kambodscha, Brasilien und die USA. Gatwick wird der erste Flughafen der Gruppe in Großbritannien. Gatwick ist der weltweit zweitgrößte Flughafen mit einer einzigen Start- und Landebahn. Es ist ein gigantisch großes Londoner Drehkreuz. Für die Franzosen wird der Deal ein großer Schritt nach vorne, Analysten applaudierten.

Der Kaufpreis umfasst 2,9 Mrd. GBP (3,3 Mrd. Euro). Ende Dezember 2018 brachten sie den Vertrag in trockene Tücher. Vinci kaufte 50,01 % von einer Investorengruppe, darunter Staatsfonds aus Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die verbleibenden 49,99 % werden weiterhin von Global Infrastructure Partners des bestehenden Aktionärs verwaltet.

2018 wurden in Gatwick 45,7 Millionen Passagiere befördert. Der Flughafen geriet aufgrund des verschärften Wettbewerbs anderer Londoner Flughäfen unter Druck. Gatwick nimmt 1,11 Mrd. GBP (1,3 Mrd. Euro) für den Ausbau seiner beiden Terminals in den nächsten 5 Jahren in die Hand. Das Drehkreuz ist die größte Basis der Billigfluglinie EasyJet und der Liebling für Langstreckenflüge von British Airways, eine der weltweit größten Airlines.

Seit der Kauf des Flughafens von Global Infrastructure Partners im Jahr 2009 verdreifachte sich der Wert des Flughafens, was im Wesentlichen auf den Boom des Billig-Reisens und des Tourismus allgemein zurückzuführen ist. Es ist von einer abermaligen Vervielfachung in einigen Jahren auszugehen, wenn das Brexit-Chaos sich beruhigt hat und Großbritannien zur Normalität zurückkehrt.

Nicolas Notebaert, Präsident von Vinvi Airports, sagte: „Synergien zu schaffen und Best Practice stehen im Mittelpunkt unserer Werte. Das gesamte Netzwerk von Vinci Airports wird vom erstklassigen Management und der hervorragenden operativen Leistungsfähigkeit des Gatwick Airport profitieren.“ Vinci weiß aus eigener Erfahrung, wie man stetig wächst. Es ist ein starker Partner, der auf Innovationen setzt. „Kundenzufriedenheit und -erlebnis werden sich weiter verbessern”, verspricht Notebaert.

Autobahnen und Tunnel

Die Franzosen bauen neben Airports auch Autobahnen und Tunnel. Das Besondere: Vinci betreibt die Bauten zum Teil selbst. So fließen stetig Einnahmen. Der wiederkehrende Umsatz ist extrem sicher. Allerdings entfallen nur 20 % der Umsätze auf die Konzessionssparte. Sie macht aber deutlich mehr Gewinn als die Bausparte, die über 80 % der Einnahmen beisteuert. Das Schöne an der Aktie sind die stetigen Cashflows. Sie bilden ein stabiles Fundament.

Ein internationaler Flughafenbetreiber ist besser als ein lokaler Staatskonzern. Deshalb haben die Franzosen rund um den Globus gute Chancen, insbesondere in Schwellenländern, weitere Flughäfen zu übernehmen. Selbst mittelgroße Privatisierungen können zu einer Goldgrube werden, denn der internationale Tourismus ist eine Wachstumsbranche.

Welche Projekte sie an Land ziehen

Den Lissaboner Flughafen bauen sie aus. Mit „Ionity“ haben sie die ersten High-Speed-Ladestationen für E-Autos entlang ihrer Autobahnen gebaut. In Texas arbeiten sie an dem Maut-System „TollPlus“. Für den Hafen in Rotterdam bauen sie eine neue digitale Überwachungsplattform über das „Internet der Dinge“. Die Tochter Eurovia ist in den USA ein führender Straßenbauer geworden. Den Interstate Highway „I 64“ zwischen Hampton und Norfolk in Virginia bauen sie mit neuen Tunnel- und Brückensystemen aus, das Projektvolumen stapelt sich auf 2,9 Mrd. Euro. Im kanadischen Calgary halten sie das Straßensystem für 80 Mio. Euro in Schuss, dazu gehören der Winterdienst, Licht- und Abflusssysteme am Laufen zu halten. In Marseille weihten sie ihren gigantischen „Marseillaise Wolkenkratzer“ ein. Noch stammt 57 % des Geschäfts aus der Heimat, aber der internationale Anteil wird zunehmend größer. Den brasilianischen Flughafen in Salvador übernahmen sie. Im April 2018 beteiligten sie sich am Airport im japanischen Kobe. Weitere Airports kamen in den USA, Schweden, Belgrad und Costa Rica dazu. Zahlreiche Regierungen wie die in Brasilien treiben Privatisierungen voran. Das dürfte also erst der Anfang sein.

Umsatz, Gewinn und Cashflows steigen seit Jahren. Die Dividende klettert. Die Bewertung ist zudem moderat. Gleichzeitig ist der 211.000-Mitarbeiter-Konzern, zuhause in 100 Ländern, langfristig ausgerichtet. Die Mission des neuen Chefs Arnaud Grison ist wie das seiner Vorgänger unverändert: „Weil unsere Projekte im öffentlichen Interesse sind, wollen wir alle Beteiligten einbinden. Wir engagieren uns im offenen Dialog. Unser Ziel ist es, langfristige Werte für Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter, Partner und die Menschen zu schaffen.“

Hälfte der französischen Autobahnen unter den Fittichen

In Frankreich ist Vinci für über die Hälfte der Autobahnen zuständig. Europaweit sind es mehr als 4.400 Kilometer. In Deutschland, dem zweitwichtigsten Markt, baut die Vinci-Tochter Eurovia die Autobahn A 7 aus. Dafür kassiert das Unternehmen die anfallenden LKW-Mautgebühren. Ein lohnendes Geschäft.

Durch die verlängerte Wertschöpfungskette (das den Betrieb von Bauten einschließt) ist das Risiko gering. Pluspunkt: Die Umsätze sind nicht so sehr von einzelnen Projekten abhängig. Autobahnen, Parkhäuser und Tunnel werden auf Sicht von Dekaden gemanagt. Da rollt der Rubel im Prinzip täglich. Ebenfalls gehört der Betrieb von Stadien und Schienenwegen dazu.

Megatrend Bevölkerungswachstum

Neben dem Reisen hilft ein anderer Megatrend: Die Weltbevölkerung wächst stark. Es wird mehr Infrastruktur gebraucht. Alte Brücken, Straßen, Bahnstrecken, Häfen müssen saniert werden. Die Energiewende erfordert Investitionen in Energienetze. Altbauten müssen thermisch saniert werden. Menschen wollen immer mobiler leben. Sie wollen ihren Alltag angenehmer machen. Das bedeutet: Mehr Bauten. Mehr Einrichtungen, die betrieben werden müssen.

Fazit:
Der Baukonzern profitiert von mehreren Megatrends. Die Mobilität nimmt zu. Das Passagieraufkommen an Flughäfen steigt. Die Aktie eignet sich für geduldige Anleger. Die Dividende ist knackig. Wir glauben, dass der Kurs seine Rally fortsetzen wird.

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Bechtle – Der Schwäbische IT-Transformator

Bechtle ist ein IT-Dienstleister, der seit Jahren von Erfolg zu Erfolg eilt, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Das liegt daran, dass Bechtle genau zur richtigen Zeit die richtigen Produkte und Dienstleistungen für seine Kundschaft bereithält, um diesen den Eintritt in die digitale Welt so leicht wie möglich zu machen. Und an seiner äußerst erfolgreichen Übernahmestrategie, die das Wachstum zusätzlich antreibt.

Seine 35 Jahre sieht man dem IT-Dienstleister aus Neckarsulm nicht an. Und wenn man sich ansieht, was aus dem 1983 gegründeten Unternehmen inzwischen geworden ist, wundert das auch nicht. Denn Bechtle hat es über die Jahre verstanden, sich immer wieder neu zu erfinden und seine Angebotspalette stetig in angrenzende Bereiche zu erweitern.

Bechtle ist einer der führenden Anbieter von Informationstechnologie für Gewerbekunden in Deutschland und bietet diesen ganzheitliche effiziente IT-Konzepte, hochwertige und kostengünstige Produkte sowie einen kontinuierlichen After-Sales-Service. Zu den Kunden gehören mittelständische Unternehmen, Großkonzerne und Kunden des öffentlichen Sektors. Dabei bietet Bechtle umfassende Dienstleistungen von der IT-Strategieberatung über die Lieferung von Hard- und Software, Projektplanung und -durchführung, Systemintegration, IT-Services sowie Schulungen bis hin zum Komplettbetrieb der IT eines Unternehmens.

Vom Desktop-PC zum Rechenzentrum zur Cloud

„Industrie 4.0“ und „Internet der Dinge“ sind längst mehr als schöne Schlagworte und immer mehr Unternehmen und öffentliche Verwaltungen verlagern nicht nur ihre bisherigen IT-Strukturen in die Cloud, sondern digitalisieren ihre Arbeitsabläufe und Arbeitsplätze. Der klassische PC-Arbeitsplatz mit einem eigenen Desktop-Rechner und eigenen Softwarepaketen gehört inzwischen der Vergangenheit an. Die Unternehmen haben zentrale Rechenzentren eingerichtet, über die die Arbeitsplätze angeschlossen sind und wo zentral die Software vorgehalten wird. So reduziert sich Personal- und Wartungsaufwand, während sich die Anforderungen an die Hardware komplett verändert haben. Die Vernetzung verschiedener Standorte und die Trennung von Intranet zur betriebsinternen Kommunikation von Mitarbeitern und Internet zur Kontaktpflege mit Kunden und dem Rest der Welt, war allerdings erst der erste Schritt hin zur Cloud.

Gewaltige Umstellungen

Schnell stellte sich die Frage, ob man denn eigene Rechenzentren im Keller benötigen würde, oder ob man sich nicht spezialisierter Anbieter bedienen sollte, um die Daten dorthin auszulagern. Denn für den Mitarbeiter vor dem Bildschirm macht es keinen Unterschied, ob die Daten, auf die er zugreift, im Keller liegen oder auf einer Serverfarm in Boston. Für das Unternehmen hingegen ergaben sich tiefgreifende Veränderungen, denn die Daten mussten nicht nur an die neuen Server übertragen werden, sondern es musste von Anfang an sichergestellt sein, dass niemand Unbefugtes auf diese zugreifen kann. Und dass sie jederzeit zur Verfügung stehen und darüber hinaus ausreichend gesichert sind gegen Datenverlust.

An dieser Stelle treten die IT-Dienstleister auf den Plan. Sie entwickeln für die Unternehmen oder Behörden das Konzept und setzen dieses im Anschluss auch um. Und sie übernehmen die Wartung und Betreuung anstelle der hausinternen IT-Abteilung, die weitgehend überflüssig wurde. Und das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten, denn kleinere Unternehmen und auch Behörden finden kaum noch geeignetes Personal für ihre IT-Abteilungen. Sie sind zu unattraktiv, bezahlen zu wenig und bieten kaum Aufstiegschancen. Junge gut ausgebildete Fachkräfte können sie daher kaum noch rekrutieren, denn die heuern bei den IT-Spezialisten an.

Bechtle ging und geht den Weg mit

Bechtle hat diesen Transformationsprozess von Anfang an mitbegleitet und ist den Herausforderungen gewachsen. Durch die Expansion in immer neue, angrenzende Bereiche kann man heute seinen Kunden ein breites Spektrum an IT-Dienstleistungen aus einer Hand anbieten. Und das ist auch nötig, um selbst zukunftssicher zu bleiben, denn die IT-Projekte werden immer größer und aufwändiger. Selbst Kommunen schreiben heute die IT-Infrastruktur für alle ihre Schulen in einem Auftrag aus, so dass hier nur IT-Unternehmen zum Zug kommen, die über die nötige Personalstärke und Erfahrung verfügen. Daher müssen immer mehr kleine Firmen aufgeben und werden von den Größeren übernommen. Wie Bechtle.

Übernahmen gehören zum Businessplan

Seit der Firmengründung hat Bechtle inzwischen mehr als 90 Unternehmen gekauft und integriert. Die größte im Jahr 2018 mit Inmac WStore, der Nummer fünf der französischen IT-Unternehmen. Durch diese Akquisition kamen gleich 400 weitere Beschäftigte unter das Dach von Bechtle, so dass die Marke von 10.000 Mitarbeitern schneller als geplant erreicht wurde.

Des Weiteren kaufte Bechtle im vergangenen Jahr noch Acommit, einen der führenden Schweizer Dienstleister für Software und IT-Infrastrukturlösungen, die Evolusys aus der Westschweiz, ein seit 2006 am Markt etabliertes IT-Beratungsunternehmen und Spezialist für Analytics- und Cloud-Lösungen auf Basis von Microsoft Technologien und die Münchner BT Stemmer GmbH, einen Spezialisten für Netzwerklösungen, Unified Communications, IT-Security und Managed Services. Und kurz vor Jahresschluss stärkte Bechtle mit zwei weiteren Akquisitionen seine Kompetenzen in den Bereichen Security und 3D-CAD und somit seinem Geschäftsfeld Produktentwicklungslösungen. Die neue Tochter R. Bücker EDV-Beratung Datentechnik GmbH ist Spezialist für IT-Security, während die Coffee GmbH auf CAD-Software spezialisiert ist.

Bechtle wächst also nicht nur beim Angebotsspektrum, sondern auch in das angrenzende europäische Ausland hinein. Das ist nur konsequent, denn die Kunden aus dem Mittelstand und auch die größeren Konzerne sind heute selbst international tätig und die Integration der IT-Strukturen und Arbeitsprozesse machen vor den Ländergrenzen nicht halt.

Bechtle hat allerdings nicht nur eigene Lösungen im Angebot, mit denen man bei den Kunden punkten kann, sondern greift auch auf Kooperationen zurück. So bietet Bechtle unter dem Stichwort „Teamwork-as-a-Service“ die Cisco Webex Teams jetzt per Klick als Cloud-Service an und baut somit sein Multi-Cloud-Portfolio weiter aus. Als erster Systemintegrator ermöglicht Bechtle seinen Kunden den direkten Bezug des Collaboration-Service von Cisco über einen vollautomatisierten Cloud-Marketplace. Von Cisco zertifizierte Bechtle Spezialisten beraten Unternehmen zusätzlich bei der Integration der Cloud-Services in die bestehende IT-Infrastruktur.

Solidpro ist im Bechtle-Verbund der Spezialist für 3D-Produktentwicklung und Digital Manufacturing. Am Standort Paderborn hat man nun einen neuen Showroom eingerichtet und ermöglicht seinen Kunden und Interessenten vor Ort einen Einblick in die 3D-Drucklösung HP Jet Fusion, eine innovative Multi-Jet-Fusion-Technologie von Hewlett Packard für den Prototypenbau und die additive Serienfertigung. Daneben ging Soildpro eine Kooperation mit Desktop Metal aus den USA ein und baut so seinen Geschäftsbereich der 3D-Drucklösungen weiter aus.

In der Cloud kommt niemand an Marktführer Amazon vorbei und neben der Zusammenarbeit mit Microsoft ist Bechtle nun auch Partner von Amazon Web Services (AWS). Kunden können in Zukunft sämtliche Cloud-Dienste von AWS über die Bechtle Clouds-Plattform beziehen.

„Vision 2030“

Nach dem starken Wachstum hat sich Bechtle neue ehrgeizige Ziele gesetzt und eine neue Vision entworfen. Danach möchte man im Jahr 2030 10 Mrd. Euro Umsatz machen. 2018 hatte man einen Umsatz von 4,3 Mrd. Euro eingefahren, ein Plus von 21 %. Ohne die Zukäufe hätte das Plus immerhin bei 16 % gelegen und damit signifikant über dem Branchendurchschnitt in Europa von 2 %. Womit feststeht, dass Bechtle auch künftig nicht auf organisches Wachstum allein setzt, sondern auch auf Firmenübernahmen. Und den ersten großen Erfolg kann man bereits vermelden, nachdem man sich mit IBM über den Übergang von 350 Mitarbeitern geeinigt hat. Die Mitarbeiter sind entweder direkt bei Kunden oder an deutschen IBM-Standorten eingesetzt in den Bereichen Design, Beratung und Betrieb von IT-Anwendungen und Rechenzentren. Dies ist nicht die erste Vereinbarung mit IBM, schon 2005 waren gut 100 IBM-Beschäftigte zu Bechtle gewechselt und 2013 dann nochmals gut 50.

MDAX-Aufnahme und Dividendensteigerung

Am Aktienkurs sind diese Entwicklungen in den letzten Jahren nicht spurlos vorbeigegangen und er kennt fast keine andere Richtung als die gen Norden. Folgerichtig wurde Bechtle kürzlich neu in den MDAX aufgenommen und für die Aktionäre gab es weitere positive Nachrichten. Denn Bechtle will eine Dividende in Höhe von 1,00 Euro je Aktie ausschütten, was einer Erhöhung um knapp 11 % gegenüber dem Vorjahresbetrag von 0,90 Euro entspricht und die neunte Dividendenerhöhung in Folge darstellt.

Fazit:
Bechtle operiert sehr erfolgreich in einem wachsenden Markt und wächst durch Zukäufe überdurchschnittlich stark. Umsatz und Gewinn legen zweistellig zu und für die nächsten zehn Jahre hat man sich mit einer Umsatzverdopplung weitere ehrgeizige Ziele gesetzt.

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Tyler Technologies – Geld scheffeln mit Behörden 

Auf Grundlage des Regelwerks nahmen wir den Softwarehersteller in den Index High-Quality-Stocks auf. Der Index überzeugt mit einer exzellenten Entwicklung. Tyler ist eine Qualitätsaktie, die kaum bekannt ist. Dabei ist der Nebenwert eine Renditenmaschine. Der Kurs legte in den vergangenen 5 Jahren um 160 % zu. Aktueller Kurs 207 USD. Wir rechnen mit einem Kursausbruch auf 230 USD und eventuell mehr.

Der Softwarekonzern aus Plano in Texas ist ein Fels in der Brandung. Gerade für raue Zeiten eignet sich die Aktie. Die Kunden kommen nämlich aus dem Öffentlichen Dienst. Dafür ist das KGV mit 35 etwas üppig (2020). Einerseits ist das Umsatz-Multiple mit 8,5 ambitioniert. Andererseits ist die Bilanz stabil, es gibt keine Schulden. Die Öffentliche Hand als Kunde wirkt schützend. Gerade in den Verwaltungen besteht erheblicher Nachholbedarf angesichts der Digitalisierung. Die Texaner haben alle Hände voll zu tun.

Tyler ist das größte Software-Unternehmen für den öffentlichen Sektor. Auf der Kundenliste stehen Bundesstaaten, Städte, Landkreise und Schulbezirke. Die Texaner haben Niederlassungen in 17 Bundesstaaten und eine in Toronto.

Gründung: 1966 als Eisenrohrhersteller

Das Unternehmen gegründete Joseph F. McKinney 1966 als Saturn Industries, nachdem er drei Regierungsunternehmen gekauft hatte. 1968 erwarb er Tyler Pipe, einen Hersteller von Eisenrohren, der später zur Haupteinnahmequelle wurde. Tyler Pipe wurde später aufgrund des Erfolgs in Tyler Corporation umbenannt. 1969 kam Saturn Industries an die New Yorker Börse. 1970 kam das Unternehmen erneut an die Börse und änderte seine Firmierung in Tyler Corporation. Tyler Corporation rollt seit 1998 den Softwaremarkt der Öffentlichen Hand auf. Tyler Corporation änderte 1999 seinen Namen in Tyler Technologies.

Zum Brot- und Buttergeschäft gehören Finanzverwaltungslösungen, einschließlich modularer Abrechnungssysteme für Regierungsbehörden und gemeinnützige Einrichtungen. Die Programme nutzen beispielsweise Versorger zur Abrechnung und Abholung von Müll. Ferner sind die Programme zur Automatisierung von Stadt- und Landkreisfunktionen wie Stadtgerichte, Parkscheine, Ausrüstungs- und Projektkosten, Tier- und Geschäftslizenzen und Inspektionen, Durchsetzung von Vorschriften, Verfolgung von Bürgerbeschwerden, Krankenwagenabrechnung, Flottenwartung und Verwaltung von Friedhöfen. Informations- und Transportlösungen für Schulen sind ein weiterer Geldbringer neben Lösungen rund um Gerichtsverfahren. Wenige Konkurrenten haben Software für Gerichte, Strafverfolgung oder Staatsanwaltschaft, die Texaner machen alles.

Die Spezialisierung ist das Erfolgsgeheimnis. Bewertungen von Immobilien und persönlichem Eigentum sowie Anträge für Steuerbehörden decken sie ab. Sie installieren Software und Hardware, sie sorgen für Datenkonvertierung, Schulung, Produktmodifikation sowie Wartung und Support. Lagert eine Stadtverwaltung Immobiliengutachten für die Besteuerung aus, freuen sich die Texaner, die exzellent vernetzt sind.

2019: Erstmals mehr als 1 Mrd. USD Umsatz

Vorstandschef Lynn Moore hob in einer Analysenkonferenz im Februar hervor, ihm komme es künftig in erster Linie auf das Gesamtwachstum an, woher es komme, ob organisch oder aus Übernahmen, sei zweitrangig. Er dämpft schon seit geraumer Zeit die Erwartungen an das organische Wachstum. Dass es sich etwas verlangsamt, ist möglich. Es ist auf die größer werdende Umsatzzahl zurückzuführen. Mit einem Umsatz, der 2019 erstmals über eine Mrd. USD hinausgeht, ist in einem Markt, der im mittleren einstelligen Bereich wächst, zunehmend schwieriger organisch zweistellig zu wachsen. Gleichwohl hilft dem Unternehmen der Trend zur Software. Damit einher gehen Abonnements, sie sind ein echter Cashflowmacher.

Die Wartung von IT-Projekten beim Kunden vor Ort macht etwa 40 % des Umsatzes aus. Das ist eine sichere Umsatzquelle. Tyler hat extrem niedrige Abwanderungsraten. Weil neue Kunden dazu kommen, wachsen die Wartungseinnahmen um 6 oder 7 %.

Mehr Übernahmen geplant

Wenn Anleger das kombinieren mit den Kernerlösen im Bereich Software sowie den Geldern aus Lizenzen und Abonnements, ist das ein stabiler Mix. Organisch wachsen die Lizenzen und Abos solide zweistellig. Im 4. Quartal kamen die Kernerlöse aus Softwarelizenzen und Abonnements um 24 % voran. Bereinigt um Zukäufe legte der Umsatz organisch im Kernbereich um 15 % zu. Im Gesamtjahr 2019 peilt Moore abermals ein organisches Wachstum an. Er will wie gewohnt Übernahmen in trockene Tücher bringen. „Wir sind geduldige und disziplinierte Käufer und suchen nach Akquisitionen, die unser Produktangebot stärken, unseren bestehenden Kundenstamm und unsere Vertriebsressourcen nutzen. Wir wollen unseren adressierbaren Markt zu fairen Bewertungen ausbauen.“ Kurzum, in Summe wird ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich möglich sein.

Hohe wiederkehrende Einnahmen

Exemplarisch verlief das 4. Quartal. Der Umsatz mit Softwarelizenzen und Lizenzgebühren kletterte mit 15 % stark und übertraf erstmals 25 Mio. USD. Die Aboerlöse stiegen um 26 %. Die wiederkehrenden Gesamterlöse aus Wartung und Abonnements stiegen um 13 % und machten 65 % des Gesamtumsatzes aus. Der hohe wiederkehrende Anteil zeigt die enorme Stärke des Geschäftsmodells. Es kann kaum ins Wanken geraten.

Das Neugeschäft wird aus großen Software-Deals und kleinen lokalen Lizenzverträgen gespeist. Besonders robust sind die ERP- und Civic-Servicelösungen, sie gehen weg wie warme Semmeln. Das ganze Jahr über spülten die Serviceprogramme enorme Summen in die Kasse. Die größten Abschlüsse waren SaaS-Verträge für Kommunen. Angebissen hat z. B. die Stadt Memphis im Bundesstaat Tennessee, der Gegenwert etwa 4 Mio. USD. Eine Lizenzvereinbarung mit Jackson in Mississippi spülte 3 Mio. USD in die Kasse. Verträge mit Cape Coral in Florida kamen obendrauf. Das hauseigene Programm EnerGov ging für 4,4 Mio. USD über die Ladentheke.

Am laufenden Band Verträge

Vorstandschef Moore unterzeichnet am laufenden Band Verträge. Mit der Stadtverwaltung in Tucson in Arizona und York County in Pennsylvania für jeweils über 2 Mio. USD. Er hat für seine Gerichts- und Justiz-Lösung „Odyssey Case Management“ in den Bundesstaaten Texas und Illinois verkauft. Er baute die Zusammenarbeit mit dem texanischen Bell County und einen SaaS-Vertrag mit Macon County in Illinois aus, der jeweils über 2,5 Mio. USD USD wert ist.

Signifikant waren zuletzt Verträge in Lake County (Ohio), Duluth (Minnesota) und Weslaco (Texas) sowie ein SaaS-Abkommen mit Kalamazoo (Michigan) und Bethlehem (New York). Der Verkauf der erworbenen „Socrata Data Insight“-Lösung nimmt Fahrt auf. „Wir sind besonders zufrieden mit dem Absatz der Socrata Connected Government Cloud, den wir im Mai gestartet haben. Unser Ziel für 2018 war es, bis zum Jahresende sechs neue Kunden zu gewinnen. Wir übertrafen es mit 18 Verkäufen über alle Regierungsebenen 2018 bei weitem“, freute sich CEO Moore. Seine Socrata Data Insight-Verträge betreffen die Stadt Austin (Texas), Fulton County (Georgia), das Landesgericht von Idaho und das amerikanische Bundesverkehrsministerium.

Kunden sind treu

Wer sich die Telefonkonferenzen mit Analysten anhört, sieht, dass ständig Verträge unterzeichnet werden. Kommt ein Gericht oder Stadtverwaltung an Bord, bleibt der Kunde erfahrungsgemäß lange Zeit dabei. Ein Wechsel ist teuer und aufwändig. Es gibt wenig Konkurrenzprodukte. Programme für Schulen und Unis sind zum Beispiel rar. Ihre Studententransportlösungen verkauften die Texaner an First Student, einen führenden amerikanischen Betreiber von Schulbussen. Tyler hat die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich erhöht. Die gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen stiegen 2018 um 34 % auf 63 Mio. USD. 2019 sollen die Forschungsausgaben abermals um 30 % zunehmen.

Aggressive Aktienrückkäufe

Das Aktienrückkaufprogramm im 4. Quartal umfasste fast 781.000 Aktien im Wert von 150 Mio. USD. Diese Summe übertraf den Gesamtbetrag, den sie in den letzten sechs Jahren für Rückkäufe aufgewendet haben. Es zeigt, „wie unser Vertrauen in die langfristigen Aussichten für Tyler aussieht“, betonte CEO Lynn Moore.

„In den letzten 15 Jahren haben wir eine Chance genutzt – ein opportunistischer Ansatz für unsere Aktienrückkäufe. Sie waren mehrmals besonders aggressiv, als die Aktie wie im 4. Quartal um 15 % bis 20 % nachgegeben hat. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass diese Strategie effektiv sind. Darüber hinaus hat unser Verwaltungsrat 1,5 Millionen Aktien der Rückkaufermächtigung hinzugefügt, die nun 2,7 Millionen Aktien umfasst.“ Moore sprüht vor Zuversicht. „Obwohl in unserem aktuellen Investitionszyklus die Margen unter Druck stehen, sind wir zuversichtlich, dass unser langfristiges Modell eines zweistelligen Umsatzwachstums im niedrigen zweistelligen Bereich, einer konsequenten Margenausweitung sowie eines starken Gewinns und Cashflows bestehen bleibt.“

Fazit:
Das Sortiment des Softwarehauses ist massiv. Der öffentliche Dienst hat Nachholbedarf. Für die Aktie spricht die hohe Kontinuität in der Erfolgsrechnung. Mit negativen Überraschungen ist kaum zu rechnen. Ideal zum Kaufen und Liegenlassen.

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A.O. Smith – Wasserboiler machen Dampf

Man glaubt es kaum. Aber langweilige Unternehmen können Überflieger werden. Bestes Beispiel ist der Hersteller von Wasserboilern, gegründet 1904. Die Aktie legte seit dem Tief 1988 um 6.000 % zu. Den Spitzenkurs erklomm der Bauzulieferer 2017 mir 67 USD. Seither korrigierte der Titel. Es bietet sich eine neue Einstiegschance an. Aktueller Kurs 54,50 USD.

Seit dem Börsengang im September 1984 handelt es sich um eine wunderschöne Story. In den USA wächst das Geschäft langsam, aber stetig. Hinzu kommt stürmisches Wachstum in China. Schwung kommt zudem aus Indien. Zum Sortiment gehören auch Wasser- und Luftfilter. Um mehrere 1.000 % als Aktionär zu verdienen, sind keine neue Medikamenten-Entdeckungen oder Pennystock-Zocks nötig, sondern simple Produkte für Hausbesitzer.

Hotels, Krankenhäuser, Schulen und Gewerbe

Abnehmer des Mittelständlers aus Wisconsin mit seinen 16.300 Mitarbeitern sind nicht nur Privathaushalte, sondern auch Hotels, Krankenhäuser, Schulen und Gewerbebetriebe. Erfahrungsgemäß steigt der Umsatz in den USA um 5 bis 9 %. Im Rest der Welt (China, Europa Indien) sind Zuwächse um 10 bis 15 % üblich. In der Summe ergibt sich ein schöner stabiler Mix. 2018 stieg der Umsatz von rund 3,0 auf 3,2 Mrd. USD. Überproportional kam der Überschuss voran, der sich von 296 auf 444 Mio. USD erhöhte.

Aus China kommen schon über 1 Mrd. USD Umsatz. Das Schöne an dem Geschäft: Boiler müssen ständig ausgewechselt werden, das feuert den Absatz an. Weil die Chinesen ihr Zuhause so sauber wie möglich haben wollen, gehen die Wasser- und Luftfilter in dem einst armen Land wie geschnitten Brot weg. Reine Innenraumluft ist ein Statussymbol geworden. A. O. Smith prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 180 Millionen chinesische Haushalte mindestens ein Produkt haben werden. Zum Vergleich: In den USA gibt es nur 127 Millionen Haushalte. In China legt der Umsatz zuweilen um bis zu 17 oder 20 % zu. Der Nachholbedarf ist dort enorm.

Dividenden-Aristokrat

Der Vorstand legt großen Wert auf den operativen Kapitalfluss, der soll sich auf über 500 Mio. USD zubewegen. 2018 summierte er sich auf 448 Mio. USD. Was soll mit dem Geld passieren? Es sollen Aktien zurückgekauft werden. Eine Dividende fließt seit 78 Jahren in Folge, seit 26 Jahren steigt sie regelmäßig. Es handelt sich um einen Dividenden-Aristokraten. Die Dividendenrendite bringt 1,6 %. Im Jahr 2018 gab das Unternehmen gleich zwei Dividendenerhöhungen bekannt, die dazu führten, dass die Auszahlung 2018 um 36 % über der Dividende des Vorjahres lag.

Aus 1.000 wären 10 Mio. USD geworden

Anleger sollten sich nicht von der bescheidenen Dividendenrendite täuschen lassen. Die Aktie lange zu halten, war in den letzten Jahrzehnten eine Millionärs-Strategie. Wer 1.000 USD vor 30 Jahren investierte, hat heute mehr als 5 Mio. USD im Depot. Diese Rechnung enthält keine Dividendenzahlungen. Das Unternehmen hat seine vierteljährlichen Dividendenzahlungen um 1.900 % erhöht. Die Wiederanlage der Dividenden in weitere A.O. Smith-Aktien auf dem Weg nach oben hätten zu knapp 10 Mio. USD geführt. Um diese potenziellen Gewinne in die richtige Perspektive zu bringen, sollten Leser das mit einem S&P-500-Indexfonds vergleichen. Eine solche Anlage von 1.000 USD ohne Wiederanlage der Dividende hätte nach 30 Jahren zu 840.000 USD oder 1,3 Mio. USD mit Dividendenwiederanlage geführt. Nicht schlecht. Aber: Auf jeden Fall hat der „Buy-and-Hold“-Anleger mit dieser Boiler-Aktie bislang die besseren Karten gehabt.

Es ist zu berücksichtigen, dass A.O. Smith vor 30 Jahren schon ein ausgereiftes Unternehmen war. Die Vorstellung nach weiteren 10.000 % Rendite über die nächsten 30 Jahre ist freilich etwas zu hoch gegriffen. Aber das Unternehmen wird gut gemanagt. Aus Value-Sichtweise macht es Sinn, sich hier zu positionieren. Allein die Dividende und Aktienrückkäufe sind attraktiv für die Langstrecke.

Indien ist Milliardenchance

Analysten peilen bis Silvester ein Ergebnis je Aktie von 2,71 USD an. 2018 waren es noch 2,61 USD.  2020 halten Banken dann 2,97 USD je Aktie für möglich. Beim Kurs von 59,44 USD ergibt sich ein KGV von 18. Die Bewertung ist fair. Im laufenden und nächsten Jahr sehen Analysten zwischen 1 und 5 % mehr Umsatz. Das sieht nach wenig Schwung aus. Aber oft übertrifft der Vorstand seine eigenen Prognosen. China legte bislang prozentual zweistellig zu. Jetzt aber nicht mehr. Indien dürfte stark wachsen. Langfristig bietet Indien eine Milliarden-Chance. Die Bilanz ist frei von Schulden. Weil der Vorstand einen Rekord nach dem nächsten meldet, sind hier vor allem geduldige Anleger in guten Händen. Der Kicker: Der Kurs leidet seit Monaten unter den Sorgen um neue Strafzölle zwischen China und den USA. Die Konjunktur hat sich in dem gelben Riesenreich verlangsamt. Das bereitet Aktionären Kopfzerbrechen.

Alles begann mit angeschraubten Fahrradmotoren

Vor hundert Jahren stellte A. O. Smith Bombengehäuse und angeschraubte Fahrradmotoren her. Jetzt ist das Unternehmen der größte Hersteller von Warmwasserbereitern in Nordamerika. Der Erfolg der Wasseraufbereitung in Ländern wie China, Indien oder den Niederlanden zeigt, dass das Unternehmen sich weiterentwickelt, wenn die Marktbedingungen dies erfordern.

Um klar zu sein, A.O. Smith hat nicht die Absicht, die Nische des Warmwasserbereiters, die seit 80 Jahren Brot- und Buttergeschäft ist, aufzugeben. Flexibel für neue Möglichkeiten ist jedoch der Vorstand, um für das nächste Jahrhundert relevant zu bleiben. Das bedeutet mehr Geld für Forschung und Entwicklung. Längst werden neue Produkten – im Solarbereich zur Wassererhitzung – entwickelt.

Kurs taucht ab – Chance

Der eingeknickte Aktienkurs bietet eine klasse Gelegenheit. Der Umsatz war in letzter Zeit schwach, was teilweise auf die sich abschwächende chinesische Wirtschaft zurückzuführen ist. In Ländern, in denen der Wohnraum modern sein muss, bleibt die Nachfrage nach heißem Wasser bestehen. China mag heute ein Bremsklotz sein, aber A.O. Smiths Produkte, zu denen auch Wasser- und Luftreiniger gehören, werden kaum aus der Mode geraten.

Indien ist im Vergleich zum chinesischen Niederlassungsnetz klein, aber die Amerikaner sehen eine große langfristige Chance. In China ist der Umsatz in den letzten zehn Jahren um über 20 % per annum gestiegen. Smith kann in Indien die Erfolgsstory von China wiederholen. Es wird enorme Gewinne bedeuten und womöglich 1 Mrd. USD Umsatz eines Tages.

China macht Sorgen

Eine verlangsamte chinesische Wirtschaft lässt sich navigieren, zumal es sich nur um eine vorübergehende Abkühlung handeln dürfte. A.O. Smith gehört sicherlich für viele Anleger zu den langweiligen Anbietern von Warmwasserbereitern. Aber es hat seit seinem Einstieg 2011 in neue Wasseraufbereitungstechnologien flottes Wachstum geliefert. Der Kursanstieg kam überwiegend durch den dominierenden Marktanteil in China. Dutzende Millionen neu gebildeter Haushalte der Mittelklasse kauften ihre ersten Warmwasserbereiter. Im Gegensatz dazu ist der langsam wachsende nordamerikanische Markt wie ein schlafender Riese. Alte Boiler müssen nach 15 oder 20 Jahren ausgewechselt werden. Das führt zu einem langsamen und stetigen Ersatz älterer Geräte in Nordamerika.

Der chinesische Markt trieb die Aktie auf unglaubliche Höhen. Nun hat die Wall Street überreagiert wie es scheint. Die wirtschaftliche Abschwächung in China wird kaum zum Dauerproblem. Vorstandschef Kevin Wheeler erwartet, dass der Umsatz in China 2019 um bis zu 10 % sinken wird. Dies bereitet ihm gewiss Probleme, aber der Betrieb bleibt hochprofitabel. A.O. Smith erzielte im Jahr 2018 fast 80 % des bereinigten Segmentgewinns in Nordamerika. Er hat sein Sortiment mit einigen der energieeffizientesten Warmwasserbereiter und Boiler gestärkt. Bei der amerikanischen Baumarktkette Lowe`s wurde der Anbieter exklusiver Partner.

Fazit:
Die Kurskorrektur ist reizvoll. Es handelt sich um ein herrliches Langfristinvestment. Die Bilanz ist wie ein Fels. 450 Mio. USD liegen in der Kasse. Der freie Cashflow ist gesund. Es gibt Raum für viel mehr Wachstum.

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